Tödliche Brandkatastrophe Bangkok: Zyanid im Rauch tötete die Opfer

Forensiker bestätigen: Im Rauch des Lat-Phrao-Brands steckte tödliches Zyanid. Die Opfer starben nicht am Feuer – sondern am Giftgas, das die Deckenverkleidung freigab.

Tödliche Brandkatastrophe Bangkok: Zyanid im Rauch tötete die Opfer
The Nation

BANGKOK – Nach dem verheerenden Brand in der Bar „Rong Beer Na Lat Phrao“ steht fest: Die meisten Opfer starben nicht an den Flammen, sondern an Zyanid im Rauch. Forensiker wiesen das tödliche Gas in den Leichen nach – freigesetzt vermutlich von der brennenden Deckenverkleidung. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den noch im Krankenhaus liegenden Besitzer.

Zyanid im Rauch – das stille Todesgas

Die forensischen Untersuchungen der 33 Todesopfer lieferten ein erschütterndes Ergebnis: Alle hatten Kohlenmonoxid und Zyanid eingeatmet, das sich beim Brand in der Luft verteilte. Polizeigeneralleutnant Siam Boonsom erläuterte, beide Gase blockieren die Sauerstoffversorgung des Gewebes auf unterschiedliche Weise – in hoher Konzentration tritt der Tod innerhalb weniger Minuten ein.

Zyanid entsteht beim Verbrennen bestimmter Kunststoffe, wie sie in Deckenverkleidungen, Schaumstoffen oder Isoliermaterialien stecken. Ermittler prüfen derzeit, welche Baustoffe genau an der Decke der Bar verbaut waren – die offizielle forensische Expertise dazu steht noch aus. Mehrere Polizisten, die zur Rettung ins Gebäude eilten, erlitten schwere Rauchvergiftungen und mussten im Police General Hospital behandelt werden.

Stromsystem unter Hochspannung

Ein überlastetes elektrisches System hat wohl einen folgenschweren Kurzschluss ausgelöst. Die Metropolitan Electricity Authority dokumentierte, dass die Bar ursprünglich nur einen kleinen Stromanschluss beantragt hatte.

Später sollte die Versorgung hochgerüstet werden, doch die Betreiber wimmelten die Techniker ständig ab. Ermittler vermuten, dass danach illegal an der Anlage gebastelt wurde, ohne dass es eine offizielle Abnahme gab.

Notausgang war verriegelt

Ein Notausgang in der Nähe der Toiletten war mit einem Riegel gesichert. Fliehende mussten diesen erst lösen, um ins Freie zu kommen.

Notausgänge müssen im Notfall sekundenschnell zu öffnen sein. Die Polizei prüft nun, wie sehr diese Blockade die Evakuierung verzögerte und ob die anderen drei Ein- und Ausgänge den Vorschriften entsprachen. Zudem wird untersucht, ob das Lokal jemals Notfall-Evakuierungsübungen durchgeführt hat.

Heldenhafte Polizisten ausgezeichnet

Die verletzten Beamten wurden im Police General Hospital behandelt und sind inzwischen entlassen. Der nationale Polizeichef hat eine Prüfung angeordnet, um sie für ihren riskanten Einsatz offiziell zu belobigen.

Die Prüfung soll klären, ob die Beamten offiziell belobigt und mit finanziellen Leistungen bedacht werden können.

Rätsel um stille Teilhaber

Die Ermittler blicken tief in die Finanzen der Bar. Neben dem schwer verletzten Besitzer und seiner Mutter, die offiziell in den Handelsregisterdokumenten stehen, könnte es verdeckte Geldgeber geben.

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Die ältere Schwester des Besitzers, Teil des Managements, wurde bereits vernommen. Die Beamten verfolgen die Spur des Geldes und wollen wissen, wohin die Gewinne genau flossen. Stille Teilhaber müssen mit Strafverfolgung rechnen.

Besitzer unter strenger Bewachung

Der Besitzer liegt weiterhin an einem Beatmungsgerät, erholt sich nach Polizeiangaben aber allmählich. Gegen ihn soll Anklage erhoben werden, sobald sein Zustand eine Vernehmung zulässt.

Die Liste der möglichen Vorwürfe ist lang: fahrlässige Tötung, schwere Körperverletzung, fahrlässige Brandstiftung, illegale Umbauten und Betrieb außerhalb der Lizenz. Auch zuständige Bezirksbeamte rücken ins Visier der Ermittler, falls sie Kontrollen versäumt haben sollten.

Akte fast dicht, Bericht folgt

Der Tatort ist forensisch abgearbeitet, aber die Polizei wartet noch auf die schriftlichen Expertisen der Ingenieure und Rechtsmediziner. Mehr als 106 Zeugenaussagen wurden bereits in die Fallakte aufgenommen.

Auf Druck des Premierministers wird die Untersuchung mit Hochdruck vorangetrieben. Die Polizei will den gesamten Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben, sobald die letzten offiziellen Dokumente eingetroffen sind.

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Quelle: Nation Thailand

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