ARANYAPRATHET, THAILAND – Thailändische Einheiten haben am 31. Mai vier ausländische Staatsangehörige beim illegalen Grenzübertritt aus Kambodscha aufgegriffen. Die Behörden sehen den Fall als weiteren Beleg dafür, dass grenzüberschreitende kriminelle Netzwerke die Region für Menschenhandel und Online-Betrug nutzen.
Festnahme am Morgen
Gegen etwa 07:30 Uhr entdeckten Truppen der Burapha Task Force zusammen mit der Ranger-Kompanie 1202, Einwanderungsbeamten aus Sa Kaeo und Geheimdienstpersonal eine Gruppe von Ausländern zwischen den Kontrollpunkten O.04 und O.05 in Ban Phu Nam Kliang, Unterbezirk Pa Rai. Die Personen wurden zur Befragung festgenommen.
Nach dem Einsatz übergaben die Behörden die vier Ausländer an die Einwanderungsbehörde von Sa Kaeo, um rechtliche Schritte wegen illegaler Einreise einzuleiten. Die Meldung stammt von lokalen Behörden und Medienberichten.
Was die drei Äthiopier erzählten
Drei äthiopische Staatsangehörige berichteten, dass Vermittler in ihrer Heimat sie angeworben, die Reisekosten übernommen und sie durch Thailand nach Kambodscha gebracht hätten. Sie gaben an, anschließend mehrere Monate in einem Gebäude festgehalten worden zu sein.
Den Angaben zufolge wurden sie vier bis sechs Monate zur Teilnahme an Online-Betrugsoperationen gezwungen, darunter sogenannte Phishing-Fan-Betrügereien und Systeme zur Anlagewerbung; die Männer nannten chinesische Arbeitgeber als Kontrollierende und berichteten von körperlicher Misshandlung sowie Freiheitsbeschränkungen. Ende März sei das Gelände von kambodschanischen Sicherheitskräften gestürmt worden, woraufhin die Betreiber flohen und die Betroffenen entkommen konnten.
Flucht, Bauarbeit und Rückkehrversuch
Nach ihrer Flucht arbeiteten die drei Äthiopier den Angaben zufolge etwa zwei Monate auf Baustellen in Poipet, um Geld zu verdienen. Danach versuchten sie, über die natürliche Grenzroute nach Thailand zurückzukehren.
Die Behörden sehen in dieser Ablauflinie ein Muster transnationaler Netzwerke, die Wanderarbeiter und Opfer von Menschenhandel für Betrugsstrukturen in Nachbarländern ausnutzen. Die Identität der angeblichen chinesischen Arbeitgeber ist bislang nicht geklärt.
Der 21‑jährige Vietnamese und das Jobangebot
Ein 21‑jähriger vietnamesischer Staatsangehöriger sagte, er habe auf eine Stellenanzeige in sozialen Medien reagiert, die Arbeit als Kunden-Chat-Administrator in Kambodscha mit 30.000 Baht Monatslohn versprach. Über die Messaging-App Line habe er Kontakt zu Vermittlern aufgenommen und sei nach Poipet gereist.
Vor Ort stellte er laut Angaben fest, dass die tatsächliche Arbeit nicht der Anzeige entsprach, woraufhin er ebenfalls den Rückweg über Thailand antrat. Sein Fall passt damit in das gleiche Muster irreführender Anwerbung über soziale Netzwerke.
Ermittlungen und nächste Schritte
Alle vier Personen wurden an die Einwanderungsbehörde von Sa Kaeo überstellt; gegen sie wird wegen illegaler Einreise vorgegangen. Die Behörden kündigten an, die Ermittlungen zur Identifizierung und Strafverfolgung der Vermittler, Menschenhändler und anderer Mitglieder des grenzüberschreitenden Netzwerks fortzusetzen.
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Die thailändischen Behörden setzen ihre Bemühungen fort, die Strukturen hinter den grenzüberschreitenden kriminellen Netzwerken aufzudecken und weitere Opfer zu schützen. Die Zusammenarbeit mit kambodschanischen Sicherheitskräften soll dabei intensiviert werden.



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