Thailand will visumfreie Einreise für 124 Länder abschaffen

Tourismusminister Surasak legt nach: Thailand soll für alle 124 Länder die Visabefreiung kippen — ein Kabinettsbeschluss könnte alles ändern.

Thailand: Visa ohne Ausreise
KI-generierte Illustration, erstellt von Google Gemini.

Thailand verschärft seine Einreisepolitik erneut — und diesmal geht es weiter als alle bisherigen Ankündigungen. Tourismusminister Surasak Phancharoenworakul hat am Mittwoch erklärt, dass die 60-tägige visumfreie Einreise für alle 124 betroffenen Länder vollständig abgeschafft werden soll. Betroffen wären neben den 93 Ländern mit Visabefreiung auch 31 Staaten mit bisherigem Visa-on-Arrival-Status — darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Der Vorschlag geht ans Kabinett. Ein Datum für das Inkrafttreten nannte der Minister nicht. Was sich bereits jetzt klar abzeichnet: Thailand dreht die Einreiseschraube grundlegend um — und wer plant, die nächste Reise wie gewohnt zu machen, sollte die Entwicklung genau verfolgen.

Minister kündigt Ende aller 60-Tage-Visa an

Surasak sprach auf der Global Sustainable Tourism Conference 2026 (GSTC 2026) in Phuket. Dort machte er unmissverständlich klar, wohin die Reise geht: „Der erste Schritt ist die Abschaffung aller 60-Tage-Visa für alle Länder. Wir diskriminieren nicht — wir schaffen alle ab.“ Alle Länder sollen unter dem neuen Rahmen gleich behandelt werden, unabhängig von bisherigen Sonderregelungen.

Das Außenministerium führt die Prüfung, Sicherheitsbehörden sind eingebunden. Wer künftig einreisen will, soll sein Visum vorab im Heimatland beantragen — und dabei strengere Kontrollen durchlaufen. „Strengeres Screening und sorgfältigere Prüfung werden der neue Standard sein“, so Surasak. Das Kabinett muss dem Vorschlag noch zustimmen.

Missbrauch als Auslöser: Wohnen und Arbeiten unter Touri-Status

Hintergrund der geplanten Änderung ist der dokumentierte Missbrauch der 60-Tage-Regelung. Ausländer nutzten den Status als Langzeitwohnsitz oder zur Ausübung von Geschäftstätigkeiten — beides illegal. Laut Surasak haben Behörden über mehrere Sektoren hinweg Daten gesammelt und den Handlungsbedarf festgestellt. Lokale Behörden in Phuket untersuchen bereits konkrete Fälle, darunter Online-Posts, in denen mit steuerfreiem Wohnen in Thailand geworben wird.

Eine weitere Zahl unterstützt die Argumentation des Ministers: 90 Prozent der Touristen bleiben ohnehin zwischen einem und 30 Tagen in Thailand. Die 60-Tage-Frist war faktisch vor allem für jene relevant, die das Land als dauerhaften Aufenthaltsort nutzten — ohne dafür ein entsprechendes Visum zu beantragen.

Touristenzahlen unter Druck: Der Kontext der Verschärfung

Die Ankündigung fällt in eine Phase sinkender Ankünfte. Im ersten Quartal 2026 kamen 9,31 Millionen Touristen nach Thailand — 2,51 Prozent weniger als im selben Zeitraum 2025. Die Tourism Authority of Thailand (TAT) hat ihre Jahresprognose bereits nach unten korrigiert: Statt 36,7 Millionen rechnet sie nun mit 30 bis 34 Millionen Besuchern. Als Hauptursache nennt die TAT geopolitische Unsicherheiten und gestiegene Langstrecken-Flugpreise infolge des US-Iran-Konflikts.

Trotz sinkender Zahlen bleibt die Stoßrichtung der Regierung klar: Qualität vor Quantität. Weniger Touristen, dafür Gäste mit höherer Kaufkraft — das ist die erklärte Strategie. Die Visareform soll dabei als Eingangskontrolle dienen, nicht als Abschreckung für zahlungskräftige Reisende.

Was das für Langzeitbewohner und Wintergäste bedeutet

Wer bislang zweimal im Jahr visumfrei einreiste und sich die Aufenthaltsdauer mit dem Immigration Office verlängerte, steht vor einer Zäsur. Sollte die 60-Tage-Befreiung wegfallen, müsste jeder Aufenthalt mit einem vorab beantragten Visum abgedeckt werden — ob Touristenvisum, Retirement-Visum oder das 2024 eingeführte Destination Thailand Visa (DTV). Letzteres kostet 10.000 Baht, erfordert einen Kontonachweis von 500.000 Baht und muss außerhalb Thailands beantragt werden.

Wichtig: Noch ist nichts beschlossen. Der Kabinettsbeschluss steht aus, ein Umsetzungsdatum gibt es nicht. Wer jedoch im Herbst 2026 oder über den Winter 2026/2027 in Thailand bleiben möchte, sollte sich jetzt mit Alternativen befassen — und die Entwicklungen weiterverfolgen. Einen aktuellen Überblick zur laufenden Visa-Debatte hat Wochenblitz bereits zusammengestellt. Wer Visa-Fragen persönlich klären möchte, kann sich an eine spezialisierte Visaberatung wenden.

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Redaktionelle Hinweise

Dieser Artikel basiert auf Aussagen von Minister Surasak auf der GSTC 2026 in Phuket vom 23. April 2026, bestätigt durch Bangkok Post und Nation Thailand. Ein Kabinettsbeschluss liegt noch nicht vor — die Regelung ist nicht in Kraft. Verbindliche Auskünfte erteilt das thailändische Außenministerium (mfa.go.th) und die Royal Thai Embassy in Ihrer Nähe.

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