Phuket-Razzia: 6 Ausländerinnen im Russen-Kindergarten festgenommen

Razzia in Phuket: Sechs Ausländerinnen in einem russischsprachigen Kindergarten festgenommen – ohne Arbeitserlaubnis. Jetzt drohen Strafen, Abschiebung und harte Konsequenzen für den Betreiber. Was steckt hinter der Großkontrolle?

Phuket-Razzia: 6 Ausländerinnen im Russen-Kindergarten festgenommen
PhuketInsta

PHUKET, THAILAND – In Rawai hat die Polizei sechs ausländische Frauen festgenommen, die in einem russischsprachigen Kindergarten ohne Arbeitserlaubnis gearbeitet haben sollen. Die Behörden kündigen weitere Kontrollen an und warnen vor Geldstrafen sowie möglicher Abschiebung.

Razzia im Kindergarten „Litti Kids“ in Rawai

Bei einer Kontrolle in dem russischsprachigen Kindergarten „Litti Kids“ in Rawai wurden sechs ausländische Frauen von der Polizei festgenommen. Nach Angaben der Behörden konnten sie bei der Überprüfung keine gültigen Arbeitserlaubnisse vorlegen.

Die Einsätze erfolgten im Rahmen von Inspektionen gegen illegale Geschäftstätigkeiten in Phuket. Die Ermittler betonten, dass bei Verstößen sowohl Arbeitnehmerinnen als auch Arbeitgeber belangt werden können.

Kontrollen gegen „Nominee“-Konstruktionen – Festnahmen wegen Arbeitsrecht

Offizielle Stellen besuchten die Einrichtung als Teil einer breiteren Kampagne gegen Unternehmen, die angeblich thailändische „Nominee“-Anteilseigner nutzen, um das Foreign Business Act zu umgehen. Ziel ist es, verdeckte ausländische Kontrolle über Firmenstrukturen aufzudecken.

Die Festnahmen in Rawai erfolgten jedoch nicht wegen möglicher Eigentumsverstöße, sondern auf Grundlage des Alien Employment Decree. Entscheidend war laut Polizei, dass die Frauen keine gültigen Work Permits vorweisen konnten.

Keine Namen, keine Nationalitäten – Firma bleibt ungenannt

Die Behörden veröffentlichten weder die Namen noch die Nationalitäten der festgenommenen Frauen. Auch der offizielle Name des beschäftigenden Unternehmens wurde nicht bekanntgegeben.

Damit bleibt unklar, wie lange die Betroffenen bereits in der Einrichtung tätig waren und in welcher Funktion sie eingesetzt wurden. Bestätigt wurde lediglich, dass die erforderlichen Arbeitserlaubnisse bei der Kontrolle nicht vorgelegt werden konnten.

Welche Strafen drohen Arbeitnehmerinnen und Arbeitgebern?

Nach thailändischem Recht haften sowohl ausländische Beschäftigte als auch Arbeitgeber, wenn ohne gültige Arbeitserlaubnis gearbeitet wird. Den Arbeitnehmerinnen drohen Geldstrafen von 5.000 bis 50.000 Baht sowie eine Abschiebung.

Arbeitgeber können pro illegal beschäftigter Person mit 10.000 bis 100.000 Baht belangt werden. Bei Wiederholung droht zudem ein bis zu dreijähriges Verbot, ausländisches Personal einzustellen.

Breiter Schlag gegen ausländisch geführte Betriebe in Phuket

Die Kontrolle in Rawai war Teil eines größeren Vorgehens gegen ausländisch geführte oder auf ausländische Kundschaft ausgerichtete Unternehmen in Phuket. Besonders russischsprachige Betriebe standen dabei laut Bericht im Fokus.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Von acht überprüften Unternehmen sollen mindestens vier Verbindungen zu russischsprachigen Betreibern gehabt haben und gezielt dieses Marktsegment bedienen. Die Behörden kündigten an, die Überprüfungen fortzusetzen.

Weitere überprüfte Firmen – keine Festnahmen gemeldet

Zusätzliche Prüfungen im Zusammenhang mit mutmaßlichen „Nominee“-Strukturen gab es unter anderem bei der Immobilienagentur Seven Home in Cherng Talay, bei CUTANA Rental in Kamala, bei ThaiGoRent in Karon sowie bei einem nicht namentlich genannten Motorradverleih in Wichit.

In diesen Fällen wurden laut Bericht keine Festnahmen gemeldet. Die Kontrollen zeigen jedoch, dass die Behörden parallel sowohl Arbeits- als auch Unternehmensrecht im Blick haben.

Strengere Migrationskontrollen: Visa-Runs und 60-Tage-Regel im Visier

Behörden verweisen seit Längerem auf illegale Beschäftigung und nicht lizenzierte Geschäftstätigkeiten als Gründe für eine Verschärfung der Migrationskontrollen. Dazu zählt eine konsequentere Durchsetzung bestehender Regeln.

Genannt werden außerdem vorgeschlagene Änderungen wie eine Einschränkung von Visa-Runs und ein Ende der 60-tägigen Visumfreiheit. Diese Maßnahmen werden im Kontext der aktuellen Durchgriffe als Teil einer härteren Linie dargestellt.

Wie es für die Festgenommenen weitergeht

Die sechs Frauen müssen sich nun einem rechtlichen Verfahren stellen, das in Geldstrafen und einer Abschiebung enden kann. Die Polizei bestätigte, dass die Ermittlungen und Kontrollen in Phuket weiterlaufen.

Weitere Inspektionen seien zu erwarten, um die Einhaltung von Arbeits- und Geschäftsgesetzen sicherzustellen. Der Fall in Rawai gilt dabei als Beispiel für die derzeitige Schwerpunktsetzung der Behörden.

Deine Meinung

Wie bewertest du das Vorgehen der Behörden in Phuket: notwendige Durchsetzung von Arbeitsrecht oder überharte Maßnahme gegen bestimmte Communitys und Branchen? Schreib uns deine Einschätzung in die Kommentare.

Sollten Kontrollen stärker auf Arbeitgeber und Firmenstrukturen zielen – oder ist die konsequente Ahndung bei Beschäftigten ohne Work Permit der richtige Weg? Diskutiere mit der Wochenblitz-Community.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: PhuketInsta via AseanNow

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert