CHIANG RAI, Thailand – Gouverneur Chucheep Phongchai hat nach einem massiven Korruptionsskandal um manipulierte Schüleridentitäten alle Bezirke in Alarmbereitschaft versetzt. Im Visier: Ausländer, die sich mit gefälschten Daten in die sogenannte G-Gruppe einschleusen, um an thailändische Pässe und Sozialleistungen zu kommen. Die Provinz weitet jetzt die Kontrollen drastisch aus, nachdem eine Bande im Distrikt Wiang Kaen aufgeflogen ist.
Gouverneur beruft Krisensitzung ein
Am 19. Juni 2026 schaltete Gouverneur Chucheep Phongchai sämtliche Bezirkschefs, Polizei, Bildungsamt und Registrierungsstellen per Video zusammen. Im Rathaus von Chiang Rai zog er gemeinsam mit seinem Vize Prasert Jitpleacheep die Reißleine – Anlass war die am Vortag gestartete Operation „G Tao auslöschen“.
Dabei hatten Beamte im Bezirk Wiang Kaen eine Korruptionsgruppe geschnappt, die Ausländern gegen Geld den Weg in die G-Gruppe ebnete. Diese Einstufung eröffnet den Zugang zu einer 13-stelligen nationalen Identifikationsnummer und damit zu staatlichen Hilfen.
Was hinter dem G-Code steckt
Die sogenannte Gruppe G oder G-Code ist eine offizielle Kategorie für Schüler, über die Identifikationsnummern beantragt werden können. In der Praxis wurde sie zum Schlupfloch für Kriminelle: Ausländer ohne echten Schulstatus ließen sich als G-Schüler registrieren, um später eine thailändische ID und Sozialleistungen zu kassieren.
Für die Behörden ist das ein doppeltes Problem: Es untergräbt die Glaubwürdigkeit des Meldesystems und schädigt jene, die wirklich Anspruch haben. Gouverneur Chucheep machte klar, dass alle Bezirke nun die Daten der G-Schüler auf den Prüfstand stellen müssen.
Schülerdaten werden rigoros gesäubert
Das Bildungsamt und alle Distriktverwaltungen wurden angewiesen, die Schülerakten mit G-Status unverzüglich zu aktualisieren. Doppelte Registrierungsnummern sollen ausgeschlossen werden, und bei fehlender echter Identität oder abgelaufenem Bildungsstatus wird sofort das rechtliche Verfahren zur Streichung eingeleitet.
Die Provinzpolizei Chiang Rai und das regionale Registrierungsmanagementzentrum übernehmen dabei die Kontrolle verdächtiger Fälle. Ziel ist es, den Missbrauch bereits im Antragsstadium zu ersticken.
31.196 G-Schüler – fast 7000 mit voller ID
Die aktuelle Bestandsaufnahme vom Juni 2026 offenbart das ganze Ausmaß: Insgesamt 31.196 Schüler fallen in der Provinz Chiang Rai unter den G-Code. 6.936 von ihnen haben bereits eine 13-stellige Identifikationsnummer erhalten, während 21.824 noch im Verfahren stecken.
1.715 der registrierten G-Schüler waren in keiner Bildungseinrichtung auffindbar, und 721 wurden endgültig disqualifiziert. Diese Zahlen verdeutlichen, wie groß die Lücke im System bereits ist.
Mae Sai an der Spitze der Missbrauchsfälle
Ein Blick auf die drei am stärksten betroffenen Distrikte zeigt, wo der Schwerpunkt der Korruption lag: Mae Sai führt mit 7.455 Fällen, gefolgt von Mae Fah Luang mit 5.229 und Mueang Chiang Rai mit 3.909. Ausgerechnet in Mae Sai – einem wichtigen Grenzübergang – scheint der Missbrauch besonders leicht gewesen zu sein.
Diese drei Distrikte werden nun mit Hochdruck durchforstet. Die Behörden vermuten, dass sich die kriminellen Netzwerke gezielt Regionen mit vielen Migranten ausgesucht haben.
Netzwerke im Visier – Operation weitet sich aus
Nach der Festnahme in Wiang Kaen am 18. Juni läuft die Operation „G Tao auslöschen“ auf Hochtouren. Die Provinzpolizei ermittelt jetzt gegen weitere Mitglieder des Schleusernetzwerks, das Ausländer gegen Bezahlung in die G-Gruppe eingeschleust haben soll.
Die Behörden prüfen Verbindungen über Distriktgrenzen hinweg. Gouverneur Chucheep Phongchai betonte, dass alle Lücken im Registrierungssystem geschlossen werden und keine Schlupflöcher mehr bestehen sollen.
Datenbanken werden ständig abgeglichen – Bildungsamt in der Pflicht
Die Provinz Chiang Rai hat zugesagt, die Melderegister-Datenbank künftig engmaschiger zu überwachen. Bildungsbehörden müssen Schulabgänger sofort melden und alle Schülerdaten regelmäßig aktualisieren, bevor sie an das Bildungsministerium und das Registrierungsamt weitergeleitet werden.
Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass nur berechtigte Schüler im System verbleiben und Missbrauch durch falsche Angaben verhindert wird.



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