HUA HIN, Thailand – Von einer Sammlung mit rund 1.000 Schallplatten und 400 CDs sind nach einem mutmaßlichen Diebstahl nur 34 Stück zurückgegeben worden. Der bettlägerige Schweizer Peter Kalt schätzt seinen Verlust auf mehr als 12,5 Millionen Baht und will nun rechtlich gegen das Pflegeunternehmen vorgehen, das ihm die frühere Betreuerin vermittelt hatte. Der Wochenblitz hat über diesen Fall schon berichtet.
Nur 34 Stück zurückgegeben
Kalt hatte gehofft, den Großteil seiner Sammlung zurückzubekommen, nachdem die Polizei einen Käufer in Korat ausfindig gemacht hatte. Eine für den 28. Juni geplante Übergabe kam nach seinen Angaben jedoch nicht zustande.
Der Käufer sei nicht erschienen und habe die Schallplatten inzwischen weiterverkauft, sagte Kalt. „Warum sollte ich das Opfer sein? Es ist nur fair, dass ich entschädigt werde“, erklärte er gegenüber Hua Hin Today.
Käufer bestreitet Kenntnis vom Diebstahl
Nach Angaben Kalts erklärte der Käufer, er habe die Sammlung in gutem Glauben von der früheren Betreuerin gekauft. Von einem Diebstahl habe er nichts gewusst.
Die Sammlung soll für 60.000 Baht verkauft worden sein. Kalt beziffert ihren Wert auf mehr als 12,5 Millionen Baht.
Polizei erhielt Katalog der fehlenden Stücke
Auf Bitte der Polizei erstellte Kalt einen Katalog der verschwundenen Platten und übergab ihn den Beamten. Damit sollten die Stücke identifiziert werden.
Die Polizei bat den Käufer anschließend, zur Rückgabe nach Hua Hin zu kommen. Kalt stellte infrage, ob genug getan worden sei, um die Rückgabe der Sammlung zu sichern.
Polizei nahm frühere Betreuerin fest
Der mutmaßliche Diebstahl soll am 2. Mai im Haus in Hin Lek Fai passiert sein, das Kalt mit seiner Frau Brigit bewohnt. Am 5. Mai wurde der Verlust der Polizei gemeldet, nachdem sie das Fehlen der Sammlung entdeckt hatte.
Im Juni sagte Kalt, die Polizei habe die frühere Betreuerin festgenommen, nachdem sein Anwalt den Fall weiterverfolgt habe. Die Beamten hätten Line-Nachrichten zum Verkauf der Platten und Postbelege für verschickte Pakete gefunden.
Kalt verlangt Auskunft vom Pflegeunternehmen
Kalt will vom in Hua Hin ansässigen Pflegeunternehmen eine Entschädigung fordern, weil es ihm die Frau für die Betreuung zu Hause vermittelt hatte. „Die Pflegerin war nicht meine Angestellte“, sagte er.
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Er fragt, welche Überprüfungen das Unternehmen vor ihrer Einstellung vorgenommen habe. Kalt behauptet, die Frau habe bereits eine Vorgeschichte mit Diebstählen gehabt und sei den Beamten schon bekannt gewesen.
Unternehmen nicht des Diebstahls beschuldigt
Nach Angaben des Berichts wird das Pflegeunternehmen nicht beschuldigt, an dem mutmaßlichen Diebstahl beteiligt gewesen zu sein. Kalts Vorwurf richtet sich gegen die Vermittlung der Betreuerin und die Prüfungen vor ihrem Einsatz in seinem Haus.
Kalt hat seinen Anwalt nach eigenen Angaben mit dem Beginn rechtlicher Schritte beauftragt. Ob bereits eine Klage eingereicht wurde, war zunächst nicht klar. Die frühere Betreuerin befindet sich nach Einschätzung Kalts weiterhin auf Kaution.
Sammlung über 30 Jahre aufgebaut
Kalt hatte die Sammlung über 30 Jahre hinweg aufgebaut, auch während seiner Arbeitszeit in Chicago und der Schweiz. Sie bestand vor allem aus Rockmusik der 1960er bis 1980er Jahre, darunter seltene Ausgaben und Originalhüllen.
Wegen Komplikationen nach einer Erkrankung kann Kalt seine Beine nicht benutzen und benötigt regelmäßig Betreuung. Er hatte zuvor beschrieben, wie belastend es für ihn gewesen sei, dass ausgerechnet eine mit seiner Pflege betraute Person unter Verdacht steht.
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