Gefahr auf Thailands Straßen: Warum Rechts-Schleicher die Überholspur blockieren

Wer mit 80 km/h auf der Überholspur blockiert, provoziert schwere Unfälle. Dahinter stecken gefährliche Denkfehler und mangelnde Fahrdisziplin.

Gefahr auf Thailands Straßen: Warum Rechts-Schleicher die Überholspur blockieren
ThaiRath

THAILAND – Auf Thailands Straßen herrscht ein täglicher Kampf zwischen langsamen Dauer-Rechtsfahrern und genervten Dränglern. Besonders auf dem Udon Ratthaya Expressway zeigt sich ein gefährliches Muster: Autofahrer verweilen mit Tempo 80 oder 90 stur auf der rechten Spur und blockieren den nachfolgenden Verkehr. Was nach Gedankenlosigkeit aussieht, ist ein tief verwurzeltes Missverständnis der Verkehrsregeln – mit riskanten Folgen für alle.

Die rechte Spur wird zur Kriechspur

Das Szenario ist so bekannt wie gefährlich: Ein Wagen rollt mit rund 80 km/h auf der ganz rechten Fahrspur und bremst den gesamten Verkehr aus. Häufig fährt das Fahrzeug parallel zu einem langsamen Wagen auf der linken Seite, sodass kein Überholen mehr möglich ist.

Hinter dem Hindernis stauen sich innerhalb von Minuten zehn oder mehr Autos. Die linken Spuren sind dabei oft völlig frei und die Fahrbahn einwandfrei – doch der Fahrer ganz rechts bleibt einfach dort, wo er ist.

„Ich fahre doch schon 120 – was wollt ihr denn noch?“

Viele Tempo-Blockierer berufen sich auf die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit und sehen sich im Recht. Ihr Argument: Wer drängelt oder links überholt, fährt ohnehin schneller als erlaubt und damit illegal.

Dabei verkennen sie, dass die rechte Spur ausdrücklich zum Überholen dient – nicht zum Dauerbenutzen. Selbst wer 120 km/h fährt, muss nach rechts ausweichen, sobald von hinten ein noch schnelleres Fahrzeug naht.

Bequemlichkeit wird zur Gefahr für alle

Hinter dem starren Beharren auf der rechten Spur steckt oft schlichte Faulheit. Spurwechsel gelten als lästig, Lastwagen auf der linken Spur will man nicht ausweichen – also klebt man stur rechts und fährt stur geradeaus.

Hinzu kommt ein fast völliger Verzicht auf den Schulterblick. Spiegel werden ignoriert, die Umgebung um das eigene Auto herum spielt keine Rolle – allein die Straße vor der Motorhaube zählt noch.

Wenn Unwissenheit auf falsches Rechtsgefühl trifft

Manche Fahrer glauben tatsächlich, sie dürften jede Spur benutzen, solange sie niemanden direkt behindern. Sogar das Hupen oder die Lichthupe wird in dieser Logik als schlechtes Benehmen des Hintermanns abgetan. Andere argumentieren, die Polizei solle sich um Raser kümmern, statt um Spurblockierer.

Diese Einstellung führt laut Polizeikreisen nicht nur zu kilometerlangen Staus, sondern auch zu gefährlichen Links-Überholmanövern. Im Extremfall eskalieren die Konflikte in Aggression und handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen den Fahrern.

Rechts blockieren, links überholen – ein gefährliches Spiel

Das zwanghafte Verweilen auf der Überholspur zwingt schnellere Fahrzeuge zum Ausweichen auf die linke Spur. Genau dort aber ist das Überholen gesetzwidrig(Anm. des Red.: Ich bin davon ausgegangen, dass es auf Highways erlaubt sei.) und besonders riskant, weil es die langsameren Fahrzeuge unerwartet trifft.

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Verkehrsbeobachter warnen: Durch das Blockieren der rechten Spur entsteht ein ständiger Flaschenhals, der den Verkehrsfluss ganzer Stadtteile lähmt. Ein einzelner Langsamfahrer kann so zur Ursache einer kilometerweiten Stop-and-Go-Welle werden.

Führerscheinwissen? Fehlanzeige

Das Problem beginnt schon bei der Fahrausbildung. Statt das richtige Verhalten auf mehrspurigen Straßen zu vermitteln, konzentrieren sich Fahrschulen und Prüfungen vor allem auf Verkehrszeichen.

Experten fordern deshalb, das Thema Spurnutzung viel stärker in den Unterricht einzubauen. Solange die richtige Denkweise nicht von Kindesbeinen an sitzt, bleiben die thailändischen Straßen eine Dauergefahr.

Ein Ende der Spur-Blockaden ist nicht in Sicht

Ohne strengere Kontrollen und bessere Verkehrserziehung wird sich an der gefährlichen Unsitte kaum etwas ändern. Der Glaube, auf der rechten Spur langsam fahren zu dürfen, weil man ja „gesetzestreu“ sei, sitzt tief in den Köpfen fest.

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Bis dahin bleibt den schnelleren Fahrern nur, mit viel Geduld hinter den Blockierern zu warten – oder das lebensgefährliche Manöver auf die linke Spur zu riskieren.

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Quelle: Thairath

2 Kommentare zu „Gefahr auf Thailands Straßen: Warum Rechts-Schleicher die Überholspur blockieren

  1. Als lebensgefährliches Manöver würde ich das links überholen nicht bezeichnen. Wer Fahren gelernt hat, schaut dann natürlich vorher in Außen- und Rückspiegel. Die Situationen auf dem Udon Ratthaya Expressway kann ich nicht beurteilen, hier bei uns erlebe ich allerdings häufig, wenn ich links vorbeifahre, merkt der Rechtsfahrer plötzlich, das „irgendwas nicht stimmt“ und fährt dann hinter mir auf die linke Spur. Was sonst noch alles bei thailändischen Autofahrern tief in den Köpfen fest sitzt lasse ich mal unkommentiert.

  2. Bezeichnend ist, dass selbst Berufskraftfahrer die rechte Spur blockieren, insbesondere Reisebusse bzw. ganze Reisebuskolonnen. Das benutzen der Überholspur auf sechsspurigen Highways sollte für LKW’s und Busse grundsätzlich verboten sein. Ich persönlich kann als Motorradfahrer glücklicherweise sämtliche Fahrspuren nutzen und habe dadurch meinen eigenen „Verkehrsfluss“… 🏍️🏁🙏

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