BANGKOK, THAILAND – Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra könnte nach Angaben seiner Familie und seines Anwalts ab dem 8. Mai offiziell für eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung in Betracht kommen.
Familienbesuch im Gefängnis
Am 19. Januar 2026 besuchte eine Familiendelegation Thaksin um 10.00 Uhr im Gefängnis – bereits zum 33. Mal seit seiner Inhaftierung. Mit dabei waren sein ältester Sohn Panthongtae Shinawatra, dessen Ehefrau Nattiya Puangkam, seine Tochter Pintongta Shinawatra Kunakornwong mit Ehemann Nattapong Kunakornwong sowie sein Anwalt Winyat Chartmontree.
Der Besuch dauerte rund eine Stunde. Nach dem Gespräch erklärte Pintongta gegenüber Reportern, ihr Vater habe sich nach mehr als vier Monaten in Haft an den Gefängnisalltag gewöhnt. „Das Gespräch ist gut verlaufen, er hat sich angepasst“, sagte sie.
Politische Unterstützung aus der Haft
Pintongta berichtete zudem, Thaksin verfolge weiterhin die Aktivitäten der Pheu-Thai-Partei mit Blick auf die Parlamentswahl 2026. Er spende den Kandidaten vor allem moralische Unterstützung. „Er gibt weiter Ermutigung, es gibt keine besondere Botschaft darüber hinaus“, so die Tochter.
Damit spielt Thaksin trotz seiner Inhaftierung weiter eine Rolle im politischen Umfeld seiner Partei, die auch nach Regierungswechseln ein zentrales Lager im Parteiensystem bleibt.
Diskussion um mögliche Bewährung im Mai
Zu Medienberichten, Thaksin könne im Mai für eine allgemeine Bewährung infrage kommen, sagte Pintongta, sie habe dieses Thema mit ihrem Vater angesprochen. Thaksin habe lediglich darum gebeten, dass das Verfahren streng nach den geltenden Regeln und Abläufen durchgeführt werde.
Sie verwies darauf, dass ihr Vater über 70 Jahre alt sei und damit nach ihrer Auffassung unter die einschlägigen Bestimmungen für eine mögliche Bewährungsprüfung falle.
Anwalt verweist auf rechtliche Kriterien
Anwalt Winyat Chartmontree bestätigte, dass in Berichten genannte Hinweise auf den 8. Mai mit den gesetzlichen Vorgaben übereinstimmen. „Die Angaben zu einem möglichen Zeitraum im Mai stehen im Einklang mit den rechtlichen Anforderungen“, sagte er.
Nach seinen Ausführungen wird Thaksin am 8. Mai acht Monate seiner Haftstrafe verbüßt haben. Damit erfülle er die Kriterien der Strafvollzugsbehörde, wonach eine Bewährung geprüft werden kann, wenn ein Gefangener zwei Drittel der Strafe verbüßt hat und ein Drittel noch aussteht.
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• Bewährungsprüfung ist kein Garant für Entlassung
• Entscheidung liegt bei den zuständigen Behörden
• Alter und bisherige Haftzeit können bei der Prüfung berücksichtigt werden
Winyat machte deutlich, dass es sich bislang lediglich um eine Prüfmöglichkeit ab Mai handele. Eine tatsächliche Entscheidung über eine Entlassung auf Bewährung müsse erst noch von den zuständigen Stellen getroffen werden.
🗣 Wenn Justiz wieder Politik wird
Ein Datum, ein Gefängnisbesuch, ein Name – und sofort steht Thailand still.
Geht es hier nur um Paragrafen und Fristen? Oder längst wieder um Macht, Symbolik und politische Lager?
Was bedeutet eine mögliche Bewährung für die Wahl 2026? Und ist Thaksin ein Häftling wie jeder andere – oder bleibt er eine politische Konstante, egal wo er sich befindet?



