BANGKOK, THAILAND – Verzweifelte Bauern kämpfen um ihre Existenz und fordern schnelle Hilfe von der Regierung. Die Preise für ihre Palmölfrüchte stürzen dramatisch ab, während die Kosten für Dünger und Transport die Menschen erdrücken.
Preise im freien Fall!
Die Bauernvertreterin Arunee Chisangwon schlägt Alarm und wandte sich mit einem Hilferuf an das Handelsministerium. Begleitet von einem Netzwerk aus dem Zentrum und dem Süden des Landes fordert sie sofortige Maßnahmen gegen den Preisverfall. Aktuell erhalten die Bauern nur noch zwischen 6,60 und 7,20 Baht pro Kilogramm für ihre Ernte.
Um die fallenden Preise zu stoppen, schlagen die Landwirte vor, mehr Rohpalmöl für die Energieerzeugung zu nutzen. Durch die Beimischung in Dieselkraftstoffe wie B7 und B20 könnte der Staat die Überschüsse vom Markt nehmen. Dies würde den massiven Druck von den Schultern der thailändischen Familien nehmen.
Abzocke bei der Waage?
Ein großer Kritikpunkt der Bauern ist die undurchsichtige Preisgestaltung bei den Aufkäufern und Fabriken. Die Betroffenen werfen den Händlern vor, die Preise blitzschnell zu senken, aber nur extrem zögerlich wieder anzuheben. Oft sinkt der Wert der Ware um 40 bis 50 Satang pro Tag, ohne dass die Bauern sich wehren können.
Wittyakorn Maneenet vom Amt für Binnenhandel versprach nun eine strenge Überprüfung der gesamten Kette. Kontrolleure sollen die Sammelstellen und Fabriken genau unter die Lupe nehmen, um Preismanipulationen zu verhindern. Wer den Ölgehalt der Früchte künstlich schlecht rechnet oder die Bauern ausbeutet, muss mit harten rechtlichen Konsequenzen rechnen.
Mehr Sprit aus Palmöl
Das Handelsministerium reagiert bereits und will den Verbrauch von Palmöl im Energiesektor deutlich steigern. Statt der bisherigen 70.000 Tonnen sollen bald bis zu 110.000 Tonnen für Kraftstoffe verwendet werden. Diese Maßnahme soll den Binnenmarkt stabilisieren und die Abhängigkeit von den schwankenden Weltmarktpreisen reduzieren.
Auch das Netz der Verkaufsstellen für diesen speziellen Biosprit wird massiv ausgebaut. Bis Ende April soll sich die Zahl der Tankstellen von 100 auf 200 verdoppeln. So will die Regierung sicherstellen, dass das Palmöl der einheimischen Bauern auch wirklich direkt im Tank landet.
Exporte laufen weiter
Gerüchte über ein Exportverbot wies das Ministerium entschieden zurück, da der Außenhandel weiterhin ohne Blockaden möglich ist. Unternehmen müssen ihre Ausfuhren lediglich vorab anmelden, damit der Staat den Überblick über die Reserven im Land behält. Aktuell ist der Weltmarktpreis für Rohpalmöl von 40 auf etwa 36 Baht pro Kilo gesunken, was den Druck zusätzlich erhöht.
Trotz der schwierigen Lage betont die Behörde, dass die Versorgung der Bevölkerung gesichert bleibt. In den Supermärkten steigen die Preise für abgefülltes Speiseöl derzeit nur moderat an, da noch Bestände aus den Vormonaten vorhanden sind. Anträge von Herstellern auf drastische Preiserhöhungen wurden bisher nicht genehmigt.
Schutz für die Kleinen
Das Handelsministerium versichert, dass das Wohl der Bauern oberste Priorität hat. Man wolle ein faires Gleichgewicht zwischen den Erlösen der Landwirte und den Lebenshaltungskosten der Verbraucher schaffen. Die Überwachungsräte in den Provinzen sind angewiesen, jede Unregelmäßigkeit sofort zu melden.
Besonders die steigenden Kosten für Düngemittel fressen die kargen Gewinne der Familienbetriebe komplett auf. Ohne einen stabilen Mindestpreis droht vielen Plantagenbesitzern der Ruin. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die staatlichen Kontrollen ausreichen, um das Überleben der Bauern zu sichern.



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