Riesenrazzia gegen Zigarettenschmuggler

⚠️ Riesiger Fund bei Razzia: Tonnenweise illegale Zigaretten, zahlreiche Festnahmen und ein Netzwerk, das offenbar ganz Thailand beliefern wollte. Wie tief reicht das System wirklich?

Riesenrazzia gegen Zigarettenschmuggler
The Nation

HAT YAI, THAILAND – Bei einer groß angelegten Razzia in Hat Yai haben Behörden rund 20 Millionen illegale Zigaretten beschlagnahmt und 14 Verdächtige festgenommen, was nach offiziellen Angaben eines der größten Netzwerke im Süden getroffen hat. Premierminister und Innenminister Anutin Charnvirakul kündigte an, den Kampf gegen Schmuggel und andere illegale Waren konsequent weiterzuführen und das gesamte Netzwerk vollständig zu zerschlagen.

Grosseinsatz in Hat Yai

Die Lage der beschlagnahmten Zigaretten und die Festnahmen wurden bei einer Pressekonferenz im Bezirksamt Hat Yai vorgestellt, an der hochrangige Vertreter des Innenministeriums, der Provinzverwaltung Songkhla sowie Polizei, Militär und territoriale Verteidigungshelfer teilnahmen.

Nach Angaben von Anutin richtete sich der Einsatz gegen den illegalen Verkauf von Zigaretten im Zentrum von Hat Yai und war Teil einer umfassenden Regierungslinie, rechtswidrige Geschäfte und Schmuggelware im ganzen Land konsequent zu unterbinden.

Umfang der Schmuggelware

Die Einsatzkräfte stellten nach offiziellen Zahlen mehr als 2.000 Kartons, insgesamt rund 20.000.000 Zigaretten, sicher und nahmen 14 mutmaßlich Beteiligte fest, zudem wurden 11 Fahrzeuge beschlagnahmt, die für die Taten genutzt worden sein sollen.

Erste Schätzungen der Behörden gehen davon aus, dass dem Staat durch die illegalen Zigaretten bereits mehr als 67 Millionen Baht an Einnahmen entgangen sind, während sich drohende Steuerstrafen auf über 1 Milliarde Baht summieren könnten.

Gesundheitsrisiken und weitere Ermittlungen

Nach Darstellung von Anutin waren die Zigaretten bereits verpackt und für die Auslieferung vorbereitet, und im Fall einer unentdeckten Verteilung hätten die Produkte landesweit in den Umlauf gelangen und erhebliche Risiken für die öffentliche Gesundheit verursachen können.

Die Verdächtigen sowie die sichergestellte Ware wurden den Angaben zufolge an die Polizeistationen Hat Yai, Thung Lung und Khlong Hoi Khong übergeben, während die Ermittler die Untersuchungen nun ausweiten, um alle direkten und indirekten Beteiligten zu identifizieren und die Struktur des Netzwerks aufzubrechen.

Politische Signale und Warnung an Täter

Anutin betonte, die Regierung werde die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und die Arbeit der Einsatzkräfte bis zum Ende der Amtszeit vollständig unterstützen und keine Nachsicht gegenüber Personen zeigen, die Gesetze missachten.

Er warnte potenzielle Täter, illegale Aktivitäten unverzüglich einzustellen, da die juristischen Folgen den kurzfristigen Gewinn nicht rechtfertigten, und rief die Beamten dazu auf, sich nicht vor möglichem Einfluss im Hintergrund zu fürchten und jede Festnahme als Beitrag zur Schwächung krimineller Strukturen und zur Stärkung des Vertrauens der Bevölkerung zu verstehen.

Verbreitung im Süden und neue Schmuggelmethoden

Der Einsatz in Songkhla folgte auf Beschwerden aus der Bevölkerung, nach denen illegale Zigaretten weit verbreitet und für Jugendliche leicht zugänglich seien, wobei Behördenerhebungen zufolge rund 90,1 Prozent der in Songkhla gehandelten Zigaretten aus dem illegalen Markt stammen und jährlich Steuerausfälle in dreistelliger Millionenhöhe verursachen.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Nach Erkenntnissen der Ermittler wurden die Zigaretten überwiegend aus Nachbarländern eingeschmuggelt und sowohl im Einzel- als auch im Großhandel in Songkhla und angrenzenden Provinzen verkauft, wobei das Netzwerk unter anderem Scheinbetriebe in Form von Wasserspender-Geschäften, versteckte Lagerhallen, versiegelte Kastenwagen als mobile Depots sowie Onlinekanäle und private Lieferdienste nutzte, um die Ware meist nachts zu bewegen und tagsüber offen zu verkaufen.

🚨 Illegaler Tabak boomt – verliert der Staat die Kontrolle?

Millionen Schmuggel-Zigaretten, enorme Steuerverluste und ein Netzwerk mit ausgeklügelten Methoden: Der Fund zeigt das Ausmaß des Problems. Behörden sprechen von einem wichtigen Schlag gegen organisierte Kriminalität.
Sollten Strafen für Schmuggel deutlich verschärft werden – oder braucht es vor allem bessere Kontrollen an den Grenzen?
Schreib deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: The Nation

2 Kommentare zu „Riesenrazzia gegen Zigarettenschmuggler

  1. Vor einigen Jahren habe ich mir einmal so eine angeblich geschmuggelte Stange Marlboro andrehen lassen. Eine probiert und seitdem liegt die Stange noch immer hier in einer Schublade. Das waren keine geschmuggelten Zigaretten, sondern irgendwelche Fakes und ganz bestimmt keine Marlboro. Praktisch ungenießbar. Ob die genauso gesundheitsgefährdend sind wie gepantschter Alkohol weiß ich nicht und habe auch nicht die Absicht das herauszufinden.

    1. In Songkhla sind die meisten geschmuggelten Zigaretten aus Malaysia amerikanischer Herkunft. Im Grossraum Bangkok sind original Marlboros mit amerikanischem Tabak (ohne Thai Tax Marke) schon seit über 50 Jahren auf dem Graumarkt erhältlich. Darum haben die jeweiligen Regierungen auch nur bedingten Spielraum bei Preiserhöhungen, die Antitabak-Lobbysten ins Leere laufen lassen. Und, der ganze Tabakschmuggel in diesem Ausmass funktioniert nur mit der gütigen und nicht ganz selbstlosen Mitilfe der Uniformierten…

Kommentare sind geschlossen.

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.