SATTAHIP, Thailand – Ein 37-jähriger Mann ist nach dem Kentern eines Speedboots vor der Küste des Bezirks Sattahip ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich am späten Nachmittag des 23. Januar 2026 bei starkem Wind und hohem Wellengang vor dem Unterdistrikt Samaesarn in der Provinz Chon Buri.
Unglück bei hohem Wellengang
Nach Angaben der Polizei herrschten vor dem Unfall schlechte Wetterbedingungen mit kräftigen Böen und schweren Wellen. Das Speedboot des Mannes lag vor der Küste vor Anker, gesichert mit einem alten Anker, der sich zunehmend am Rumpf rieb und schließlich nicht mehr hielt.
Daraufhin trieb das Boot weiter von der Küste ab. Der 37-Jährige, identifiziert als Phakinai Aranyaphan, entschied sich laut Aussage seiner Freundin, zur Kontrolle und Sicherung des Bootes hinaus zu schwimmen.
Speedboot kentert während Rettungsversuch
Während Phakinai im Wasser war, trafen kräftige Wellen das Speedboot. Das Boot kenterte und sank. Der 37-Jährige wurde laut ersten Ermittlungen vom kenternden Fahrzeug erfasst und konnte sich nicht mehr an die Oberfläche befreien.
Anwohner in der Nähe beobachteten den Vorfall und leiteten umgehend eine Rettungsaktion ein. Sie fuhren mit einem Boot hinaus, konnten den Mann schließlich aus dem Wasser bergen und an Land bringen.
Reanimationsversuche ohne Erfolg
Die Polizei wurde gegen 17.00 Uhr informiert. Pol Lt Thit Nattapong Kalpanart, diensthabender Ermittler der Polizeistation Sattahip, übernahm den Einsatz und fuhr mit Beamten zum Unfallort nahe Soi Khan Ruea in Samaesarn.
Parallel rückten medizinische Teams des Queen Sirikit Naval Hospital, der Navy Medical Department sowie Einsatzkräfte der Sawang Rojanathammasathan Sattahip Rescue Foundation mit einer Wasserrettungseinheit aus.
Soforttransport ins Krankenhaus
Bei Eintreffen der Behörden hatten Anwohner den 37-Jährigen bereits an den Strand gebracht. Er lag bewusstlos am Ufer, ohne feststellbaren Puls. Rettungskräfte begannen sofort mit Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) und organisierten den Soforttransport ins Krankenhaus.
Trotz aller Maßnahmen verstarb der Mann später im Krankenhaus. Laut einem Bericht von Khaosod bestätigten die Einsatzkräfte, dass „alle möglichen lebensrettenden Maßnahmen vor Ort und während des Transports ergriffen wurden“.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Ermittlungen nach tödlichem Seeunfall
Die Polizei hat das Unglück als tödlichen Seeunfall aufgenommen. Nach Angaben von Pol Lt Thit Nattapong Kalpanart werden die Ermittler die Unterlagen an die zuständigen Behörden weiterreichen und mit den relevanten Stellen zusammenarbeiten.
Dies entspricht den Standardverfahren nach einem tödlichen Vorfall auf See. Ziel ist es, den genauen Ablauf des Unfalls zu dokumentieren und etwaige sicherheitsrelevante Erkenntnisse festzuhalten.
Gefahren bei schlechtem Wetter auf See
Der Fall macht erneut auf die Risiken bei Fahrten und Arbeiten mit Booten in rauer See aufmerksam. Besonders gefährlich sind dabei erstens starker Wind und schwere Wellen, die auch erfahrene Seeleute vor Herausforderungen stellen. Zweitens stellt unzureichende oder veraltete Ankertechnik ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, insbesondere wenn Anker nicht mehr den aktuellen Standards entsprechen oder durch Korrosion geschwächt sind. Drittens birgt das Schwimmen zu treibenden Booten bei schlechtem Wetter extreme Gefahren, da Wellengang und unvorhersehbare Bootsbewegungen schnell zu lebensbedrohlichen Situationen führen können.
Einsatzkräfte weisen regelmäßig darauf hin, dass Wetterwarnungen ernst genommen und Boote bei instabilen Bedingungen möglichst nicht betreten werden sollten.
Sicherheitsempfehlungen für Bootsbesitzer
Experten für Schiffssicherheit empfehlen Bootsbesitzern in Küstenregionen, ihre Ausrüstung regelmäßig zu überprüfen und zu warten. Dazu gehören insbesondere die Kontrolle von Ankern, Seilen und Befestigungssystemen auf Verschleiß und Korrosion. Bei Wettervorhersagen mit starkem Wind sollten Boote idealerweise aus dem Wasser geholt oder in geschützten Häfen untergebracht werden.
Zusätzlich wird empfohlen, niemals allein zu einem treibenden Boot zu schwimmen, sondern stets professionelle Hilfe anzufordern oder mindestens eine zweite Person zur Absicherung hinzuzuziehen. Schwimmwesten und Signalgeräte sollten dabei stets griffbereit sein.
Reaktion der lokalen Gemeinschaft
Die lokale Gemeinschaft in Samaesarn zeigte sich betroffen von dem tragischen Vorfall. Anwohner, die bei der Rettungsaktion geholfen hatten, wurden von den Behörden für ihren schnellen Einsatz gelobt. Die rasche Reaktion der Helfer habe gezeigt, wie wichtig der Zusammenhalt in Küstengemeinden bei Notfällen sei.
Lokale Fischereiverbände kündigten an, das Thema Bootssicherheit bei ihren nächsten Treffen zu besprechen und möglicherweise zusätzliche Sicherheitsschulungen für Bootsbesitzer anzubieten.
Bedeutung von Wettervorhersagen
Die thailändische Meteorologiebehörde gibt während der Monsunzeit regelmäßig Warnungen für Küstenregionen heraus. Bootsbesitzer werden aufgerufen, diese Vorhersagen ernst zu nehmen und ihre Aktivitäten entsprechend zu planen. Am Tag des Unglücks war für die Region Chon Buri eine Warnung vor starkem Wind und hohem Wellengang ausgegeben worden.
Experten betonen, dass selbst kurze Wetteränderungen auf See zu gefährlichen Situationen führen können. Die Installation von Wetter-Apps und das regelmäßige Prüfen von Vorhersagen vor jeder Bootsfahrt werden daher dringend empfohlen.
Diskussion über Sicherheitsmaßnahmen
Der tragische Vorfall wirft Fragen über angemessene Sicherheitsmaßnahmen für private Bootsbesitzer auf. Während gewerbliche Schiffe strengen Vorschriften unterliegen, gibt es für Freizeitboote oft weniger strenge Anforderungen. Einige Experten fordern nun eine Überprüfung der aktuellen Regelungen, insbesondere hinsichtlich der Pflicht zur Verwendung moderner Sicherheitsausrüstung.
Die Diskussion umfasst auch die Frage, ob bei extremen Wetterbedingungen ein generelles Ausfahrverbot für kleinere Boote verhängt werden sollte. Andere argumentieren, dass verbesserte Aufklärung und freiwillige Sicherheitsstandards effektiver seien als zusätzliche Verbote. Die zuständigen Behörden haben angekündigt, die Erkenntnisse aus diesem Fall in ihre weiteren Überlegungen einzubeziehen.


