Neue Strategie: Militär setzt auf High-Tech

Hauptstützpunkte sind für die Geschwader 1, 4 und 7 vorgesehen. Die Vorgaben reagieren auf die Erfahrungen aus den Verteidigungseinsätzen vom Dezember 2025.

Neue Strategie: Militär setzt auf High-Tech
Nation

BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Luftwaffe (RTAF) soll in den kommenden zehn Jahren kleiner werden und Hauptstützpunkte für die Kampfgeschwader 1, 4 und 7 vorsehen. Das kündigte Luftwaffen-Oberbefehlshaber Seksan Kantha bei einer Veranstaltung an der Militärakademie Navaminda Kasatriyadhiraj in der Provinz Saraburi an. Die Veranstaltung markierte zugleich den 74. Jahrestag der Akademie. Seine Vorgaben für 2027 und 2028 setzen auf Qualität statt Stückzahl und reagieren auf die Erfahrungen aus den Verteidigungseinsätzen im Dezember 2025.

Werbeanzeige

Luftwaffe soll in zehn Jahren kleiner werden

Zum hundertjährigen Bestehen der RTAF in zehn Jahren wird die Luftwaffe nach Seksans Worten kleiner sein. Die Hauptstützpunkte sollen dann für die drei Hauptkampfgeschwader stehen: Geschwader 1, Geschwader 4 und Geschwader 7.

Die übrigen Geschwader übernehmen Sondereinsätze, Lufttransporte und unbemannte Flugzeuge, wobei dort noch mehr Kapazität nötig sei. Bemannte und unbemannte Flugzeuge sollen künftig gemeinsam Aufträge erfüllen, ergänzt durch leistungsstarke Hubschrauberstaffeln und Bodeneinheiten, die Ziele koordinieren.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Erfahrungen aus den Verteidigungseinsätzen

Der zweite Grund für Seksans Auftritt war die Bilanz seit seiner ersten Grundsatzrede im Jahr 2025. Dabei spielten die nationalen Verteidigungseinsätze vom Montag, 8. Dezember 2025, bis Samstag, 27. Dezember, eine zentrale Rolle. Sie zeigten, welche Bedrohungen bestehen, weshalb die Prioritäten neu bewertet werden mussten.

Die Grundrichtung bleibe dennoch unverändert. Die Überprüfung betraf Strategie und Doktrin, die mit dem Weißbuch übereinstimmen, und konzentrierte sich auf einige Kernthemen.

Werbeanzeige

Unfreundliche Staaten testen Thailand weiter

Seksan sagte, die politischen Absichten unfreundlicher Staaten bestünden fort. Diese provozierten mit Informationsoperationen, Cyberoperationen und Drohnen, um die Fähigkeiten Thailands immer wieder zu prüfen, während sie ihre eigene Kampfkraft ausbauen.

Um einen künftigen Krieg zu gewinnen, brauche die RTAF Fähigkeiten im Cyberraum, im Weltraum und im elektromagnetischen Spektrum. Dazu kommen moderne Waffen und Ausrüstung sowie robuste Datennetze, die alle Teilstreitkräfte miteinander verbinden.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Warnung vor falscher Sicherheit

Bei der Lagebewertung rund um Thailand zitierte Seksan einen namentlich nicht genannten chinesischen Philosophen. Sinngemäß hieß es, es sei, als bewegten sich die Bäume, obwohl kein Wind wehe.

Die Bedrohungen seien weiterhin vorhanden, sagte der Oberbefehlshaber. Er verwies auf Lagebeurteilungen aus Nachrichtendiensten sowie auf die Überprüfung von Informationen und Handlungen und warnte, Thailand dürfe sich nicht in Sicherheit wiegen.

Werbeanzeige

Beschaffung: Qualität vor Quantität in sechs Gruppen

Bei der Beschaffung bekräftigte die RTAF ihr Ziel, eine unbesiegbare Luftwaffe aufzubauen. Die Entwicklung folgt Strategie, Doktrin und Weißbuch und soll den Luftraum, den Weltraum, die Souveränität und die Bevölkerung Thailands schützen.

Über die kommenden zehn Jahre sollen Projekte in sechs Gruppen die Luftwaffe formen. Die erste Gruppe umfasst unter anderem die Ersatzbeschaffung für Jagd- und Angriffsflugzeuge in zwei Phasen, ein strategisches unbemanntes Kampfflugsystem (UCAV), Zielbehälter sowie präzisionsgelenkte Munition, Überschall-Abstandswaffen und weitreichende Präzisionswaffen.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Luftverteidigung und Führung im Fokus

Gruppe zwei widmet sich Führung und Luftverteidigung. Geplant sind der Ausbau der Luftverteidigungssysteme mit einer Datenverbindung zur Führung und Steuerung (D2C2), Fähigkeiten zur luftgestützten Führung und Frühwarnung sowie ein integriertes Luftverteidigungssystem (IADS) für die Militärstützpunkte.

Hinzu kommen Echtzeit-Aufklärung mit künstlicher Intelligenz, der Ausbau der Luftverteidigungssysteme an den Meldestationen in Hat Yai und Phuket sowie Weltraumoperationen mit Satelliten.

Werbeanzeige

Neue Transportflugzeuge und Hubschrauber für Regierungsreisen

Für den Lufttransport ist die erste Phase der Beschaffung eines taktischen Mehrzweck-Transportflugzeugs vorgesehen. Hinzu kommen Flugzeuge, die den Typ 19 als Transporter für hochrangige Gäste ersetzen sollen.

Außerdem sind mittelgroße Hubschrauber und weitere Hubschrauber für den Transport hochrangiger Persönlichkeiten geplant.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Training, Gripen-Unterstützung und Projekte für Bevölkerung und Personal

Gruppe fünf umfasst die zweite Phase der Logistikunterstützung für die Gripen-39-C/D-Mehrzweckkampfjets, die Beschaffung taktischer Trainingssimulatoren sowie die Forschung an bewaffneten unbemannten Systemen.

Gruppe sechs betrifft die Unterstützung der Bevölkerung und die Moral. Vorgesehen sind der Umbau von BT-67-Flugzeugen für königliche Regenmissionen, der Bau von Wohnungen für Staatsbedienstete, eine Stupa zur Aufbewahrung buddhistischer Reliquien und Erholungsanlagen für Beamte und ihre Familien.

Werbeanzeige

Waffen, die abschrecken sollen

Seksan betonte, dass technische Qualität Vorrang vor der Stückzahl habe, die Anzahl der Geräte aber ebenfalls passen müsse. Prioritär seien Präzision, Einsatz jenseits der Sichtweite, große Reichweite und hohe Zerstörungskraft.

Die Waffen sollten furchteinflößend sein. Als Beispiel nannte er eine Waffe, die aus 100 Kilometern Entfernung durch eine Fenster- oder Türöffnung von höchstens einem Meter fliegen könne. Ein Gegner müsse davor Angst haben.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Drohnenabwehr zum Schutz wichtiger Standorte

Auf der Liste der Einsatzprioritäten stehen die Überarbeitung der Doktrin, die Integration neuer Technik und bessere Ausbildung. Die Regierung hat der RTAF außerdem Aufgaben bei Steuerung, Kontrolle und Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge übertragen.

Besonders zu schützen seien Luftwaffenstützpunkte, Geschwader, die Flugschule, das Ausbildungszentrum Nam Phong und die Task Force 9. Zudem sollen Gegenmaßnahmen gegen Cyberangriffe und elektronische Störung ausgebaut werden.

Werbeanzeige

Gemeinsame Führung nach dem Prinzip „ein Team“

Die Kampfführung folgt dem Ansatz „ein Team“ der thailändischen Streitkräfte, der gemeinsame Einsätze in den Vordergrund stellt. Geplant sind die Modernisierung des Luftwaffen-Operationszentrums und der Ausbau des Luftoperationszentrums.

Außerdem sollen Frühwarn- und Luftverteidigungssysteme verbessert werden, um Drohnen und ballistische Raketen früher zu erkennen. Das Luftkriegszentrum soll künftig als Drehscheibe für Wissen über Lufttaktik und systematische Einsatzbereitschaft dienen.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Barak MX: Technologietransfer und Lieferung 2029

Beim Kauf des modularen Mehrzweck-Luft- und Raketenabwehrsystems Barak MX sprach Seksan von einem wichtigen Fortschritt, der die Luftverteidigung der RTAF verändern könne. An der Qualität bestehe kein Zweifel, doch seien ausreichende Stückzahlen nötig. Planung und Entwicklung laufen in eine zweite Phase weiter.

Lesen Sie auch: Krankenversicherung in Thailand lohnt nicht für jeden Rentner?

Der Technologietransfer müsse im Paket enthalten sein, forderte Seksan, ebenso Ausbildung und Infrastruktur. So sollen Bedrohungen abgewehrt und wichtige Standorte im Krieg nicht angegriffen werden können. Die erste Phase, die bereits beschafft wurde, wird voraussichtlich 2029 geliefert.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Nation Thailand

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.