Online-Betrug aufgeflogen: Drahtzieher gefasst

Online-Betrug aufgeflogen: Drahtzieher gefasst
KhaoSod

BANGKOK, THAILAND – Thailands Cyber-Polizei hat ein internationales Callcenter-Betrugsnetzwerk zerschlagen, das über fingierte Online-Marktplätze Käufer um ihr Geld gebracht haben soll. Am Montag wurden 10 Verdächtige, darunter der mutmaßliche Drahtzieher, festgenommen.

Zugriff an acht Orten

Die Cyber Crime Investigation Bureau (CCIB) gab die Festnahmen am 26. Januar 2026 um 14.10 Uhr an ihrem Hauptsitz bekannt. Demnach führten Ermittler zeitgleiche Razzien an acht Standorten in Bangkok, Rayong, Phayao und Chiang Rai durch.

Unter den Festgenommenen befinden sich nach Angaben der Polizei thailändische und myanmarische Staatsangehörige, die gemeinsam eine Betrugsserie betrieben haben sollen. Sie sollen über Facebook-Seiten Waren zu deutlich unter dem Marktpreis angeboten haben.

Fake-Shops mit scheinbaren Schnäppchen

Laut CCIB wurden Opfer aufgefordert, den vollen Betrag per Überweisung zu zahlen – die bestellten Produkte seien jedoch nie geliefert worden. Die Beamten verknüpften im Laufe der Ermittlungen mehrere dieser Facebook-Seiten miteinander und ordneten sie derselben Gruppe zu.

Die Täter nutzten demnach ein umfassendes Täuschungssystem:
Bezahlte Online-Werbung zur Reichweitensteigerung
Gefälschte Kundenrezensionen
Zuvor aktiv genutzte Social-Media-Seiten, um Seriosität vorzutäuschen

62-Jähriger soll Netzwerk gesteuert haben

Als mutmaßlicher Kopf des Netzwerks gilt ein 62-jähriger Thai, der laut Polizei die Abläufe koordinierte. Er soll Bankkonten verwaltet, Kontoinhaber angeworben und die Weiterleitung der Gelder angeordnet haben.

Die Gruppe habe mehrere Zwischenkonten genutzt, um Geldflüsse zu verschleiern, bevor Bargeld abgehoben und über die Grenze transferiert worden sei. Einige Festgenommene hätten eingeräumt, Konten zur Verfügung gestellt und bei Barabhebungen geholfen zu haben. Zahlungen seien entsprechend der jeweiligen Rolle im Netzwerk verteilt worden, erklärten Ermittler.

Hunderte Millionen Baht umgesetzt

Die Ermittlungen begannen, nachdem Betroffene über das Online Crime Reporting System for Technology Crimes Anzeige erstattet hatten. Einzelne Schäden seien zwar oft gering gewesen, doch die Menge der Transaktionen habe auf eine organisierte Struktur hingedeutet.

Bis 2025 habe die Gruppe nach Angaben der Ermittler über 300 Millionen Baht in bar abgehoben. Finanzunterlagen verknüpften die Verdächtigen mit mehr als 40 Betrugsfällen und einem Gesamtschaden von über 5 Millionen Baht.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Weitere Betrugsfelder im Visier

Die Polizei vermutet, dass das Netzwerk auch in anderen Betrugsmodellen aktiv war. Genannt werden Hotelbuchungs-Betrug sowie fingierte Teilzeitjob-Angebote. Diese Formen von Online-Kriminalität treffen zunehmend auch den Tourismus- und Dienstleistungssektor des Landes.

Harte Vorwürfe, breite Kooperation

Der Criminal Court erließ Haftbefehle wegen öffentlichen Betrugs, Computerkriminalität, Geldwäsche sowie Mitgliedschaft in einer organisierten kriminellen Gruppe. Bei den Razzien wurden Mobiltelefone, Bankunterlagen, SIM-Karten und Transaktionsaufzeichnungen sichergestellt.

Die CCIB betonte, die Ermittlungen seien in enger Abstimmung mit Finanzinstitutionen und dem Anti-Fraud Centre geführt worden. Details des Falls waren zunächst von Khaosod berichtet worden.

🗣 Wenn der Klick zur Falle wird

Ein günstiger Preis, ein vertrautes Logo, ein paar gute Bewertungen – und schon fließt Geld in die falschen Hände.
Wie viele Warnzeichen übersehen wir im Alltag, weil alles „normal“ aussieht? Braucht es härtere Gesetze, mehr Kontrollen – oder endlich digitale Bildung als Selbstschutz?
Wo liegt für dich der größte Hebel gegen diese Art von Verbrechen?

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: The Thaiger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert