BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Regierung versucht, Sorgen vor Treibstoff-Engpässen zu dämpfen und verweist auf Rohöl-Reserven für mindestens 96 Tage. Gleichzeitig räumen Ölkonzerne ein, dass es lokal kurzzeitig zu Schlangen kam, ausgelöst durch einen Nachfragesprung.
Krisenrunde im Regierungszentrum
Vizepremier und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas trat nach einer Sitzung des Joint Management and Monitoring Center for the Middle East Situation vor die Presse, flankiert von führenden Energiebeamten und Spitzenmanagern der Branche.
Im Mittelpunkt standen die wirtschaftlichen Folgen der angespannten Lage im Nahen Osten und die Frage, wie belastbar die nationale Versorgung mit Benzin und Diesel bleibt.
96 Tage Puffer – was die Zahlen bedeuten
Das Department of Energy Business im Energieministerium bezifferte die aktuellen Rohöl-Reserven auf einen Umfang, der mindestens 96 Tage Inlandsverbrauch abdeckt.
Dieser Puffer soll das Land gegen globale Lieferstörungen absichern, etwa wenn Transportwege stocken oder Importströme sich kurzfristig verteuern.
Ölkonzerne melden volle Tanks – mit Ausnahmen
Vertreter von PTT, Bangchak, PT, Shell, Susco und Caltex erklärten, die Bestände an Tankstellen seien landesweit insgesamt ausreichend.
In einzelnen Gebieten habe es jedoch kurzzeitig Warteschlangen und leere Zapfsäulen gegeben, nachdem die Nachfrage zuletzt sprunghaft gestiegen sei, woraufhin die Unternehmen Logistik und Auslieferung hochgefahren hätten.
PTT setzt auf breitere Importquellen
Dr. Kongkrapan Intarajang, CEO und Präsident der PTT Public Company Limited, die nach eigenen Angaben rund 60 Prozent der nationalen Treibstoffversorgung abwickelt, beschrieb die Strategie zur Risikostreuung.
PTT beziehe Rohöl nicht nur aus einer Region, sondern unter anderem aus den USA, aus Westafrika und aus Lateinamerika, um Abhängigkeiten zu reduzieren und Importe auch bei regionalen Turbulenzen stabil zu halten.
Unruhe im Süden – Lkw an der Zapfsäule
Die Thai Chamber of Commerce meldete Verunsicherung bei Unternehmen, besonders in südlichen Provinzen, wo sich der Andrang an Tankstellen zuspitzte.
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Als Problem gilt dort, dass Logistik-Lkw vermehrt an normalen Tankstellen statt an Großhandelsdepots betankten und damit die Versorgung im öffentlichen Verkauf zusätzlich belasteten, weshalb Behörden gezielte Schritte für eine gleichmäßigere Verteilung prüfen.
Appell gegen Hamstern – Regierung warnt vor Kettenreaktion
Ekniti betonte, es gebe keinen echten Treibstoffmangel, und rief dazu auf, nicht aus Angst zusätzlich zu tanken oder Vorräte anzulegen.
Solches Verhalten, so die Warnung, erzeuge erst die kurzfristigen Störungen vor Ort und lasse eine Knappheit größer wirken, als sie in den nationalen Beständen tatsächlich sei.



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