Razzia in Chonburi: Illegale E-Zigaretten-Fabrik nahe Pattaya enttarnt

Chinesische Hintermänner im Visier: Nach dem Schlag gegen eine illegale E-Zigaretten-Fabrik bei Pattaya flüchteten die Arbeiter. Wer steckt hinter dem Millionen-Netzwerk, das mitten im Wohngebiet produzierte?

Razzia in Chonburi: Illegale E-Zigaretten-Fabrik nahe Pattaya enttarnt
SiamChon

PATTAYA, CHONBURI – Schluss mit der heimlichen Produktion: Ermittler haben eine komplette E-Zigaretten-Fabrik in einem Lagerhaus in Nong Pla Lai stillgelegt. Ein thailändischer Fahrer wurde auf frischer Tat geschnappt, zwei Arbeiter aus Myanmar nach kurzer Flucht gestellt. Die Produkte trugen frech das Label „Made in China“ – hergestellt wurden sie mitten in Pattaya. Die Jagd nach dem chinesischen Drahtzieher läuft auf Hochtouren.

Illegale Fabrik in Lagerhaus entdeckt

Am 8. Juni 2026 durchsuchten Beamte der Polizeistation Bang Lamung, lokale Verwaltungskräfte und das Department of Special Investigation (DSI) das Gebäude mit der Adresse 67/24 Moo 2. Sie fanden eine voll ausgestattete Fabrik, die eine bekannte E-Zigaretten-Marke in großen Mengen produzierte. Fertige Geräte und unzählige Komponenten stapelten sich in dem Lagerhaus.

Die meisten Arbeiter flohen, bevor die Einheiten das Gebäude betreten konnten. Nur ein thailändischer Lieferfahrer ging den Beamten ins Netz. Er soll gerade auf dem Weg nach Bangkok gewesen sein, um E-Zigaretten an Kunden auszuliefern.

„Made in China“ – eine dreiste Lüge

Der erste Eindruck sollte täuschen: Sämtliche Verpackungen trugen den Aufdruck „Made in China“, doch die Produkte entstanden illegal genau hier in Pattaya. Der Produktionsprozess lief laut ersten Erkenntnissen wie am Fließband: Zuerst luden Arbeiter die Batterien, dann befüllten sie die Einheiten mit verschiedenen aromatisierten Flüssigkeiten.

Anschließend wurden die E-Zigaretten vakuumverpackt und in Kartons für den Transport vorbereitet. Die endgültige Bestandsaufnahme der sichergestellten Ware steht noch aus – die Beamten sprechen von so großen Mengen, dass die Zählung am ersten Tag nicht abgeschlossen werden konnte.

Fluchtversuch scheitert nach 500 Metern

Polizei und Ordnungskräfte durchkämmten sofort das umliegende Gelände. Zwei Staatsangehörige aus Myanmar, die durch die Hintertür geflohen waren, wurden etwa 500 Meter vom Lagerhaus entfernt aufgegriffen. Zuerst verstrickten sie sich in Widersprüche, dann legten sie ein Geständnis ab.

Die beiden Männer gaben an, für einen kargen Monatslohn von 13.000 Baht Kartons in der Fabrik bewegt zu haben. Mit der eigentlichen Produktion wollten sie nichts zu tun gehabt haben. Einen chinesischen Staatsangehörigen identifizierten sie übereinstimmend als den Fabrikleiter vor Ort.

Forensik-Team sichert Spuren

Polizeigeneralmajor Phongphan Wongmonithet, Kommandeur der Provinzpolizei Chonburi, inspizierte die Anlage gemeinsam mit Zoll- und Verbrauchsteuerbeamten. Parallel dazu rückten Spezialisten des Forensic Science Centre 2 unter der Leitung von Polizeioberstleutnant Thatchakorn Chaisit an, um die Produktionsstätte kriminaltechnisch auf den Kopf zu stellen.

Die Ermittler sicherten Fingerabdrücke und DNA-Spuren, stellten Produktionsunterlagen, Fertigungsausrüstung und alle greifbaren Beweise sicher. Die Spuren sollen nun helfen, die Hintermänner und insbesondere die chinesischen Finanziers hinter dem Netzwerk zu identifizieren.

Drogen-Bekämpfungszone als Tarnung

Ein pikantes Detail am Rande: Die Fabrik betrieb ihre Geschäfte in Moo 2 in Nong Pla Lai, einem Gebiet, das eigentlich für ein nachhaltiges Gemeinschaftsprojekt zur Bekämpfung von Drogenproblemen ausgewiesen ist. Ausgerechnet dort produzierte eine eingespielte Mannschaft im Verborgenen Suchtmittel der anderen Art.

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Die Ermittler vermuten ein weitverzweigtes Netzwerk und arbeiten fieberhaft daran, die chinesischen Investoren zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen.

Großrazzia mit gemeinsamer Pressekonferenz

Der Fall hat so hohe Wellen geschlagen, dass sich für den heutigen 9. Juni 2026 hoher Besuch angekündigt hat. Der Justizminister, der stellvertretende nationale Polizeichef und der Gouverneur von Chonburi werden die brisanten Ergebnisse des Einsatzes gemeinsam auf einer großen Pressekonferenz vorstellen.

Die Ermittlungen zur Identifizierung der chinesischen Investoren und Hintermänner laufen weiterhin. Die Behörden setzen auf die gesicherten Beweise und forensischen Ergebnisse, um das Netzwerk vollständig aufzudecken und weitere Maßnahmen einzuleiten.

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Quelle: AseanNow Thailand

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