SINGAPUR – Asiens Airlines erhöhen wegen explodierender Kerosinpreise die Tarife und entwerfen Notfallpläne bis hin zum Grounding ganzer Flotten. Billigfluggesellschaften mit dünnen Margen geraten besonders unter Druck, falls die Lage länger als drei Monate anhält.
Ticketpreise steigen – teils zweistellig
In Indien verteuerten mehrere Airlines Langstrecken-Tickets laut mit der Sache vertrauten Personen bereits um 15 Prozent und prüfen weitere Aufschläge.
In Vietnam warnte staatliche Berichterstattung, die Flugpreise könnten wegen der Abhängigkeit von importiertem Jetfuel um bis zu 70 Prozent anziehen.
Hongkong Airlines legt beim Sprit-Zuschlag nach
Hong Kong Airlines kündigte am Dienstag an, die Fuel Surcharges ab 12. März auf zahlreichen Strecken zu erhöhen.
Geplant sind demnach HK$5 zusätzlich auf Flügen nach Festlandchina sowie HK$150 mehr auf Langstrecken, etwa nach Nordamerika.
Schwache Absicherung macht Asien verwundbar
Viele Fluggesellschaften in Asien sind gegen Ölpreissprünge weniger stark abgesichert als Wettbewerber in Europa oder den USA und spüren Preisschocks deshalb schneller in der Kasse.
Gerade Low-Cost-Carrier in Südostasien spielen laut Insidern Szenarien durch, in denen Flugzeuge am Boden bleiben, falls Kerosin unbezahlbar wird oder Lieferketten reißen.
Grounding als letztes Mittel – SpiceJet warnt
Ajay Singh, Chairman der Billigairline SpiceJet Ltd, stellte bei Bloomberg TV die Frage, ob Fliegen noch sinnvoll sei, wenn jeder Umlauf Geld verbrennt.
Er sagte, Airlines in Indien hätten „keine Wahl“, eine Treibstoffabgabe einzuführen, weil die Kosten nicht komplett geschluckt werden könnten.
Öl schwankt – und mit ihm die Kalkulation
Öl schoss am Montag in Richtung US$120 pro Barrel, fiel dann aber wieder, nachdem US-Präsident Donald Trump signalisierte, der Krieg könne bald enden.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Trump stellte zudem in Aussicht, ölbezogene Sanktionen zu lockern und Tanker durch die Straße von Hormus von der US Navy eskortieren zu lassen – eine Route, über die typischerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls läuft.
Alarmstufe Rot bei Analysten und Banken
Die aktuellen Jetfuel-Preise lösten „überall Panikknöpfe“ aus, sagte June Goh, Senior-Ölmarktanalystin bei Sparta Commodities SA.
Ein Insider warnte, Billigairlines mit niedrigen Gewinnmargen könnten binnen mehr als drei Monaten in diesem Umfeld kippen, während Michael Linenberg von Deutsche Bank AG in einer Notiz sogar ein globales Grounding von tausenden Maschinen für möglich hielt.
Air New Zealand setzt Prognose aus – Börsen bleiben nervös
Air New Zealand Ltd zog am Dienstag die Reißleine und setzte seine Ergebnisprognose aus, weil die extremen Kerosinschwankungen Annahmen von vor weniger als zwei Wochen entwertet hätten.
An den Märkten blieb die Lage wechselhaft: Der BI Asia Pacific Airlines Index erholte sich nach acht Verlusttagen, AirAsia X Bhd sprang am Dienstag zeitweise um mehr als 14 Prozent, nachdem die Aktie zuvor stark eingebrochen war.
Lufthansa sieht Vorteil – Konkurrenz muss teurer werden
Carsten Spohr, CEO der Deutsche Lufthansa AG, sagte vergangene Woche, der Konzern habe durch seine Absicherung gegen Preisschwankungen einen „relativen Vorteil“, wenn Rivalen Tickets verteuern müssen.
Zugleich verlagere die Gruppe Kapazität stärker auf Asien- und Afrika-Routen, weil große Airlines und Drehkreuze im Nahen Osten weiterhin nicht normal operieren könnten.
Deine Meinung
Werden steigende Kerosinzuschläge und mögliche Groundings in Asien den Flugverkehr nach Südostasien spürbar ausdünnen oder nur kurzfristig verteuern?
Welche Erfahrungen gibt es aktuell mit Zuschlägen, Umbuchungen oder Preissprüngen bei Flügen in der Region – gern in den Kommentaren teilen.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: