PATTAYA – Ein 46-jähriger Body-Paint-Künstler wurde am frühen Montagmorgen leblos am Jomtien Beach gefunden. Sein bester Freund ist überzeugt: Es war kein Unfall, kein natürlicher Tod. Der Mann hatte Spielschulden – und eine Überwachungskamera filmte, wie ein Unbekannter neben ihm stand und einfach zusah.
Der Fund am Strand
Die Meldung erreichte die Polizeistation Pattaya City kurz nach Sonnenaufgang. Am Jomtien Beach, Eingang Soi 10 in Tambon Nong Prue, Bezirk Bang Lamung, Provinz Chonburi, lag ein Mann reglos im Sand – etwa fünf bis sechs Meter von den Liegestühlen entfernt.
Die ermittelnde Beamtin koordinierte sofort die Spurensicherung der Einheit Chonburi 2 sowie die Sawang Boriboon Rescue Foundation aus Pattaya. Als die Einsatzkräfte eintrafen, hatten sich bereits Schaulustige und Touristen um den Fundort versammelt.
Wer war der Tote?
Die Identität des Mannes konnte rasch geklärt werden: „Ood“, 46 Jahre alt, stammte aus dem Landkreis Kanthararom in der Provinz Si Sa Ket im Nordosten Thailands. Er lebte in Pattaya und arbeitete als Body-Paint-Künstler – ein Beruf, der an Stränden und in Touristenzonen verbreitet ist.
Der Tote lag auf dem Rücken, ohne Hemd, in einer schwarzen Jeans. Neben seiner rechten Hand fand die Spurensicherung eine abgerissene Buddhakette. Fünf Meter entfernt lag sein Mobiltelefon. Noch auffälliger: Ein Paar Flip-Flops, zwei Meter voneinander getrennt, unnatürlich weit auseinander – als hätte jemand die Schuhe absichtlich dorthin geworfen.
Der letzte Satz eines Schuldners
Sein engster Freund, der 46-jährige Saman, legte gegenüber der Polizei eine Aussage ab. Bereits am Sonntag, dem 5. Juli, habe Ood ihn aufgesucht und von seinen Sorgen erzählt: Er steckte in Spielschulden – die Rede ist von 2.500 Baht, vermutlich aus Hahnenkämpfen oder illegalen Box-Wetten – und hatte das Geld zum vereinbarten Termin nicht beisammen.
Sein letzter Satz gegenüber Saman soll gewesen sein: „Ich habe kein Geld, um es ihnen zu bringen. Dann sollen sie halt kommen und mich töten.“ Saman gab ihm 100 Baht für den Weg – und erfuhr am nächsten Tag, dass sein Freund tot war. Er ist überzeugt: Ood wurde ermordet. Kein Herzleiden, kein Suizid.
Was die Überwachungskamera aufzeichnete
Die Überwachungskamera eines nahegelegenen Geschäfts dokumentierte die Vorgänge in den frühen Morgenstunden. Gegen 04:34 Uhr traf ein unbekannter korpulenter Mann auf Oods weißem Honda Click am Strand ein. Beide gingen gemeinsam in Richtung Wasser. Gegen 05:00 Uhr verstarb Ood – der Unbekannte unternahm nichts, rief keine Hilfe und blieb zeitweise in der Nähe des Ortes.
Gegen 06:27 Uhr verließ er den Strand auf Oods Motorrad. Die Polizei geht davon aus, dass Ood zwischen 05:00 und 05:30 Uhr verstarb. Der Unbekannte sprach kurz mit einer Gruppe Kathoeys, die rund 20 Meter entfernt stand, bevor er endgültig davonfuhr.
Polizei lässt alle Spuren offen
Die Ermittler schließen derzeit keine Theorie aus: Mord, Vergiftung, ein Anschlag aus dem Milieu – oder ein natürlicher Tod mit unheimlichem Zeugen. Der Leichnam wurde zur gerichtsmedizinischen Untersuchung in die Rechtsmedizin des Polizeikrankenhauses in Bangkok überführt.
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Der Fahndungsdruck auf den Unbekannten ist hoch: Er war die letzte Person neben Ood, bevor dieser starb – und fuhr mit dessen Motorrad davon. Ob er als Verdächtiger, als Zeuge oder als beides gilt, werden die Ermittlungen zeigen. Die Polizei wertet derzeit weitere Kameraufnahmen aus der Umgebung aus.



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