BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Regierung zieht die Notbremse gegen einen möglichen Treibstoffmangel und stoppt vorerst den Export wichtiger Kraftstoffe. Premierminister Anutin Charnvirakul begründet den Schritt mit wachsenden Risiken für Lieferwege im Nahen Osten und einer unklaren Dauer der Krise.
Alarm der Royal Gazette
Die Royal Gazette veröffentlichte am 7. März eine Anordnung des Premierministers mit Sofortmaßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung eines drohenden Kraftstoffengpasses.
Als Auslöser nennt das Dokument die eskalierenden Spannungen im Konfliktfeld USA, Israel und Iran, die sich zu schwerer Vergeltung mit Luftangriffen auf strategische Ziele im Nahen Osten zugespitzt hätten.
Warum die Straße von Hormus plötzlich zählt
Die Anordnung verweist auf verschärfte Beschränkungen von Schifffahrtsrouten im Persischen Golf und in der Straße von Hormus, zwei zentralen Korridoren des globalen Öl- und Treibstofftransports.
Für Thailand bedeutet das laut Regierung: Die Versorgung mit Kraftstoffen kann unter Druck geraten, und es sei derzeit nicht seriös vorherzusagen, wann die Lage endet.
Exportstopp für Benzin, Diesel und Kerosin
Kern der Maßnahme ist ein vorübergehendes Verbot für betroffene Händler, bestimmte Kraftstoffe aus dem Königreich auszuführen.
Gesperrt sind raffinierte Erdölprodukte wie Benzin, Gasohol beziehungsweise Basisbenzin, High-Speed-Diesel, Jet A-1 sowie Flüssiggas (LPG) – und zwar „bis auf Weiteres“.
Ausnahmen – Laos und Myanmar bleiben außen vor
Vom Exportstopp ausgenommen sind Lieferungen in die Lao People’s Democratic Republic und in die Republic of the Union of Myanmar, wie es in der Anordnung heißt.
Ebenso nicht erfasst sind Kraftstoffe, die lediglich importiert und dann wieder exportiert werden und in Zoll-Lagern oder Freizonen liegen, sowie Produkte, die wegen nicht erfüllter Qualitätsvorgaben ohnehin nicht im Inland verkauft werden dürften.
Neue Reservepflichten ab Ende März
Zusätzlich verpflichtet die Regierung Ölunternehmen, die unter Section 7 des Fuel Trade Act, 2000 fallen, zu höheren Vorräten bei im Inland erzeugten raffinierten Kraftstoffen.
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Vorgeschrieben sind 1,5% Reserve ab 31. März 2026 und 3% ab 30. April 2026, wobei Berechnung, Lagerorte und Delegationen der Lagerung den Regeln des Kraftstoffhandelsrechts folgen müssen.
Spielraum für Härtefälle – aber nur mit Genehmigung
Das Papier sieht eine Entlastung vor, wenn ein betroffener Händler schriftlich nachweist, dass die Reservepflicht aus konkreten Umständen nicht erfüllbar ist oder übermäßigen Schaden verursachen würde.
Dann kann der Generaldirektor des Department of Energy Business mit Zustimmung des Energieministers zeitweise Ausnahmen oder Reduzierungen genehmigen und diese an Auflagen knüpfen.
Deine Meinung
Ist der Exportstopp ein notwendiger Schutz für Versorgung und Preise, oder schiebt Bangkok Risiken nur in die Zukunft, wenn die Krise länger dauert?
Welche Folgen spüren Auslandsdeutsche in Thailand zuerst – an der Zapfsäule, bei Flugpreisen oder in der Logistik – und was wäre aus deiner Sicht die bessere Strategie?



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