PHUKET – Knallhartes Durchgreifen auf der Ferieninsel: Eine Spezialeinheit der thailändischen Provinzverwaltung hat drei nicht lizenzierte Unterkünfte in den Touristenhochburgen Karon und Rawai gestürmt und die Betreiber festgenommen. Während die Beamten Buchungsunterlagen beschlagnahmten, fliegen in Bangkok gleichzeitig die politischen Fetzen. Ausgerechnet der Chef der Razzien sieht sich mit schweren Vorwürfen der Wahlmanipulation konfrontiert.
Drei illegale Hotels hochgenommen
Die Einsatztruppe des Department of Provincial Administration (DOPA) schlug gezielt zu. In Karon und Rawai durchsuchten die Beamten zeitgleich drei Betriebe, die über Online-Plattformen Zimmer an ahnungslose Urlauber vermietet haben sollen – und das ohne die vorgeschriebene Hotellizenz.
Laut DOPA-Chef Narucha Khosasilvilai verstießen die Betreiber gegen das Hotelgesetz von 2004. Die vermeintlichen Gastgeber boten Dienstleistungen im Hotelstil an, ohne die gesetzlichen Standards zu erfüllen. Namen der Festgenommenen blieben unter Verschluss, nur das Hotel „Beach Front“ war auf Fahndungsfotos zu erkennen.
Buchungsbelege als stille Zeugen
Vor den Razzien hatten verdeckte Ermittler Beweise gesammelt. Sie buchten die Unterkünfte und dokumentierten die Abläufe. Als genug Material zusammen war, schlugen die Beamten zu und nahmen die Betreiber fest.
Buchungsunterlagen, Serviceinformationen und andere Dokumente wanderten als Beweismittel in die Asservatenkammer. Sie sollen nun die Grundlage für die Gerichtsverfahren bilden. Warum die Wahl ausgerechnet auf Phuket fiel, erklärte Narucha nicht.
Schlachtruf „Hilfe für die Blauen“
Zeitgleich mit der Bekanntgabe der Razzien reichten der Phuketer Abgeordnete Chalermpong Saengdee und der Vizechef der People’s Party, Wiroj Lakkhanaadisorn, in Bangkok schwere Geschütze auf. Sie brachten bei der Nationalen Antikorruptionskommission (NACC) und der Wahlkommission Beschwerden gegen Narucha und weitere Beamte des Innenministeriums ein.
Der Vorwurf: unerlaubte Wahlbeeinflussung zugunsten der Bhumjaithai-Partei von Premierminister Anutin. Es geht um die Affäre „Hilfe für die Blauen“, bei der Staatsbeamte die Partei aktiv unterstützt haben sollen. Der Zeitpunkt der Razzien und der Beschwerden dürfte kaum Zufall sein – er schürt die politische Schlammschlacht weiter an.
Eine Chat-Nachricht als Zündfunke
Die Beschwerdeführer stützen sich auf Beweise, die der ehemalige Vize-Gouverneur von Phuket, Rungruang Thimabut, ausgegraben haben soll. Dreh- und Angelpunkt ist ein LINE-Chat etwa einen Monat vor der Februar-Wahl.
Laut Chalermpong enthielt der Austausch brisante Anweisungen. Eine Nachricht, die von Narucha stammen soll, lautete schlicht „Help Namngern“ – ein Code für die Bhumjaithai-Partei. Die Antwort war so kurz wie eindeutig: „100 %, Sir.“
Narucha weist alle Schuld von sich
Der DOPA-General wehrt sich gegen die Vorwürfe. Er bestreitet jegliches Fehlverhalten und stellt die Chats als Teil völlig legaler Regierungsinformationskampagnen dar. Von unerlaubter Wahlwerbung könne keine Rede sein.
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Die NACC und die Wahlkommission ermitteln nun in dem sich ausweitenden Skandal. Er hat bereits nationale Aufmerksamkeit auf Phuket gelenkt, nachdem hochrangige Provinzbeamte inmitten von Untersuchungen zu Fehlverhalten und Einmischung in die lokale Verwaltung versetzt wurden.
Bang Tao und Freedom Beach als Vorläufer
Die Versetzungen nahmen ihren Anfang mit Razzien auf illegal besetztem Land in Bang Tao und am Freiheitstrand. Auch dort hatten sich wilde Geschäfte breitgemacht, die Urlauber abzockten, während die Behörden zusahen – bis die Staatsmacht irgendwann doch durchgriff.
Die neuen Hotel-Razzien in Karon und Rawai sind laut Narucha nur ein weiterer Baustein der Kampagne „Die Gangster bezwingen“. Sie soll Korruption unterdrücken, die öffentliche Ordnung aufrechterhalten und Unternehmen aus dem Verkehr ziehen, die sich außerhalb des Gesetzes bewegen.
Harte Bandagen gegen schwarze Schafe
Narucha machte klar, dass die Inspektionen gegen illegale Hotels landesweit weitergehen – vor allem in den Hauptreisezielen. Die Behörden wollen den fairen Wettbewerb für rechtmäßige Hoteliers sichern und verhindern, dass Thailands Ruf als Reiseparadies Schaden nimmt.
Die Beschlagnahmung von Buchungsunterlagen und Dokumenten dient als Beweismittel für die laufenden Gerichtsverfahren. Die Nationale Antikorruptionskommission und die Wahlkommission haben Ermittlungen aufgenommen, um die Vorwürfe der Wahlbeeinflussung zu klären.



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