BANGKOK, THAILAND â Zehn Parlamentskandidaten sollen in ein Netzwerk aus Online-GlĂźcksspiel und Betrugsseiten verstrickt sein â und stammen nach Regierungsangaben alle aus derselben Partei. Die Namen bleiben vorerst geheim, die Ermittlungen laufen weiter unter Einbindung mehrerer BehĂśrden.
Regierung verspricht Offenlegung der Namen
Digital Economy and Society Minister Chaichanok Chidchob kßndigte am Dienstag an, die Identitäten der betroffenen Politiker offenzulegen, sobald die Untersuchungen weiter fortgeschritten seien. Die Verdächtigen stßnden im Zusammenhang mit Online-Glßcksspielseiten und Betrugsnetzwerken, die derzeit von SicherheitsbehÜrden ausgewertet wßrden.
Auf die Frage, ob alle zehn Kandidaten derselben Partei angehĂśrten, antwortete Chaichanok kurz und eindeutig: âSie sind es.â Details zu der betroffenen Partei nannte er nicht. Er betonte jedoch, die Ăffentlichkeit werde die Namen âzu gegebener Zeitâ erfahren.
Vorsicht wegen mĂśglicher Klagen
Justizminister Pol Lt Gen Rutthapon Naowarat mahnte zur Geduld. Ermittler benĂśtigten zusätzliche Zeit, da mehrere BehĂśrden an der Beweisaufnahme beteiligt seien, darunter die Royal Thai Police und das Department of Special Investigation (DSI). Die Verfahren stĂźtzten sich in hohem MaĂe auf nachrichtendienstliche Erkenntnisse, die noch geprĂźft wĂźrden.
In einem späteren Interview erklärte Rutthapon, eine voreilige VerĂśffentlichung der Namen kĂśnne schwerwiegende rechtliche Folgen haben. âWenn ich die Namen jetzt offenlege, bin ich der Erste, der verklagt wirdâ, sagte er. Er verwies darauf, dass vor allem noch nicht abschlieĂend bewertete Hinweise vorlägen.
Der Justizminister wies Spekulationen zurĂźck, die VerzĂśgerungen seien politisch motiviert. âDas ist keine politische Schikaneâ, betonte er und verwies darauf, dass bereits mehrere Fälle bewusst diskret behandelt worden seien, um VorwĂźrfe politischer Einflussnahme zu vermeiden. Er fĂźgte hinzu, er wolle nicht âim Alter im Gefängnis landenâ.
Reaktion der betroffenen Partei
Am Montag nahm Wiroj Lakkhanaadisorn, Listenwahlkandidat und stellvertretender Vorsitzender der People’s Party (PP), zu den wachsenden Sorgen Stellung. Hintergrund waren die Festnahme eines PP-Kandidaten und Berichte Ăźber weitere mĂśgliche Festnahmen von Bewerbern dieser Partei.
Wiroj erklärte, die Partei habe ein strenges PrĂźfverfahren fĂźr Kandidaten eingefĂźhrt, darunter ĂberprĂźfungen der strafrechtlichen Vergangenheit und AuskĂźnfte von Kreditunternehmen. Ziel sei gewesen, nur Personen ohne offene Haftbefehle und ohne schwere Vorstrafen aufzustellen.
Laut Wiroj seien sämtliche rechtlichen Schritte gegen PP-Kandidaten erst nach Abschluss der Kandidatenregistrierung eingeleitet worden. Betroffen seien Personen gewesen, die zuvor keine Einträge im Strafregister gehabt hätten. Zugleich räumte er ein, dass Beschwerden gegen einige Kandidaten vorlägen, und versicherte: Die Partei nehme alle Vorwßrfe ernst.
Politische und rechtliche Risiken
Die Affäre berßhrt zentrale Fragen der politischen Integrität und der Bekämpfung von Online-Kriminalität. Ermittler und Regierungsvertreter stehen dabei zwischen Aufklärungsdruck und Rechtsrisiken bei der Üffentlichen Benennung Verdächtiger.
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⢠Gefahr von Verleumdungsklagen bei zu frßher Namensnennung
⢠Belastung der politischen Glaubwßrdigkeit bei Korruptions- und Betrugsvorwßrfen
⢠Hoher Ermittlungsaufwand wegen komplexer Online-Strukturen und mehrerer beteiligter BehÜrden
Bis zum Abschluss der Untersuchungen bleibt offen, welche konkreten strafrechtlichen Schritte den zehn Parlamentskandidaten drohen und welche politischen Folgen sich daraus fĂźr die betroffene Partei ergeben werden.
đŁ Wenn der Verdacht bis ins Parlament reicht
Zehn Kandidaten. Eine Partei. Und Verbindungen zu Scam-Netzwerken und Online-Gambling.
Was bedeutet Demokratie, wenn diejenigen, die Gesetze machen sollen, selbst im Schatten digitaler Verbrechen stehen?
Ist das der Anfang einer Ăźberfälligen Reinigung â oder nur ein weiteres Kapitel in einer endlosen Serie politischer Affären? Und vor allem: Glaubst du noch, dass wirklich alle Namen auf den Tisch kommen?
