BANGKOK, THAILAND – Der frühere Premierminister Thaksin Shinawatra steht laut Justizkreisen auf einer Liste von Häftlingen, die die Kriterien für eine Strafaussetzung (Bewährung) erfüllen. Eine Entlassung aus dem Zentralgefängnis Klong Prem zur Bewährungsaufsicht ist demnach für den Morgen des 11. Mai 2026 vorgesehen.
Haftgrundlage und aktueller Stand
Thaksin Shinawatra befindet sich im Zentralgefängnis Klong Prem in Haft, nachdem der Oberste Gerichtshof (Strafkammer für Amtsträger in politischen Funktionen) eine einjährige Freiheitsstrafe angeordnet hatte.
Nach Angaben aus dem Justizministerium hat er bislang 6 Monate und 22 Tage verbüßt und nähert sich damit der Schwelle von zwei Dritteln der Strafe.
Warum eine Entlassung auf Bewährung möglich ist
Die geplante Strafaussetzung wird damit begründet, dass Thaksin nach Erreichen von zwei Dritteln der einjährigen Strafe – also nach 8 Monaten – die Voraussetzungen für eine reguläre Prüfung erfüllt.
Im Fall einer Entlassung am 11. Mai 2026 würde er anschließend noch vier Monate unter Bewährungsaufsicht stehen und danach die einjährige Strafe vollständig verbüßt haben.
Erste Prüfung im Gefängnis: 10 Namen empfohlen
Ein hochrangiger Insider im Justizministerium erklärte, das Gefängnis habe heute eine Liste von rechtskräftig verurteilten Häftlingen mit vollständigen Unterlagen in eine Sitzung des zuständigen Gefängnisausschusses eingebracht.
Das Gremium stimmte demnach für 10 Namen, die die Kriterien erfüllen, und beauftragte den Gefängniskommandanten, diese Liste an die Strafvollzugsbehörde (Department of Corrections) weiterzuleiten.
Zusammensetzung des Gefängnisausschusses
Den Vorsitz führt der Kommandant des Zentralgefängnisses; beteiligt sind zudem Vertreter mehrerer Behörden, darunter Verwaltung, Bewährungshilfe, Drogenbekämpfung und die nationale Polizei.
Ergänzt wird das Gremium durch zwei vom Kommandanten benannte Vollzugsbeamte als Arbeitsgruppe; ein weiterer Beamter fungiert als Sekretär.
Thaksin als einer von zehn Fällen
Nach Angaben aus dem Justizministerium ist Thaksin einer der zehn Häftlinge, die in der Kategorie „allgemeiner Fall“ die Voraussetzungen für die Prüfung einer Strafaussetzung erfüllen.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Mit der Empfehlung auf Gefängnisebene ist die Entscheidung jedoch noch nicht abgeschlossen, da weitere Prüf- und Genehmigungsschritte folgen.
Nächste Stufe: Prüfung durch die Strafvollzugsbehörde
Im nächsten Schritt soll ein Ausschuss auf Ebene der Strafvollzugsbehörde die Unterlagen nach festgelegten Kriterien und Bedingungen auf Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit prüfen.
Für diese Dokumenten- und Kriterienprüfung werden laut Quelle rund zwei Monate veranschlagt, bevor die Fälle an ein weiteres Untergremium weitergeleitet werden.
Untergremium auf Ministeriumsebene: breite Behördenbeteiligung
Das anschließende Untergremium wird vom Staatssekretär des Justizministeriums geleitet und umfasst unter anderem leitende Vertreter aus Bewährungshilfe, Strafvollzug, DSI, Drogenbekämpfung sowie dem Gesundheitsministerium.
Auch Vertreter von Gerichten, Generalstaatsanwaltschaft, Polizei, Verwaltung und Sozialentwicklung sind eingebunden; das Gremium arbeitet auf Grundlage des Strafvollzugsgesetzes von 2017, insbesondere nach Maßgabe von Abschnitt 52.
Welche Kriterien bei der Entscheidung eine Rolle spielen
Laut Justizquelle werden bei der Zustimmung oder Ablehnung Faktoren wie Tatumstände, Vorbelastungen, Verhalten während der Haft und die Einschätzung, ob eine Resozialisierung glaubhaft ist, berücksichtigt.
Hinzu kommen Aspekte der öffentlichen Sicherheit, absolvierte Rehabilitations- und Entwicklungsmaßnahmen im Gefängnis sowie die Eignung einer betreuenden Person, die die Einhaltung von Auflagen bis zum Strafende unterstützen kann.
Auflagen nach der Entlassung: Meldepflicht und Bewährungsregeln
Wird die Strafaussetzung genehmigt, erhält der Gefängniskommandant eine Mitteilung; zudem werden Bewährungshelfer sowie zuständige Verwaltungs- oder Polizeistellen am künftigen Aufenthaltsort informiert.
Der Entlassene muss sich innerhalb der vorgegebenen Frist bei der Bewährungshilfe am Wohnort melden und die in den einschlägigen ministeriellen Regeln festgelegten Bedingungen für vorzeitige Entlassungen einhalten.
Elektronische Fußfessel (EM): Entscheidung nach Ermessen
Ob Thaksin im Fall einer Entlassung am 11. Mai 2026 eine elektronische Fußfessel (EM) tragen muss, liegt laut Quelle im Ermessen der zuständigen Gremien auf den jeweiligen Entscheidungsebenen.
Berücksichtigt werden sollen dabei insbesondere Gesundheitsfragen und das Alter (über 70 Jahre) sowie die Umgebung und Sicherheit des Bewährungsortes und der Nachbarschaft, einschließlich einer möglichen Rückfall- oder Risikoeinschätzung.
Deine Meinung
Sollte bei prominenten Häftlingen wie Thaksin bei einer Strafaussetzung besonders streng geprüft werden – oder müssen die gleichen Maßstäbe gelten wie bei allen anderen Verurteilten?
Und wie siehst du die Frage der elektronischen Fußfessel: sinnvolle Sicherheitsmaßnahme oder unverhältnismäßig, wenn Alter und Gesundheit eine Rolle spielen? Diskutiere in den Kommentaren mit.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: