Bangkok, Thailand – Thailands Regierung geht härter gegen ausländische Touristen vor. Nach einer Welle von Skandalen, die online für Empörung sorgten, ordnet Premierminister Anutin Charnvirakul ein hartes Vorgehen an. Gleichzeitig sinken die Besucherzahlen, und in Phuket, Pattaya sowie Koh Phangan wächst der Druck auf Polizei und Einwanderungsbehörden.
Weniger Gäste, mehr Ärger
Die internationalen Ankünfte gingen im April im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent zurück. Aus Europa kamen sogar fast 16 Prozent weniger Besucher, wie das Ministerium für Tourismus und Sport mitteilte.
Die Regierung hatte für dieses Jahr 33,5 Millionen ausländische Ankünfte erwartet. Beamte räumen inzwischen ein, dass die Zahl wegen Störungen im Zusammenhang mit dem Nahostkrieg sinken könnte.
Phuket, Pattaya und Koh Phangan unter Druck
Mehrere Vorfälle mit ausländischen Touristen verbreiteten sich in den vergangenen Tagen schnell online. Genannt werden öffentliche Sexhandlungen, Zechprellerei, aggressive Konfrontationen und störendes Verhalten.
In Pattaya berichteten Anwohner von vier ausländischen Paaren, die Sex im Meer gehabt haben sollen. In Phuket löste ein Vorfall mit einem Mann, der öffentlich auf einem Essensstand defäkiert haben soll, besonders heftige Reaktionen aus.
Polizei soll härter durchgreifen
Anutin ordnete an, Gesetze gegen Touristen, die die öffentliche Ordnung verletzen, strikt durchzusetzen. Die Maßnahmen sollen sich gegen unangemessenes Verhalten und Störungen richten, die Anwohner und Besucher betreffen.
Außerdem sollen die Kontrollen von Unterhaltungseinrichtungen landesweit verschärft und die Kontrollen der öffentlichen Ordnung in wichtigen Tourismusgebieten enger geführt werden. Die Regierung bereitet sich zugleich auf weniger, aber „qualitativ hochwertigere“ Touristen vor.
Phuket: Sex im Tuk-Tuk und Streit um Essen
In Phuket deportierte die Polizei einen spanischen Mann und eine peruanische Frau, nachdem sie zugegeben hatten, Sex in einem fahrenden Tuk-Tuk gehabt zu haben. Bereits zuvor wurden ein französisches Paar verhaftet und deportiert, nachdem Videos von Sex am Strand und in einem Tuk-Tuk auftauchten.
Auch Restaurantbetreiber gerieten unter Druck. In einem Fall behauptete eine Besitzerin, zwei Kunden hätten ein Insekt selbst ins Essen gelegt, um sich zu beschweren; in einem anderen Fall ging es um angeblich gefälschte Zahlungsbelege. Anwohner fordern, dass die Verdächtigen rasch identifiziert und rechtlich verfolgt werden.
Strengere Visa und klarer Kurs der Regierung
Die Regierung plant außerdem, die Visum-bei-Ankunft-Regelung von 93 auf 58 Länder zu reduzieren. Für die verbleibenden Länder soll das Visum 30 Tage statt bisher 60 Tage gelten.
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Der neue Tourismusminister Surasak Phanjaroenworakul warnt, Thailand müsse sich auf niedrigere Besucherzahlen einstellen. Die Behörden halten zugleich an ihrer Linie fest, dass ausländische Touristen, die thailändisches Recht verletzen, „streng nach dem Gesetz strafrechtlich verfolgt werden müssen, ohne Ausnahme“.
Online-Empörung und neue Beschwerden
Auch auf Koh Phangan sorgte ein weiterer Fall für Ärger: Ein Ladenbesitzer beschuldigte zwei ausländische Jugendliche, Getränke ohne Bezahlung mitgenommen zu haben. In den sozialen Netzwerken forderten Nutzer den Betreiber auf, Anzeige zu erstatten.
Die Vorfälle haben die Sorge unter Geschäftsleuten in Phuket, Pattaya und Koh Phangan spürbar verstärkt. Viele Fälle verbreiteten sich rasch online und lösten breite Kritik aus.
Behörden unter anhaltendem Druck
Polizei und Einwanderungsbehörden stehen weiter unter Druck, in den Touristenhochburgen sichtbarer durchzugreifen. Die Regierung hält an ihrer Linie fest und will Fehlverhalten ausländischer Besucher unabhängig von der Nationalität verfolgen. Gleichzeitig wird an den geplanten Visareformen gearbeitet, während die Tourismuszahlen weiter schwächeln. Der Druck auf die Behörden bleibt damit hoch.
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