PATTAYA, THAILAND – Nur 24 Stunden nach ihrer Haftentlassung schlug eine Transfrau wieder zu. Ein mutiger Zeuge filmte den Angriff auf einen deutschen Urlauber und stoppte die Täterin bei ihrem riskanten Fluchtversuch.
Die blonde Perücke als Tarnung
Die Freiheit währte nur wenige Stunden. Mit einer knallblonden Perücke kaschierte die Täterin ihren im Gefängnis kahlrasierten Kopf und suchte an der belebten Second Road nach schneller Beute. So maskiert mischte sie sich unauffällig unter die Passantenströme nahe der Soi 6.
Sie suchte gezielt nach Opfern mit Taschen oder losen Wertsachen. Den Zebrastreifen nutzte sie dabei als Bühne für ihr kriminelles Handwerk, während sie auf den perfekten Moment wartete. Ein deutscher Urlauber geriet schließlich als vermeintlich leichtes Ziel in ihr Visier.
Enge Umarmung statt echter Nähe
Die Masche wirkte ebenso plump wie effektiv. Die Transfrau näherte sich dem Deutschen und umschlang ihn wie eine alte Bekannte, um Verwirrung zu stiften. Während sie Nähe vortäuschte, wanderten ihre Finger bereits flink in Richtung seiner Hosentaschen, um nach dem Geld zu greifen.
Das Opfer bemerkte in der Hitze des Augenblicks zunächst nichts von dem gezielten Zugriff. Die Täterin nutzte den Überraschungsmoment für ihr flinkes Handeln aus. Doch ein wachsamer Beobachter verfolgte aus der Distanz bereits jede ihrer verdächtigen Bewegungen mit der Kamera.
Mr. Sue sprengt den Plan
Der 38-jährige Anwohner Sue ahnte sofort, was hier wirklich passierte. Er dokumentierte das Verhalten der Frau über längere Zeit und sah genau, wie sie den deutschen Gast bedrängte. Sein Beweisvideo zeigt deutlich, wie die Situation auf dem Gehweg schließlich eskalierte.
Bevor die Beute den Besitzer wechselte, schritt der mutige Zeuge entschlossen ein. Er warnte den Touristen lautstark vor dem laufenden Diebstahlversuch. Die überraschte Täterin ließ sofort von ihrem Opfer ab und suchte hektisch das Weite, um einer Festnahme zu entgehen.
Jagd auf den flüchtenden Baht-Bus
Die Flucht sollte in einem vorbeifahrenden Sammeltaxi gelingen. Die Verdächtige sprang hektisch auf das Fahrzeug auf, um in der Masse der Fahrgäste unterzutauchen. Doch Sue ließ sich nicht abschütteln, nahm die Verfolgung auf und rannte dem Wagen entschlossen hinterher.
Er stoppte den Bus eigenhändig und zog die Frau entschlossen vom Trittbrett. Danach fixierte er die mutmaßliche Diebin am Straßenrand, während andere Passanten bereits die Polizei riefen. Das Katz-und-Maus-Spiel fand durch diese Zivilcourage ein vorläufiges Ende.
Ein klarer Fall ohne Kläger
Das Eintreffen der Beamten brachte jedoch eine unerwartete Wende für alle Beteiligten. Der deutsche Tourist hatte den Tatort bereits verlassen, bevor die Polizei seine Aussage aufnehmen konnte. Ohne eine formelle Anzeige fehlte den Ermittlern die rechtliche Grundlage für eine Haft.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Die Polizei bestätigte später, dass die Verdächtige erst am Vortag das Gefängnis verlassen hatte. Trotz der eindeutigen Videoaufnahmen durfte die Frau das Revier schließlich wieder als freie Person verlassen. Ein frustrierendes Ergebnis für den couragierten Helfer vor Ort.
Sicherheit im Land des Lächelns
Solche Vorfälle bleiben in der Ferienmetropole Pattaya trotz der medialen Aufmerksamkeit die absolute Ausnahme. Das Land ist weltweit für seine Sicherheit und die große Gastfreundschaft bekannt. Die thailändische Polizei zeigt enorme Präsenz, um Gäste effektiv zu schützen.
Reisende können sich in Thailand grundsätzlich sehr sicher fühlen und den Urlaub genießen. Dennoch hilft eine gesunde Portion Wachsamkeit, um schwarzen Schafen keine Chance zu geben. Eine gute Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden stärkt das Sicherheitsgefühl für alle Beteiligten.
Blockiert eigenes Desinteresse unsere Sicherheit?
Wir sind Gäste in Thailand und tragen Mitverantwortung für die Ordnung im Land durch unser eigenes Handeln. Wenn wir als Opfer aus Bequemlichkeit auf eine Anzeige verzichten, bleiben Taten oft ungesühnt und die Polizei ist machtlos. Reicht Aufmerksamkeit allein aus, um diese seltenen Einzelfälle zu stoppen?
Dieser Artikel ist auch auf Englisch verfügbar. (This article is also available in English.) → English version


