BANGKOK, THAILAND – Die meisten Menschen in Thailand sehen die steigenden Lebenshaltungskosten als dringendstes Problem und erwarten von der neuen Regierung schnelle Entlastung. 69,9 Prozent nennen das teure Leben als Hauptsorge, wie eine Umfrage des National Statistical Office (NSO) zeigt.
Teures Leben als klare Nummer eins
Laut NSO wählten 69,9 Prozent der Befragten die hohen Lebenshaltungskosten als größte Sorge, noch vor dem Gefühl, dass das Einkommen nicht mit den Ausgaben mithält (63,8 Prozent).
Weitere häufig genannte Belastungen waren Haushaltsschulden (43,1 Prozent), als unzureichend empfundene staatliche Sozialleistungen (25,4 Prozent) sowie sinkende Agrarpreise (25,2 Prozent).
Wie die Umfrage erhoben wurde
Die landesweite Befragung lief vom 22. bis 28. Januar und sollte die Erwartungen an die neue Regierung abbilden.
Erhoben wurde per persönlichem Interview in privaten Haushalten, insgesamt wurden 6.000 Erwachsene befragt.
Forderung nach Tempo bei Entlastung
Eine knappe Mehrheit von 50,5 Prozent verlangte laut Umfrage, die Regierung solle rasch handeln, um die Alltagssorgen zu dämpfen und die Kostenlast zu senken.
Als weitere Prioritäten nannten Befragte Jobschaffung und Einkommenssteigerung (10,8 Prozent), das Lösen des Schuldenproblems (9,1 Prozent), bessere Wohlfahrt und Lebensqualität (5,8 Prozent) sowie den Kampf gegen Korruption (5,1 Prozent).
Schulden – weniger Kosten, weniger Zinsen, mehr Einkommen
Beim Thema Verschuldung sagten 44,2 Prozent, der erste Ansatz müsse sein, Lebenshaltungskosten zu drücken und neue Schulden zu verhindern.
Zugleich unterstützten 44 Prozent niedrigere Zinsen für formelle und informelle Kredite, während 42,2 Prozent betonten, dass Schuldenregeln ohne spürbar höhere Einkommen kaum wirken.
Kredithilfen und Umschuldung nach Zahlungsfähigkeit
Zusätzliche Maßnahmen, die in der Umfrage genannt wurden, waren zinsgünstige Darlehen für Geringverdiener (30,8 Prozent).
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Außerdem sprachen sich 32,2 Prozent dafür aus, Schulden so zu restrukturieren, dass Rückzahlungen zur realen Leistungsfähigkeit der Schuldner passen.
Hohe Messlatte für Regierung und Minister
Für die neue Regierung ist der Erwartungsdruck besonders bei der Amtsführung hoch: 80,9 Prozent verlangten Transparenz und Rechenschaft als oberste Leitlinie.
Wichtige weitere Erwartungen waren das Zuhören gegenüber der Bevölkerung (59,7 Prozent), zeitnahe und wirksame Entscheidungen (46,7 Prozent), weniger politisches Taktieren zugunsten des Gemeinwohls (31 Prozent) und schnelle Reaktionen in Krisen (29,8 Prozent).
Welche Eigenschaften Kabinettsmitglieder haben sollen
Als wichtigste Eigenschaften für Minister nannten 67,7 Prozent Ehrlichkeit, Transparenz und Verantwortlichkeit.
Danach folgten der Wunsch nach Freiheit von illegalen Verstrickungen (46,7 Prozent), kein Strafregister (42,2 Prozent), passende Fachkenntnis und Erfahrung (39 Prozent) sowie die Fähigkeit, Probleme effektiv zu lösen (31,6 Prozent).
NSO will Stimmungslage weiter beobachten
Auffällig ist auch, wie stark Qualifikationen gewichtet werden: 90,4 Prozent bezeichneten die Eignung von Ministern als wichtig bis höchst wichtig für die Staatsführung.
Ekapong Rimcharone, Generaldirektor des NSO, ordnete die Erhebung als Teil des Programms Quick Survey ein, mit dem die Behörde die öffentliche Meinung zur Regierungsleistung weiter verfolgen will.
Deine Meinung
Wenn Lebenshaltung, Schulden und Einkommen gleichzeitig drücken, ist schnelle Hilfe plausibel – aber welche Maßnahmen wären aus Sicht der Leser am wirksamsten, ohne neue Nebenprobleme zu schaffen?
Welche Priorität sollte eine neue Regierung zuerst setzen: Preise senken, Einkommen erhöhen, Schulden restrukturieren oder härter gegen Korruption vorgehen – und warum?



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