BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Regierung warnt eindringlich vor sogenannten Mule-SIMs und Strohmann-Konten, die bei Online-Betrug und Callcenter-Scams als Werkzeug dienen. Wer seine SIM auf fremden Namen registrieren lässt oder seine Daten dafür hergibt, riskiert laut Gesetz bis zu drei Jahre Haft und hohe Geldstrafen.
Callcenter-Scams als Treiber des Problems
Eine Regierungsvertreterin namens Airin verwies darauf, dass die Schäden durch Callcenter-Betrug besonders sichtbar seien, weil inzwischen auch Thais daran beteiligt seien, andere thailändische Bürger zu täuschen.
Zum System gehört, dass Helfer gegen kleine Bezahlungen Mule-Accounts eröffnen oder ihre Identität zur Verfügung stellen, damit Betrüger ihre Spuren verschleiern.
Das Lockmittel – Geld fürs SIM-Registrieren
Airin appellierte an die Bevölkerung, besonders an junge Menschen, sich nicht von kleinen Zahlungen verführen zu lassen, um SIM-Karten zu registrieren oder persönliche Daten an Kriminelle weiterzugeben.
Solche Daten würden genutzt, um Telefonnummern zu beschaffen, die später als technische Grundlage für Online-Delikte eingesetzt werden.
Gesetzeslage – Notdekret zu Technologiedelikten
Nach Angaben von Airin kann bereits das entgeltliche Registrieren einer SIM oder das Dulden, dass eine unter eigenem Namen registrierte SIM von jemand anderem genutzt wird, rechtlich heikel werden.
Maßgeblich sei das Emergency Decree on Measures for the Prevention and Suppression of Technological Crime, 2023, geändert durch No. 2, 2025, sofern nachgewiesen werde, dass die Nummer bei einer Straftat verwendet wurde.
Strafen – bis zu drei Jahre Haft für Mule-SIM-Besitzer
Die gesetzlichen Sanktionen seien klar geregelt, sagte Airin, und könnten den Inhaber einer Mule-SIM direkt treffen.
Genannt wurden bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, eine Geldstrafe bis THB300.000 oder beides, wenn die Nummer mit einer Straftat in Verbindung steht.
Härtere Strafen für Organisatoren und Vermittler
Deutlich höhere Strafen drohten laut Airin jenen, die den Handel oder die Weitergabe von SIM-Karten und Konten organisieren oder fördern.
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Wer das Kaufen, Verkaufen, Vermieten oder Verleihen von SIM-Karten, Einzahlungskonten, elektronischen Karten oder E-Geld-Konten beschaffe, bewerbe oder anstifte, müsse mit zwei bis fünf Jahren Haft sowie THB200.000 bis 500.000 Geldstrafe oder beidem rechnen.
Razzien, Datensperren und Meldewege rund um die Uhr
Die Regierung kündigte an, gemeinsam mit zuständigen Behörden weiter gegen Mule-SIMs vorzugehen und forderte, unter keinen Umständen Ausweisdaten oder Gesichtsscans zur SIM-Registrierung für Dritte freizugeben.
Wer feststellt, dass der eigene Name ohne Erlaubnis zur SIM-Registrierung genutzt wurde, oder Hinweise auf Online-Betrüger hat, kann dies über Thai Police Online melden oder die AOC-Hotline 1441 des Anti-Online Scam Operation Centre (AOC) rund um die Uhr anrufen.
Deine Meinung
Reicht die Strafandrohung aus, um das Geschäft mit Mule-SIMs und Strohmann-Konten zu stoppen, oder braucht es zusätzlich strengere Kontrollen bei der Registrierung?
Welche Erfahrungen gibt es in der Community mit missbräuchlich registrierten SIMs, Fake-Anrufen oder dem Meldeweg über 1441 – gerne in die Kommentare schreiben.



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