BANGKOK – Ein vermeintliches Formular eines Hotels in der berüchtigten Sukhumvit Soi 4 sorgt für einen Sturm der Entrüstung. Gäste sollen darin Besuch von Transfrauen anmelden und Dienstleistungen offenlegen. Ist das diskriminierend – oder ein raffinierter Schutz vor Streit?
Verdächtiges Dokument geht viral
Auf Facebook verbreitete sich wie ein Lauffeuer das Bild eines „Ladyboy Declaration Form“. Aussteller soll die Hausverwaltung des Omni Complex sein, einem Gebäude mit Hotel und Wohnungen in der Nähe der Nana BTS Station.
Das Formular ist speziell für Gäste gedacht, die Transgender-Begleitung mit auf ihr Zimmer bringen. Es soll Sicherheitsmaßnahme sein, um „Konflikte und potenzielle körperliche Auseinandersetzungen“ zu verhindern.
Der Post erhielt über 9.100 Reaktionen und wurde tausendfach geteilt. Die Netzgemeinde ist tief gespalten.
Das verlangt das umstrittene Formular
Gäste müssen ankreuzen, ob sie den Besuch einer Transfrau wünschen. Zudem müssen sie angeben, ob ein Service-Preis vereinbart wurde und wie hoch dieser ist.
Das Dokument warnt ausdrücklich vor Streitigkeiten über Bezahlung, die zu Gewalt führen könnten. Es rät Gästen, Wertsachen sicher zu verwahren.
„Hat niemand bemerkt, dass bei Punkt 1 von einer ‚Sie‘ und bei Punkt 2 plötzlich von einem ‚Er‘ gesprochen wird?“, spottet ein User über inkonsistente Formulierungen.
Shitstorm oder verständliche Regelung?
Viele Nutzer brandmarken das Dokument als diskriminierend und entwürdigend. Es stelle Transgender pauschal unter Generalverdacht und fördere Vorurteile.
Andere sehen pragmatischen Nutzen. In der quirligen Nachtmeile Sukhumvit komme es immer wieder zu Zahlungsstreitigkeiten zwischen Touristen und Sexarbeitern.
„In Brasilien müssen die Damen oder Ladyboys ihren Pass an der Rezeption hinterlegen“, berichtet ein Kommentar und findet die Idee gar nicht schlecht.
Ehemaliger Mitarbeiter bestätigt „wilde“ Atmosphäre
Ein ehemaliger Angestellter namens Jess Sth heizte die Debatte an. Er postete ein Foto einer Hoteluniform und bestätigte: Die Atmosphäre im Haus sei vor drei Jahren „wild genug“ gewesen, um so ein Formular glaubhaft erscheinen zu lassen.
Eine weitere Frau, die früher in der Sukhumvit Soi 4 arbeitete, bestätigte ähnliche Zustände in dem Viertel. Die Echtheit des Dokuments ist dennoch nicht offiziell bestätigt.

Hintergrund: Gewaltvorfälle in Touristenvierteln
Das viral gegangene Formular fällt in eine Zeit, in der vermehrt tätliche Auseinandersetzungen zwischen ausländischen Touristen und Transfrauen gemeldet werden.
Besonders in den Nachtvierteln von Bangkok, Pattaya und Phuket kommt es immer wieder zu Konflikten. Die Gründe sind oft Missverständnisse über das Geschlecht oder Streit um vereinbarte Service-Gebühren.
Das Hotel formuliert damit einen offenen Umgang mit einem heiklen Thema – und erntet dafür heftige Kritik.
Die große Frage: Wer hat recht?
Sollten Hotels regulierend eingreifen, um ihre Gäste und möglicherweise auch Sexarbeiter zu schützen? Oder überschreitet ein solches Formular eine ethische Grenze und stigmatisiert eine ganze Personengruppe?
Bis das Management des Omni Complex oder die Behörden sich äußern, bleibt es ein Rätsel. Eines ist klar: Das Thema Tourismus, Sexarbeit und Transgender in Thailand ist komplexer als ein einfaches Formular.
🗣 Grenze zwischen Schutz und Stigmatisierung?
Ein Formular, ein Foto – und plötzlich diskutiert halb Bangkok. Ist so ein Dokument ein pragmatischer Versuch, Konflikte zu verhindern? Oder ist es genau das, was alte Vorurteile zementiert und Menschen auf Rollen reduziert?
Und die unbequeme Frage: Wenn es solche Formulare überhaupt braucht – was sagt das über das Nachtleben, den Tourismus und den Umgang miteinander aus?




Stigmatisierung ? Ja, zu recht!
Thailand sollte sich Ungarns Verfassungsänderung gegen die Ideologie der Geschlechtervielfalt ein Beispiel nehmen!