Wieder Großrazzia gegen ausländische Firmen in Phuket, Phang-Nga und Krabi

59 Haftbefehle, 60 Razzien: Behörden schlagen hart gegen illegale Immobilien-Netzwerke zu. Werden die Strohmänner nun auffliegen? Die Polizei nimmt Firmenstrukturen ins Visier, in denen Ausländer unrechtmäßig das Sagen haben.

Wieder Großrazzia gegen ausländische Firmen in Phuket, Phang-Nga und Krabi
ThaiRath

PHUKET, THAILAND – Schlag sechs Uhr morgens: In den Traumkulissen von Phuket, Phang Nga und Krabi klickten am 20. Juni 2026 die Handschellen. Ein massiver Polizeieinsatz mit 59 Haftbefehlen und 60 Durchsuchungsbeschlüssen zerschlägt gezielt Netzwerke, die Ausländern über Strohmänner illegal Grund und Boden zugeschanzt haben sollen.

Befehl von ganz oben: Premiers Faust gegen die Nominees

Polizeigeneralleutnant Noppasil Poonsawat persönlich gab am Morgen auf dem Vorplatz der Polizeistation Phuket Stadt das Signal für Phase drei der beispiellosen Jagd. Der Kommissar im Büro des Nationalen Polizeichefs ließ keinen Zweifel daran, dass die Aktion direkt auf eine Anweisung des Premierministers zurückgeht.

Das Ziel ist glasklar: die lukrativen, aber illegalen Geschäfte mit ausländischen Strohmännern im Süden Thailands trockenzulegen. Keine verschleierten Briefkastenfirmen mehr, kein versteckter Landbesitz durch ausländische Investoren.

Hochrangige Allianz gegen Landraub

Die Ermittler schlugen nicht im Alleingang zu. Neben Noppasil standen die Spitzen der Provinzpolizei Region 8, angeführt von Polizeigeneralmajor Narongrit Dansuwan, und der örtliche Kommandeur von Phuket, Polizeigeneralmajor Sinlert Sukhum, parat. Selbst der Chef der Einwanderungsbehörde 6, Polizeigeneralmajor Chutareth Yingyongdamrongsakul, war vor Ort.

Auch zivile Behörden zogen mit voller Kraft mit: Zwei stellvertretende Generaldirektoren des Katasteramtes, Thanawat Patsadarak und Trairat Thepborirak, führten ihre Truppen ins Feld. Gemeinsam mit Verwaltung, Handels- und Arbeitsamt decken sie nun jedes Detail auf.

Im Visier: 29 Firmen in Phuket

Der Fokus der Razzia liegt auf der Ferieninsel Phuket, wo gleich 29 Unternehmen ins Visier der Strafverfolger gerieten. Der Vorwurf wiegt schwer: Die Firmen haben Aktienstrukturen, in denen Ausländer faktisch die Macht haben, während die thailändischen Gesellschafter nur auf dem Papier existieren.

Mit diesem Trick verschleiern die Netzwerke, dass die Firmen wertvolles Land besitzen, was Ausländern nach thailändischem Recht strikt verboten ist. Die Beamten durchkämmen nun die Besitzverhältnisse und Aktienbücher.

Vorspiel auf Koh Phangan

Der heutige Großeinsatz ist kein Blitz aus heiterem Himmel. Schon einen Monat lang hatten Polizei und Behörden die Gegend ausgekundschaftet, bevor sie zuschlugen. Die Vorermittlungen sollten jedes Risiko eines Fehlschlags ausschließen.

Bereits in den ersten beiden Phasen der Operation auf Koh Phangan in der Provinz Surat Thani spürten die Ermittler ähnliche Netzwerke auf. Der Druck der Regierung auf die Drahtzieher hinter den illegalen Immobiliendeals wird landesweit erhöht.

Scheininvestoren mit Sozialhilfekarte enttarnt

Bei den Durchsuchungen erlebten die Fahnder böse Überraschungen. Einige Personen, die offiziell als schwerreiche Investoren und Firmeninhaber auftraten, hatten in Wahrheit nicht einmal genug Geld für den Alltag. Sie lebten von staatlicher Wohlfahrt und besaßen lediglich eine Sozialversicherungskarte.

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Diese angeblichen Geschäftsleute verfügten über keinerlei echte Kapazität, sich an einem Joint Venture zu beteiligen. Für die Polizei ist es der stichhaltige Beweis, dass sie nur als Strohmänner für ausländische Hintermänner dienten, die auf diesem Weg die Kontrolle über thailändisches Land erlangten.

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Quelle: Thairath

Ein Kommentar zu „Wieder Großrazzia gegen ausländische Firmen in Phuket, Phang-Nga und Krabi

  1. Auf der einen Seite kann ich ja verstehen, dass sich Thailand ihr Land nicht von Ausländern wegkaufen lassen will. Ich verstehe sogar, dass ausländische Konkurrenz im Gewerbe durchaus frustrierend sein kann, zumindest falls die Ausländer damit sogar Erfolg haben könnten. Nur hatte man schon vor Jahrzehnten nach der Methode „wasch mich, aber mach mich nicht nass“ Strukturen geschaffen die geradezu zu Betrug und Missbrauch aufgefordert haben. Mit dem Betrug und Missbrauch macht die Anutin-Regierung nun anscheinend Schluss.
    In diesen Hauruck-Verfahren beteiligte Ausländer zu enteignen, abzustrafen und rauszuwerfen und das nach jahrzehntelanger tolerierter Praxis empfinde ich zutiefst schäbig und schädigt dem Image des Landes dauerhaft. Ohne dabei aus den Augen zu verlieren, dass Ausländer die sich auf solche windelweiche Rechtskonstrukte einließen von Anfang wussten, das dies nur toleriert, aber trotzdem illegal ist.
    Zu rechtfertigen wäre es nur allenthalben, wenn man nun klar kommuniziert würde, dass ausländische Investitionen in Thailand in aller Regel auch in Zukunft nicht willkommen sind. Nur das macht man dann doch lieber nicht. Ist es vermutlich ertragreicher zuerst investieren zu lassen und dann doch einkassieren.

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