CHIANG MAI, THAILAND – Ein 41-jähriger Geschäftsmann hat heimlich elf Minikameras in Frauentoiletten eines Einkaufszentrums installiert und die Aufnahmen per Funkübertragung auf sein Mobiltelefon gestreamt. Die Polizei nahm ihn nach gezielter Observierung fest.
Kamera unter Waschbecken entdeckt
Am 16. April fiel einer Angestellten in der Frauentoilette eines großen Chiang-Mai-Einkaufszentrums ein verdächtiger Gegenstand unter einem Waschbecken auf. Die Polizei rückte an und fand dort eine getarnte Minikamera, die direkt auf das Toilettenbecken ausgerichtet war.
Beamte durchsuchten sämtliche Sanitäranlagen des Gebäudes und stießen auf insgesamt vier derartige Geräte. Spezialisten der Cyber-Polizei analysierten die Technik: Die Kameras sendeten ihre Aufnahmen per Funk in Echtzeit an einen Empfänger außerhalb des Einkaufszentrums.
Spur führt in Luxusvilla im Bezirk San Phi Süa
Die Fahndung führte Ermittler in ein gehobenes Wohnviertel im Bezirk San Phi Süa. Dort lebte der Verdächtige in einem Anwesen mit einem geschätzten Marktwert von über zehn Millionen Baht.
Am Mittwochmorgen vollstreckten Beamte mit einem Durchsuchungsbeschluss einen Zugriff auf die Villa. Sie nahmen den Geschäftsmann fest, den die Polizei in ihrer Mitteilung nur als Chris bezeichnet.
Elf Kameras und digitale Speicher sichergestellt
Bei der Hausdurchsuchung stellten die Beamten insgesamt elf ferngesteuerte Überwachungskameras sicher. Dazu kamen zwei Mobiltelefone und ein Laptop. Auf den Geräten fanden die Ermittler umfangreiches Bild- und Videomaterial aus den Toilettenanlagen des Einkaufszentrums.
Der Beschuldigte legte sofort ein Geständnis ab. Er räumte ein, die Kameras seit rund einem Monat im Einkaufszentrum installiert zu haben – jeweils in Momenten, in denen er sich unbeobachtet wähnte. Die Geräte versteckte er in Lufterfrischern oder befestigte sie unter Waschbecken.
Anleitungen aus dem Internet
Gegenüber den Ermittlern erklärte der Mann, sein Wissen für die Kamerainstallation aus Online-Videos bezogen zu haben. Die benötigte Ausrüstung beschaffte er sich über den Internethandel.
Er behauptete, die Aufnahmen nicht weitergegeben zu haben. Die Polizei prüft diese Aussage derzeit anhand der sichergestellten Daten. Ein forensisches Team untersucht, ob das Material verbreitet wurde.
Anklage wegen Besitzes obszönen Materials
Die Polizei klagte den 41-Jährigen wegen des Besitzes von obszönem Material zur sexuellen Befriedigung an. Dem Mann drohen nach thailändischem Recht empfindliche Haftstrafen. Das Verfahren läuft.
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Der Fall zeigt, wie einfach zugängliche Überwachungstechnik für kriminelle Zwecke eingesetzt werden kann. Behörden empfehlen, öffentliche Sanitäranlagen vor der Benutzung auf verdächtige Objekte zu überprüfen – insbesondere in Bereichen unter Waschbecken, hinter Lufterfrischern und an Trennwänden.
Polizei warnt vor getarnter Spionagekamera-Technik
Die Ermittler betonen, dass moderne Funktechnik in Spionagekameras nahezu unsichtbar bleibt und keinerlei lokalen Speicher erfordert. Aufnahmen landen direkt auf dem Smartphone des Täters – ohne physischen Zugang nach der Installation.
Die Cyber-Polizei Chiang Mai appelliert an Betreiber öffentlicher Einrichtungen, ihre Sanitäranlagen regelmäßig durch geschultes Personal kontrollieren zu lassen. Wer einen Verdacht hat, soll umgehend Anzeige erstatten.



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