PATTAYA, Thailand – Im Fall des Koffer-Mordes von Pattaya fordert die Familie der getöteten 17-jährigen Tunchanok Donhomla Entschädigung vor Gericht. Staatsanwälte und Justizbeamte unterstützen sie dabei. Angeklagt ist der australische Staatsbürger Simon Peter Carman, der alle Vorwürfe bestreitet.
Familie beantragt Entschädigung im Strafverfahren
Das Pattaya-Büro des Provinzbüros für Rechtsschutz und Rechtshilfe in Chonburi hilft der Familie, über das Strafgericht Entschädigung zu fordern. Beamte stellten einen Transporter und Mitarbeiter bereit, die die Angehörigen von der Staatsanwaltschaft Pattaya zum Provinzgericht begleiteten. Dort sollte der Antrag eingereicht werden.
Rechtsgrundlage ist Abschnitt 44/1 der thailändischen Strafprozessordnung. Der Antrag gehört zum Strafverfahren mit dem Aktenzeichen T.61/2569 am Provinzgericht Pattaya, in dem die Staatsanwaltschaft Pattaya gegen Carman vorgeht.
Staatsanwälte erklären der Familie ihre Rechte
Der Vater des Mädchens, Thongchai Donhomla, wandte sich an die Beamten und bat um Hilfe. Staatsanwalt Jirat Sereekul, zuständig für Rechtsschutz in der Provinz, und Putthaporn Sritairat erklärten der Familie ihre Rechte, die einschlägigen Gesetze und die Schritte bis zur Antragstellung. Zugleich beantworteten sie Fragen zum laufenden Verfahren.
Am Antrag arbeiteten außerdem das Büro der Provinz Kalasin, aus der die Familie stammt, und das Provinzbüro für Justiz in Chonburi mit. Dieses informierte die Angehörigen zusätzlich über die staatliche Entschädigung, die Opfern von Straftaten und ihren Hinterbliebenen zusteht.
Vater hatte Carmans Angebot im Juli abgelehnt
Schon kurz nach der Tat hatte die Frage im Raum gestanden, ob Geld Carmans Strafe mindern könnte. Wir hatten über diese Möglichkeit nach thailändischem Recht berichtet. Der Vater lehnte danach ein Entschädigungsangebot des Australiers ab und erklärte, er tausche die Würde seiner Tochter nicht gegen Geld.
Auch eine Entschuldigung Carmans wollte er nicht hören. Er verlangte, dass der Mann Verantwortung übernimmt, und kündigte an, sich gegen eine Freilassung auf Kaution zu stellen. Der jetzige Antrag läuft nun über das Strafverfahren selbst.
Rückblick: Das Mädchen verschwand in Jomtien
Die 17-Jährige verschwand am 25. Juni 2026, nachdem sie gemeinsam mit Carman ein Kondominium in Jomtien betreten hatte. Zwei Tage später fanden Beamte ihre Leiche in einem Koffer, abgelegt auf einer verwilderten Fläche neben einer Bahnstrecke in Pattaya. Carman wurde am Flughafen Suvarnabhumi festgenommen, kurz vor einem Flug nach Perth.
Wochenblitz hat den Fall von Beginn an begleitet, vom Verschwinden der 17-Jährigen über die Festnahme am Flughafen bis zum Profil des Verdächtigen. Auch die Aussage einer Freundin und die Debatte über Minderjährige in Pattayas Nachtleben haben wir aufgegriffen.
Prozess gegen Carman läuft
Die Staatsanwaltschaft hat Carman wegen vorsätzlichen Mordes, des Verbergens einer Leiche und der Mitnahme einer Minderjährigen zu unsittlichen Zwecken angeklagt. Bei seinem ersten Auftritt vor Gericht am 18. September bestritt er alle vier Punkte. Sein Antrag auf Freilassung gegen Kaution stieß auf den Widerspruch der Staatsanwaltschaft, er bleibt in Untersuchungshaft. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt er als unschuldig.
Nach früheren Angaben seines Anwalts kann das Verfahren sechs bis acht Monate dauern. Die nächste Anhörung ist für den 12. Oktober angesetzt, dann soll das Gericht mit der Prüfung der Beweise der Anklage beginnen. Bei einer Verurteilung wegen vorsätzlichen Mordes drohen in Thailand 15 bis 20 Jahre Haft, lebenslange Haft oder die Todesstrafe. Mehr zum Prozessauftakt lesen Sie in unserem früheren Bericht.
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