PHUKET, THAILAND – Phuket wird Ende Oktober zum Knotenpunkt der internationalen LGBTQ+-Community, wenn InterPride dort die nächste Runde im Rennen um die Ausrichtung von WorldPride vorbereitet. Die endgültige Abstimmung ist erst für Januar 2028 angekündigt, doch schon jetzt steht für Thailand viel auf dem Spiel: Image, Rechtepolitik und ein wirtschaftlicher Schub durch ein Mega-Event.
InterPride-Konferenz bringt die Entscheider nach Phuket
Die nächste Etappe des Host-City-Bieterverfahrens läuft während der InterPride World Conference and Annual Meeting 2026 in Phuket vom 29. Oktober bis 1. November.
Erwartet wird eine starke Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern aus LGBTQ+ Netzwerken weltweit, was dem Treffen erhebliches politisches und organisatorisches Gewicht verleiht.
Entscheidung fällt erst 2028
Das Ergebnis der Abstimmung soll laut Zeitplan im Januar 2028 bekanntgegeben werden.
Damit bleibt den Bewerbern ein langer Zeitraum, um ihre Konzepte zu schärfen und Zweifel an Punkten wie Infrastruktur, Sicherheit und Menschenrechtsstandards auszuräumen.
Narumit Pride setzt auf den Vergleich mit London und Barcelona
Ann „Waaddao“ Chumaporn, Präsidentin und Gründerin von Narumit Pride und Organisatorin des Bangkok Pride Festival, betonte den Reiz starker Konkurrenz.
Sie sagte wörtlich: „Seeing competitors such as London and Barcelona is exciting because it gives Thailand the chance to prove its potential against globally renowned cities.“
Hoffnung auf Signalwirkung und wirtschaftlichen Effekt
Ann Chumaporn bezeichnete die Bewerbung als Chance, globale Kooperation zu LGBTQ+ Rechten auszubauen und zugleich die wirtschaftlichen Vorteile einer Veranstaltung dieser Größenordnung zu nutzen.
In ihrer Darstellung ginge es um mehr als ein Festival, sondern um die Möglichkeit, als erstes Land eine Tür für Asien zu öffnen und internationale Aufmerksamkeit dauerhaft zu binden.
FOR-SOGI verweist auf Rechtslage und landesweite Pride-Netzwerke
Janjira Boonprasert von der Foundation for Sexual Orientation and Gender Identity Rights and Justice (FOR-SOGI) hob den rechtlichen Unterbau und die Stärke zivilgesellschaftlicher Strukturen hervor.
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Sie verwies darauf, dass das Ehegleichheitsgesetz in Kraft sei und sich in allen Regionen des Landes belastbare Netzwerke rund um Pride-Veranstaltungen entwickelt hätten.
Trans-Organisationen sehen Nachholbedarf bei Anerkennungsgesetzen
Rati Taesombat von der Thai Transgender Alliance (ThaiTGA) nannte als zentrale Aufgabe, die Bereitschaft des Landes für trans, nicht-binäre und intergeschlechtliche Gäste aus aller Welt glaubwürdig zu vermitteln.
Gleichzeitig werde der Druck erhöht, ein Gender Recognition Bill voranzubringen, damit Thailand rechtlich und im Alltag ein Ort werde, der Identitäten tatsächlich schützt und anerkennt.
Die erste Runde ist geschafft – doch die Bewährungsprobe beginnt
Dass Thailand die erste Runde überstanden hat, gilt als Zwischenerfolg, ersetzt aber nicht den Nachweis von Verlässlichkeit „in jeder Dimension“ – von Menschenrechten über Infrastruktur bis zur Sicherheitslage.
Sollte Thailand den Zuschlag erhalten, wäre WorldPride erstmals in Asien zu Gast, was sowohl die Wirtschaft ankurbeln als auch die globale Sichtbarkeit von Vielfalt langfristig stärken könnte.



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