Baht schwächelt – Ihre Euro-Rente bekommt mehr Baht

Der Baht fällt. Euro bringt jetzt mehr als vor einem Monat. Doch steigende Ölpreise fressen den Vorteil auf. Wir rechnen vor, was wirklich übrig bleibt.

Baht schwächelt – Ihre Euro-Rente bekommt mehr Baht
KI-generiertes Symbolbild

Wer seine Rente aus Deutschland oder Österreich nach Thailand überweist, bekommt gerade mehr Baht als noch vor wenigen Wochen. Der Baht hat gegenüber dem Euro nachgegeben – gut für alle, die europäisches Geld hierher schicken. Am 4. Mai 2026 zahlte die Bangkok Bank 38,56 Baht pro Euro (Quelle: Bangkok Bank, 4. Mai 2026). Ende April waren es noch rund 38,00 Baht.

Aber die Rechnung hat eine zweite Seite. Seit dem 1. Mai kosten Diesel und Benzin mehr, die Stromrechnung steigt ab Mai ebenfalls – und größere Sprünge drohen ab Juni. Was an der Kursseite gewonnen wird, frisst der Alltag auf der anderen Seite wieder auf. Wie viel wirklich übrig bleibt, rechnen wir durch.

Was der aktuelle Kurs für Euro-Empfänger bedeutet

Bei der Bangkok Bank gibt es am 4. Mai 2026 für einen Euro 38,56 Baht (Quelle: Bangkok Bank, 4. Mai 2026). Vor einem Monat waren es rund 37,80 Baht. Wer 1.500 Euro überweist – eine typische deutsche Rente – bekommt heute rund 57.840 Baht. Vor einem Monat waren es noch etwa 56.700 Baht. Das sind gut 1.100 Baht mehr pro Monat, allein durch den Kurs.

Der internationale Mittelkurs lag am 4. Mai 2026 um 11:19 Uhr UTC bei 38,36 Baht pro Euro (Quelle: xe.com, 4. Mai 2026). Diesen Kurs bekommt man an keinem Bankschalter – er gilt nur zwischen den Banken. Aber er zeigt, wo der Markt gerade steht und in welche Richtung er sich bewegt.

Was Sprit und Strom den Kursgewinn kosten

Seit dem 4. Mai 2026 kosten Diesel 40,80 Baht pro Liter und Benzin (Gasohol 95) 43,30 Baht – das sind 60 beziehungsweise 85 Satang mehr als davor (Quelle: PTT/Bangchak, 4. Mai 2026). Wer monatlich 60 Liter tankt, zahlt damit rund 45 Baht mehr pro Monat. Klingt wenig. Aber der Ölpreis auf dem Weltmarkt ist seit April um rund 10 Prozent gestiegen – weitere Erhöhungen sind wahrscheinlich, weitere Subventionskürzungen auch.

Bei der Stromrechnung kommt ab Mai ebenfalls mehr: Der Tarif stieg von 3,88 auf 3,95 Baht pro Kilowattstunde (Quelle: Energy Regulatory Commission, April 2026). Für einen Haushalt mit 300 Kilowattstunden pro Monat sind das rund 21 Baht mehr. Ab Juni plant die Regierung eine neue Staffelung: Wer unter 200 Einheiten verbraucht, zahlt maximal 3,00 Baht – wer über 400 Einheiten kommt, soll über 5,00 Baht zahlen. Klimaanlage durchlaufen lassen kostet ab Juni also deutlich mehr.

Was unterm Strich wirklich übrig bleibt

Ein konkretes Beispiel: Wer 1.500 Euro Rente überweist, bekommt durch den besseren Kurs rund 1.100 Baht mehr als vor einem Monat. Dem gegenüber stehen höhere Spritkosten von rund 45 Baht und eine höhere Stromrechnung von rund 21 Baht – zusammen etwa 66 Baht Mehrkosten pro Monat. Dazu kommen steigende Lebensmittelpreise: Große Konsumgüterhersteller wie Unilever, Saha und Nestlé haben für April und Mai Preiserhöhungen angekündigt, weil Energie und Rohstoffe teurer geworden sind (Quelle: Thairath, März 2026). Wer regelmäßig im Supermarkt einkauft, merkt das bereits.

Grob gerechnet bleibt vom Kursgewinn von 1.100 Baht nach Strom, Sprit und Lebensmitteln vielleicht die Hälfte übrig – eher weniger, wenn die Energiepreise wie erwartet weiter steigen. Der Kurseffekt ist real, aber er gleicht die Kostensteigerungen nicht vollständig aus. Wer seinen Lebensstandard halten will, kommt um eine genauere Kontrolle der monatlichen Ausgaben nicht herum.

Warum der Baht gerade schwächer wird

Drei Faktoren drücken gleichzeitig auf den Baht. Die Bank of Thailand hält den Leitzins bei 1,00 Prozent – historisch niedrig. Investoren, die mehr Rendite suchen, legen ihr Geld lieber in den USA an. Weniger Nachfrage nach Baht bedeutet: der Kurs fällt. Dazu kommt das Konjunkturprogramm der Regierung im Umfang von 400 Milliarden Baht, das zusätzlich Geld in den Umlauf bringt.

Der zweite Faktor ist der Ölpreis. Thailand importiert fast sein gesamtes Öl. Steigende Weltmarktpreise – ausgelöst durch die Spannungen rund um die Straße von Hormuz – kosten Devisen und schwächen den Baht. Der dritte Faktor sind die hohen US-Zinsen: Die Fed signalisiert, dass sie vorerst nicht senkt. Solange der Dollar gut verzinst ist, fließt Kapital dorthin – und der Baht bleibt unter Druck.

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Was jetzt beim Umtauschen zu beachten ist

Die Kurse verschiedener Banken können an einem Tag um 20 bis 40 Satang pro Euro auseinanderliegen. Bei 2.000 Euro Überweisung macht das bis zu 800 Baht Unterschied. Es lohnt sich, die Bangkok Bank, Kasikornbank und SCB kurz zu vergleichen, bevor man überweist. Wechselstuben in Touristengegenden bieten meist schlechtere Konditionen als die Hauptfilialen der Großbanken.

Wer flexibel ist, kann die monatliche Überweisung aufteilen: einen festen Grundbetrag am Monatsanfang und den Rest dann, wenn der Kurs an einzelnen Tagen besser steht. Das setzt einen kleinen Puffer auf dem europäischen Konto voraus – kann sich aber auszahlen, solange der Baht so schwankungsanfällig bleibt wie jetzt.

Redaktionelle Hinweise

Wechselkurse ändern sich täglich. Die genannten Kursangaben haben den Stand vom 4. Mai 2026 und dienen nur zur Orientierung. Dieser Artikel stellt keine Finanzberatung dar.

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