Chonburi, Thailand – Nach dem spektakulären Waffenfund bei einem chinesischen Staatsbürger in Sattahip sprechen die Thai-Ermittler nun offen von Terrorverdacht. Die Polizei prüft, ob das Lager mit Sturmgewehren, Handgranaten und fast fünf Kilogramm C4-Sprengstoff für einen geplanten Angriff bestimmt war.
Der Fall hat die Sicherheitsbehörden auf höchster Ebene mobilisiert. Nationale Sicherheitsdienste, Sprengstoffexperten, Einwanderungspolizei und die chinesische Botschaft sind in die Ermittlungen eingebunden. Über mögliche Ziele schweigt die Polizei bislang.
Unfall bringt die Spur ins Rollen
Der 31-jährige Mingchen Sun, auch als Ming Chen Sun bekannt, wurde in der Nacht zum 8. Mai 2026 nach einem Einzelunfall in Na Jomtien festgenommen. Sein Sedan war dort umgekippt. Bei der Kontrolle des Wagens fanden Polizisten eine Glock 26 Pistole und Magazin – genug Anlass für eine sofortige Wohnungsdurchsuchung.
Das gemietete Haus in einer Soi abseits von Huay Yai, Bang Lamung, entpuppte sich als regelrechtes Waffendepot. Was die Beamten dort sicherstellen konnten, übertraf alle Erwartungen.
Waffen, Munition und Sprengstoff im Haus
In der Wohnung stießen die Beamten auf ein großes Arsenal militärischer Ausrüstung: zwei M16-Sturmgewehre, neun M16-Magazine und über 700 Schuss Munition im Kaliber 5,56 Millimeter. Dazu kamen 4.832,4 Gramm C4-Sprengstoff – eine Menge, die bei Detonation weitreichende Zerstörungen anrichten könnte.
Sichergestellt wurden außerdem vier russische POMZ-2 Antipersonenminen, vier BA/WA-Handgranaten, eine koreanische K75-Handgranate, eine burmesische M6/01-Handgranate, sieben elektrische Zünder, drei POMZ-2 Minenzünder, zwei Fernbedienungs-Sender-Empfänger-Sets, drei kugelsichere Westen, zwei Gasmasken sowie vier Benzinkanister mit je 20 Litern Inhalt.





Terrorverdacht: Polizei ermittelt in alle Richtungen
Um 22:30 Uhr fuhr Chonburins Provinzpolizeikommandant Major General Phongphan Wongmanit persönlich zum Tatort. Er wies die Ermittler an, jeden sichergestellten Gegenstand detailliert zu dokumentieren und mit forensischen Experten der Polizeibehörde Region 2 zusammenzuarbeiten. Über konkrete Ermittlungsschritte machte er keine Angaben – solche Details könnten die laufende Untersuchung gefährden, sagte er.
Nationaler Polizeichef General Kittirat Phanphet, auch Big Tai genannt, ordnete eine lückenlose Untersuchung aus allen Blickwinkeln an – mit Schwerpunkt auf nationaler und öffentlicher Sicherheit. Die Behörden prüfen konkret, ob das Waffenlager für einen bevorstehenden Angriff angelegt worden war, und versuchen gleichzeitig, die Herkunft der militärischen Ausrüstung zu klären. Eine Verbindung zu konkreten Anschlagszielen haben die Ermittler bislang nicht bestätigt.
Wohnung, Reisen und offene Fragen
Sun hatte das Haus rund zwei Jahre lang für monatlich 38.000 Baht gemietet. Er kam erstmals 2020 nach Thailand und reiste seither regelmäßig ein und aus. Seinen letzten Einreisestempel erhielt er am 27. Januar 2026 mit einem Wiedereintrittsvisum im Rahmen eines Langzeitaufenthalts.
Bei dem Mann stellten die Behörden Pässe aus China und Kambodscha sicher, eine rosa Nicht-Bürger-Identitätskarte sowie einen Eintrag in einem Bangkoker Haushaltsregister. Die Echtheit sämtlicher Dokumente wird derzeit überprüft. Forensische Psychiater sollen Sun außerdem begutachten, da er eigenen Angaben zufolge an Depressionen leidet.
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Nachbarn stehen unter Schock
Anwohner beschrieben Sun gegenüber Reportern als höflich und freundlich. Mehrere sagten, sie hätten nie etwas Verdächtiges bemerkt. Die Nachricht, dass in einem Wohngebiet knapp fünf Kilogramm C4 gelagert worden waren, traf viele unvorbereitet. Eine Detonation hätte das gesamte Viertel verwüsten können, sagten mehrere Bewohner.
Die Polizei kündigte an, die Öffentlichkeit über wesentliche Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.



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