BANGKOK, Thailand – Die höchste Stufe der geplanten Verbrauchsteuer für Elektrofahrzeuge soll über dem bisherigen Einfuhrsteuersatz von 10 Prozent liegen. Sie würde zunächst für Fahrzeuge gelten, die nur zum Verkauf importiert werden und keine Investitionen in eine Produktion in Thailand vorsehen. Der Vorschlag soll bis Ende September dem Kabinett vorgelegt werden.
Höchste Steuerstufe trifft reine Importmodelle
Die Verbrauchsteuerbehörde bereitet die Einführung der höchsten Steuerstufe zuerst vor. Damit soll der Zustrom importierter Elektrofahrzeuge gebremst werden, die keine tatsächlichen Investitionen in Thailand auslösen.
Der genaue Steuersatz steht noch nicht fest. Nach Angaben der Verbrauchsteuerbehörde soll er aber über dem derzeitigen Einfuhrsteuersatz von 10 Prozent liegen.
Drei Stufen nach Investition und lokaler Fertigung
Die geplante Verbrauchsteuer soll drei Stufen haben. Die niedrigste Rate ist für Unternehmen vorgesehen, die Fahrzeuge in Thailand herstellen und einen hohen Anteil lokal produzierter Teile verwenden.
Eine mittlere Rate soll für Anbieter gelten, die Fahrzeuge zunächst zur Markterprobung importieren und zugleich Pläne für eine eigene Produktion in Thailand vorlegen. Die höchste Rate betrifft Importeure ohne Investitions- oder Produktionspläne.
Kabinett muss neue Sätze genehmigen
Lavaron Sangsnit, ständiger Staatssekretär im Finanzministerium, sagte, sein Ministerium und die Verbrauchsteuerbehörde seien für die Ausarbeitung der neuen Sätze zuständig. Die Behörden könnten die Angaben vorbereiten, aber noch keine konkreten Zahlen nennen.
Die Vorlage soll so schnell wie möglich an das Kabinett gehen und bis Ende September zur Genehmigung eingereicht werden. Vorher wollen Finanzministerium, Verbrauchsteuerbehörde und private Unternehmen die Zahlen noch festlegen.
Thailand will den Produktionsstandort sichern
Die Elektrofahrzeugbranche steht für rund 2 Prozent der thailändischen Wirtschaftsleistung und etwa 15 Prozent des gesamten Exportwerts. Nach den Überwachungsdaten entfällt bei einigen in Thailand verkauften Elektrofahrzeugen ein sehr hoher Anteil auf Importe.
Die Verbrauchsteuerbehörde sieht darin ein Risiko für die heimische Produktionsbasis. Mit der neuen Steuerstruktur sollen Investitionen an Fahrzeugimporte gekoppelt, Thailand als Exportstandort für rechtsgelenkte Elektrofahrzeuge gestärkt und mehr heimische Autoteile eingesetzt werden.
Keine neuen Haushaltshilfen vorgesehen
Die neue Regelung soll ausschließlich über die Verbrauchsteuer wirken. Anders als bei den früheren Programmen EV3.0 und EV3.5 sind keine Zuschüsse aus dem Staatshaushalt vorgesehen.
Die drei Steuerstufen haben nach Angaben der Verbrauchsteuerbehörde bereits grundsätzlich die Zustimmung von drei Automobilverbänden und den an der Sitzung beteiligten Unternehmen erhalten. Einzelheiten zu den Sätzen und zu einer Übergangsfrist wurden noch nicht besprochen.
Aktuelle Sätze reichen von 2 bis 10 Prozent
Der allgemeine Einfuhrsteuersatz liegt derzeit bei 10 Prozent. Fahrzeuge mit Investitionsförderung oder in Thailand hergestellte Fahrzeuge können von niedrigeren Sätzen zwischen 2 und 8 Prozent profitieren.
Die geplante höchste Verbrauchsteuerstufe soll über dem bisherigen Einfuhrsteuersatz liegen. Ob und wie lange Unternehmen eine Übergangsfrist erhalten, soll noch mit der Privatwirtschaft beraten werden.
Neue Ausschüsse kümmern sich um Batterien und Ladepunkte
Der Ausschuss für die Förderung der Elektrofahrzeugproduktion soll die Lieferkette, die Festlegung von Standards und den Umgang mit gebrauchten Batterien überwachen. Eine zentrale Plattform soll Herstellung, Nutzung, Entsorgung und Recycling der Batterien vollständig erfassen.
Ein zweiter Ausschuss soll den Ausbau des Netzes von Ladestationen im ganzen Land beschleunigen. Den Vorsitz führt der Energieminister, während der Industrieminister den Ausschuss für die Fahrzeugproduktion leitet.
Auch Busse, Lastwagen und Motorräder im Blick
Der Ausschuss für Elektrofahrzeuge beauftragte den ständigen Staatssekretär im Finanzministerium außerdem mit der Prüfung von Maßnahmen für elektrische Nutzfahrzeuge. Dazu gehören Busse und Lastwagen sowie elektrische Motorräder.
Damit soll der Wechsel auf Elektroantriebe auf weitere Fahrzeugarten ausgeweitet werden. Mit privaten Unternehmen soll auch über eine Frist zur Anpassung an das neue Steuersystem gesprochen werden.
EV3.0 und EV3.5 lockten weitere Investitionen an
Bei der Sitzung wurden auch die Ergebnisse der Förderprogramme EV3.0 und EV3.5 aus den vergangenen fünf Jahren bewertet. Die Programme wurden als sehr erfolgreich beschrieben, der Anteil aller Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen stieg auf mehr als 50 Prozent.
Anfang dieses Jahres kündigten vier große Autohersteller Investitionen von zusammen mehr als 50 Milliarden Baht an. Die neuen Pläne wurden als Zeichen für das Vertrauen in Thailand als regionalen Produktionsstandort für Fahrzeuge gewertet.
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