HUA HIN – Eine Schweizer Lebenssammlung, aufgebaut über Jahrzehnte und Kontinente, ist plötzlich verschwunden. Der emotionale und finanzielle Schaden geht in die Millionen. Jetzt sitzt die Frau in Handschellen, die eigentlich helfen sollte.
Mehr als tausend Platten spurlos weg
Peter Kalt traute seinen Augen nicht. Seine über Jahre liebevoll aufgebaute Musiksammlung, bestehend aus mehr als 1.000 Vinyl-Schallplatten und 400 CDs, war aus seinem Haus im Bezirk Hin Lek Fai in Hua Hin verschwunden. Der Schweizer beziffert den Wert der Sammlung auf über 12,5 Millionen Baht.
Für Kalt sind die Stücke weit mehr als nur Tonträger. Er baute die Kollektion während seines Lebens und Arbeitens in Chicago und der Schweiz auf, bevor er nach Thailand zog. Jede Platte spiegelt einen eigenen Lebensabschnitt wider.
Die Helferin mit den Geldsorgen
Der Verdacht des bestohlenen Schweizers fiel sofort auf eine ganz bestimmte Person: seine thailändische Betreuerin. Die Frau, die ihm über einen lokalen Pflegedienst zugewiesen worden war, soll ihn und seine Ehefrau zuvor mehrfach um Geld gebeten und von finanziellen Schwierigkeiten berichtet haben.
Brisant: Die Polizei identifizierte die Verdächtige als Ritsanisanaphat „Aoi“ Sasiphatninrat. Sie war bereits von ihrer Position entbunden worden, noch bevor das ganze Ausmaß des Verlustes überhaupt auffiel.
Verkaufsfotos auf dem Handy entdeckt
Nachdem Kalt Anzeige erstattet hatte, gerieten die Ermittlungen zunächst ins Stocken. Der Bestohlene wandte sich daraufhin an lokale Medien und Online-Communities. Die öffentliche Aufmerksamkeit brachte schließlich den Durchbruch: Hinweise aus der Bevölkerung halfen, den Druck auf die Beamten zu erhöhen.
Die Polizei nahm die Beschuldigte schließlich zur Befragung fest. Bei der Auswertung ihres Mobiltelefons fanden die Ermittler Nachrichten, die auf konkrete Verkaufsversuche hindeuteten. Zudem entdeckten sie Fotos der Sammlung, die unverkennbar in Kalts Haus aufgenommen und an potenzielle Käufer verschickt worden waren.
Vermittlerin mit angeblicher Vollmacht
Gegenüber den Kaufinteressenten spielte die Betreuerin laut Polizei eine geschickte Rolle. Sie behauptete, das Schweizer Ehepaar hätte den Verkauf autorisiert und sie handle lediglich als Vermittlerin. Von einer Genehmigung der Eigentümer fehlt jedoch jede Spur.
Die Masche flog auf. Nun sitzt die Frau in Polizeigewahrsam. Die genauen juristischen Konsequenzen sind noch offen, offizielle Anklagen wurden bisher nicht bekannt gegeben.
Verzweifelte Suche nach den verschwundenen Schätzen
Für die Polizei geht die Arbeit jetzt erst richtig los. Die Beamten ermitteln fieberhaft, um die Käufer der wertvollen Platten zu identifizieren. Ihr klares Ziel ist es, die gestohlenen Stücke sicherzustellen und dem rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.
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Peter Kalt richtet unterdessen einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit: Jeder, der möglicherweise Schallplatten aus dieser einzigartigen Sammlung erworben hat, soll sich bei den Behörden melden. Nur so könne die Rückgabe ermöglicht werden.
Fesselnde Ermittlungen in Hua Hin
Der Fall zeigt, wie schnell aus einem Vertrauensverhältnis ein Millionenbetrug werden kann. Was als Hilfe im Alltag begann, endete für Peter Kalt mit dem Verlust einer Sammlung, die sein ganzes Leben erzählt. Die öffentliche Anteilnahme in den lokalen Netzwerken war enorm.
Die Beschuldigte bleibt vorerst hinter Gittern, während die Beamten das Netzwerk der Verkäufe entwirren. Mit jedem Hinweis wächst die Hoffnung, dass zumindest ein Teil der wertvollen Vinyl-Schätze wieder zu Kalt zurückfindet.



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