Bangkok: Proteste vor israelischer Botschaft

In Bangkok richtet sich ein neuer Protest gegen ausländischen Landbesitz. Die Aktivisten verlangen strenge Kontrollen der Visapolitik.

Bangkok: Proteste vor israelischer Botschaft
Naewna

BANGKOK, Thailand – Sondhi Limthongkul hat am 10. September mit Unterstützern vor der israelischen Botschaft in Bangkok protestiert. Die Gruppe fordert schärfere Kontrollen gegen ausländische Nominee-Geschäfte, Landkäufe und problematisches Verhalten einzelner Israelis. Der Protest unter dem Motto „Holt unser Thailand zurück“ könnte sich am 14. September auf innenpolitische Themen ausweiten.

Protest richtet sich gegen Landkäufe und Nominee-Geschäfte

Sondhi übergab ein offenes Schreiben an den israelischen Botschafter in Thailand. Darin wird gefordert, israelische Besucher stärker auf thailändische Gesetze, Bräuche und die Kultur des Landes hinzuweisen.

Die Aktivisten verlangten von der thailändischen Regierung eine genaue Prüfung ausländischer Geschäfte und Landkäufe. Dabei geht es auch um den Verdacht, dass Thailänder als sogenannte Nominees eingesetzt werden, um ausländische Beteiligungen zu verschleiern.

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Forderungen richten sich auch an die Regierung

Pichit Chaimongkol vom Netzwerk der Studenten und Bürger für die Reform Thailands bezeichnete die Aktion als Ausdruck des Protests thailändischer Bürger gegenüber der israelischen Botschaft.

Die Demonstranten forderten eine Überprüfung der Visapolitik, darunter der visafreien Einreise. Ausländische Besucher sollen vor allem in wichtigen Tourismusgebieten stärker kontrolliert werden, wenn ihr Verhalten thailändische Bürger oder natürliche Ressourcen beeinträchtigt.

Mehrere bekannte Aktivisten treten auf

Neben Sondhi nahmen Nitithorn Lamluea, der frühere Anführer der Volksallianz für Demokratie, und Panthep Pua-pongpun von der Stiftung Wächter des Landes teil. Sie wechselten sich bei Reden auf der Bühne ab.

Auch Siranat Samut, bekannt als „Sai Scott“ und als Aktivist für den Meeresschutz, schloss sich der Kundgebung an. Siranat erklärte, nicht für eine politische Gruppe aufzutreten, sondern als Person, die die natürlichen Ressourcen des Landes schützen wolle.

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Polizei sichert den Bereich um die Botschaft

Die Teilnehmer versammelten sich ab etwa 9 Uhr vor dem Ocean Tower II an der Sukhumvit Soi 21. Rund eine Kompanie Polizisten war vor Ort, außerdem waren Spezialisten für die Entschärfung von Sprengkörpern eingesetzt.

Die Kundgebung blieb nach den vorliegenden Angaben geordnet und friedlich. Zusammenstöße wurden nicht gemeldet. Es war der erste öffentliche Auftritt der neuen Kampagne, die Sondhi am 7. September in Bangkok angekündigt hatte.

Israel ist nur der erste Bezugspunkt der Kampagne

In seinem Schreiben verband Sondhi das Verhalten einzelner israelischer Besucher mit Vorwürfen zu Betrug, Störungen und mangelndem Respekt vor thailändischen Gesetzen. Er verlangte außerdem, dass israelische Staatsbürger bei Ermittlungen nicht vor einer Strafverfolgung geschützt werden.

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Die Kritik richtete sich auch gegen israelisch verbundene Grundstücke und Organisationen. Sondhi nannte dabei Chabad-Zentren und verwies auf Grundstücke in Chachoengsao, die mit Friedhöfen, religiösen Einrichtungen oder Meditationszentren verbunden sein sollen.

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Schwere Vorwürfe bleiben Aussagen Sondhis

Sondhi stellte in seiner Erklärung weitreichende Behauptungen über einen möglichen langfristigen Einfluss israelischer Gruppen in Thailand auf. Er verwies auch auf ähnliche Vorgänge in Argentinien, Kolumbien, Sri Lanka und den Philippinen.

Außerdem sprach er über geopolitische Interessen der USA, Israels und Chinas. Er nannte den Bezirk Pai in Mae Hong Son und behauptete, dort hielten sich frühere Soldaten und Reservisten aus Israel auf. Auch von Mossad-Mitarbeitern in Thailand war die Rede. Diese Vorwürfe wurden in der Erklärung erhoben, sind im vorliegenden Material aber nicht als behördliche Feststellungen belegt.

Auch Gaza und die israelische Regierung werden kritisiert

Das Schreiben enthielt außerdem eine Verurteilung des israelischen Vorgehens im Gazastreifen und im Iran. Sondhi verwies auf palästinensische Zivilisten, Krankenhäuser, Schulen, Frauen und Kinder.

Seine Kritik richtete sich auch gegen führende Mitglieder der israelischen Regierung, darunter Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir. Die Kundgebung verband damit Fragen zu Tourismus, Landbesitz, ausländischem Kapital, Religion und dem Nahostkonflikt.

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Regierung und Senatsverfahren im Visier

Sondhi will die Kampagne auf sogenanntes ausländisches graues Kapital ausweiten. Gemeint sind ausländische Investoren, die nach dem Vorwurf der Aktivisten über thailändische Nominees Eigentumsbeschränkungen umgehen.

Die Kampagne greift auch Korruptionsvorwürfe, politische Einflussnahme und die Arbeit staatlicher Behörden auf. Genannt wurden unter anderem die Affäre um Prüfungen für Kommunalstellen, der Streit um Land in Khao Kradong, Personalentscheidungen bei der Ermittlungsbehörde DSI und Genehmigungen für Rechenzentren.

14. September als nächster politischer Prüfstein

Besonders aufmerksam verfolgt Sondhi das Verfahren zur umstrittenen Senatsauswahl von 2024. Die Wahlkommission soll am 14. September über einen Fall beraten, in den 229 Personen wegen eines mutmaßlich abgestimmten Vorgehens verwickelt sein sollen.

Sondhi hat eine größere Mobilisierung angekündigt, falls ihn das Ergebnis nicht zufriedenstellt. Ministerpräsident Anutin Charnvirakul erkennt sein Demonstrationsrecht an und hat bislang eine direkte Konfrontation vermieden. Sondhi fordert bisher nicht seinen Rücktritt, sondern will die Regierung zu Maßnahmen bewegen.

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Weitere Regionen könnten folgen

Sondhi hat angedeutet, dass Treffen oder Mobilisierungen in anderen Regionen folgen könnten. Eine landesweite Erhebung oder breite Unterstützung lässt sich aus der ersten Kundgebung jedoch nicht ableiten.

Sondhi war früher Anführer der Volksallianz für Demokratie, der sogenannten Gelbhemden. Ihre Mobilisierung prägte die politische Konfrontation vor dem Militärputsch im September 2006. 2008 besetzten Demonstranten zunächst den Regierungssitz und später die Flughäfen Suvarnabhumi und Don Mueang, woraufhin Thailand schwere politische und wirtschaftliche Störungen erlitt.

Neue Vorwürfe zur Vergabe von Stellen

Als möglichen innenpolitischen Antrieb der Kampagne nennt das vorliegende Material auch die Affäre um Prüfungen für kommunale Stellen. Dabei sollen 5.925 Prüfungsergebnisse verändert worden sein. 5.145 Bewerber waren ursprünglich durchgefallen, 3.404 Ernennungen stehen vor der Aufhebung.

Außerdem gibt es Vorwürfe, dass Bewerber bis zu 700.000 Baht für Stellen gezahlt haben. Die Abgeordnete Pakamon Nunanan beschuldigte Politiker, Gouverneure und hochrangige Beamte, Verwandten und Vertrauten durch manipulierte Ergebnisse zu Stellen verholfen zu haben. Die Vorwürfe sind Teil der politischen Auseinandersetzung.

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Quelle: ThaiPBS News

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