PHUKET – Am 1. Februar starben bei einem Verkehrsunfall an der Hua Khuan Kreuzung in Kamala zwei Frauen. Ein Pickup-Truck erfasste ihr wartendes Motorrad. Der Fahrer ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, aber gegen Kaution freigelassen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
Angeklagt – und trotzdem in Freiheit
Der Unfall ereignete sich am 1. Februar an der Hua Khuan Kreuzung in Kamala. Ein Nissan Navara Pickup traf ein dort wartendes Motorrad. Die beiden Frauen auf der Maschine: Janyaporn Kaopattanakit (45) und Chantra Siriyamon (33) aus der Region Phuket.
Eine der Frauen starb noch an der Unfallstelle, die andere wenig später im Krankenhaus. Der Fahrer des Pickups, Phasakorn Athikerd (44) aus Nakhon Sri Thammarat, wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt und anschließend gegen Kaution freigelassen.
Polizei schweigt zur Kautionssumme
Kamalas Polizeichef Pol. Oberst Anurak Prinyasathirakul bestätigte die vorübergehende Freilassung gegen Polizeikaution. Die Höhe der Kautionssumme wurde nicht mitgeteilt.
Die Behörden begründeten die laufende Freilassung damit, dass Ermittler noch Unterlagen zusammenstellen und auf medizinische Untersuchungsergebnisse warten. „Die Ermittler sammeln noch Unterlagen und warten auf medizinische Untersuchungsergebnisse“, so der Polizeichef. Bis zur Vollständigkeit der Akte bleibt der Beschuldigte auf freiem Fuß.
Fahrer war nüchtern – aber übermüdet
Alkohol- und Drogentests vor Ort verliefen negativ. Phasakorn gab gegenüber der Polizei an, am Steuer eingeschlafen zu sein – er führte Arbeitsüberlastung als Grund an. Sekundenschlaf ist nach thailandischem Recht kein Entschuldigungsgrund.
Die Staatsanwaltschaft prüft auf Grundlage der noch ausstehenden Untersuchungsergebnisse, ob der Vorwurf der fahrlässigen Tötung in der vorliegenden Form aufrechterhalten oder angepasst wird. Das Verfahren läuft.
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Familien fordern Entschädigung
Die Angehörigen der Verstorbenen traten in Verhandlungen mit dem Beschuldigten. Gegenstand sind Schmerzensgeld und zivilrechtliche Entschädigung. Die ursprünglich geforderte Summe ist nicht öffentlich bekannt, die Gespräche dauern an.
Die Pflichtversicherung zahlt 500.000 Baht (rund 12.500 Euro), dazu kommt eine weitere Million Baht (rund 25.000 Euro) aus der Fahrzeugversicherung. Ob darüber hinaus eine Einigung erzielt wird, ist Gegenstand der laufenden Verhandlungen.
Reaktionen aus der Gemeinde Kamala
Der Unfall löste in der Gemeinde Kamala Betroffenheit aus. In sozialen Netzwerken häuften sich Kondolenzbekundungen sowie Forderungen nach einer zügigeren Strafverfolgung in ähnlichen Fällen.
Eine Bekannte der Opfer schrieb online: „Zwei wundervolle Frauen, einfach ausgelöscht – und der Fahrer schlendert frei herum. Wo bleibt die Gerechtigkeit?“ Viele Nutzer schlossen sich dieser Kritik an und forderten härtere gesetzliche Konsequenzen bei Verkehrstoten.
Unfallstatistik 2026: 24 Tote in 55 Tagen
Der Fall in Kamala steht nicht allein. Die nationale Verkehrssicherheitsbehörde Thai RSC verzeichnete seit Jahresbeginn 24 Verkehrstote auf Phuket sowie 5.207 Verletzte. Allein am 23. Februar wurden 81 weitere Verletzte registriert.
Die Zahlen zeigen, dass Phukets Straßen weiterhin zu den unfallreichsten Regionen Thailands gehören. Verkehrssicherheitsexperten fordern seit Jahren konsequentere Kontrollen und härtere Sanktionen für Verstöße.
Sekundenschlaf am Steuer: Strafrahmen in der Debatte
Der Fall wirft die Frage auf, ob der geltende Strafrahmen bei fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr dem gesellschaftlichen Schutzbedarf entspricht. Beschuldigte, die Erschöpfung als Unfallursache angeben, stehen vor dem Vorwurf grober Fahrlässigkeit – eine rechtliche Einordnung, über die Juristen unterschiedlicher Meinung sind.
Ob die zuständigen Behörden mögliche Reformen des Verkehrsstrafrechts in Betracht ziehen, ist derzeit nicht bekannt. Das Ermittlungsverfahren gegen Phasakorn Athikerd läuft weiter.



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