Spritpreise in Thailand sollen weiter deutlich sinken

57 Millionen Liter Sprit sollen bei 20 Lieferungen „verschwunden“ sein – Schiffe schalteten sogar ihr Ortungssystem aus. Wer steckt dahinter?

Spritpreise in Thailand sollen weiter deutlich sinken
Pattarapong Chatpattarasill, Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – Energiesminister Akanat Promphan erwägt noch in dieser Woche eine zweite Senkung der Raffineriemargen um mehr als 2 Baht pro Liter, um die Spritpreise zu dämpfen. Parallel verschärft die Regierung den Kampf gegen Treibstoffschmuggel und meldet Fortschritte bei einem im Persischen Golf festgesetzten Frachter.

Zweite Runde der Margenkürzungen in Aussicht

Energieminister Akanat Promphan signalisierte, dass eine zweite Reduzierung der Raffineriemargen von mehr als 2 Baht pro Liter bereits diese Woche umgesetzt werden könnte.

Ziel ist es laut Ministerium, die inländischen Kraftstoffpreise zu steuern und die Lebenshaltungskosten zu senken.

Erste Senkung im März und aktueller Zeitplan

Die erste Maßnahme wurde im März eingeführt und senkte die Endverbraucherpreise um 2,14 Baht pro Liter.

Der Energiepolitische Verwaltungsausschuss (Energy Policy Administration Committee) soll morgen tagen; neue Sätze könnten demnach am Donnerstag in Kraft treten.

Ungewöhnlicher Sprung bei den Raffineriemargen

Beamte werten derzeit reale Kostendaten aus, um eine überarbeitete Raffineriemarge festzulegen.

Auswertungen zeigten zwischen dem 1. und 15. April einen Anstieg auf durchschnittlich 15 Baht pro Liter – mehr als doppelt so viel wie der März-Durchschnitt von etwas über 7 Baht.

Welche Kosten in die neue Berechnung einfließen sollen

Der Minister bezeichnete den starken Anstieg als „hochgradig unregelmäßig“ und kündigte eine Neuberechnung auf Basis der tatsächlichen Bedingungen in der ersten Aprilhälfte an.

Berücksichtigt werden sollen zusätzliche Kosten wie Kriegsrisikoprämien, Transport und Versicherung; erwartet wird eine Senkung von mehr als 2 Baht pro Liter.

Warum sinken Inlandspreise langsamer als in Singapur?

Auf Kritik, dass die Marktpreise in Singapur um rund 20% gefallen seien, während die thailändischen Endverbraucherpreise nur gering nachgegeben hätten, verwies Akanat auf die Lage des Öl-Fonds.

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ZUM ANGEBOT

Der Fonds habe in Zeiten hoher Weltmarktpreise stark stabilisierend eingegriffen und Schulden von mehr als 60 Milliarden Baht aufgebaut; Preisanpassungen müssten daher schrittweise erfolgen, um die Stabilität zu sichern.

Öl-Fonds: Entlastung bei den täglichen Abflüssen

Laut Energieminister sind die täglichen Abflüsse aus dem Öl-Fonds inzwischen deutlich gesunken.

Sie seien von mehr als 2 Milliarden Baht pro Tag auf etwa 100 Millionen Baht zurückgegangen, was jedoch weiterhin ein vorsichtiges Vorgehen bei Preissenkungen erforderlich mache.

Razzien gegen Schmuggel: Illegale Treibstoffe und Cannabis beschlagnahmt

In einer weiteren Regierungsmitteilung hieß es, das Thai Maritime Enforcement Command Centre habe die Durchsetzung gegen illegale Aktivitäten in thailändischen Gewässern verstärkt.

Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek sagte, Premierminister Anutin Charnvirakul habe intensivere Einsätze gegen Schmuggel angeordnet.

Bilanz Februar bis April: Funde und mutmaßliche Manipulationen

Zwischen Februar und April wurden laut Regierung mehr als 335.000 Liter illegaler Treibstoff sowie Gasohol, über 1,2 Tonnen Cannabisblüten und weitere illegale Waren sichergestellt.

Ermittler hätten zudem Unregelmäßigkeiten bei 20 Öllieferungen festgestellt, mit einem kombinierten Verlust von rund 57 Millionen Litern.

Schiffe ohne AIS und Transfers auf See: DSI übernimmt

Einige Schiffe hätten ihr automatisches Identifikationssystem (AIS) deaktiviert und auf See Ship-to-Ship-Transfers durchgeführt, um Kontrollen zu umgehen, so Rachada.

Der Fall werde nun vom Department of Special Investigation (DSI) bearbeitet.

Vorfall in der Straße von Hormus: Ein SCG-Schiff wieder frei

Unterdessen teilte das Außenministerium mit, dass eines von zwei Schiffen der Siam Cement Group (SCG), die in der Straße von Hormus festsaßen, nach diplomatischer Abstimmung sicher auslaufen konnte.

Zu dem zweiten Schiff wurden in der Mitteilung keine weiteren Details genannt.

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Quelle: Bangkok Post Thailand

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