Wieviele Touristen sterben auf Thailands Straßen?

Rund 80 Prozent der getöteten ausländischen Touristen waren auf gemieteten Motorrädern unterwegs. Der Vorschlag sieht für betrunkene Fahrer mit Todesfolge sieben bis 15 Jahre Haft vor.

Wieviele Touristen sterben auf Thailands Straßen?
Facebook/ ท้องถิ่นนิวส์

BANGKOK, Thailand – Rund 120 ausländische Touristen sterben jedes Jahr bei Verkehrsunfällen in Thailand. Bis Anfang Oktober 2026 wurden bereits 91 Todesfälle registriert. Besonders gefährdet sind Urlauber, die Motorräder mieten oder zu Fuß unterwegs sind. Verkehrssicherheitskampagnen fordern deshalb Haftstrafen von bis zu 15 Jahren für betrunkene Autofahrer, die tödliche Unfälle verursachen.

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91 Tote bis Anfang Oktober

Die Zahlen stammen von der Road Accident Victims Protection Company und wurden in einem DailyNews-Bericht vom 8. Oktober veröffentlicht. Im Jahr 2025 starben demnach 116 ausländische Touristen bei Straßenunfällen, 14.269 wurden verletzt.

Bis zum 5. Oktober 2026 zählte die Organisation 91 Tote und 9.668 Verletzte unter ausländischen Touristen. Das entspricht im Schnitt etwa zehn Todesopfern pro Monat.

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Mietmotorräder und Fußgänger sind am stärksten betroffen

Nach Angaben von Thanapong Jinwong, Leiter des Road Safety Academic Centre, waren rund 80 Prozent der getöteten Touristen auf gemieteten Motorrädern unterwegs. Etwa 10 Prozent waren Fußgänger, darunter Menschen, die eine Straße überquerten. Die veröffentlichten Zahlen belegen jedoch nicht, wie viele der erfassten Todesfälle direkt durch Alkohol am Steuer verursacht wurden.

Thanapong kritisiert, dass das Thema trotz der Bemühungen der Regierung, Thailand als sicheres Reiseziel zu bewerben, nur wenig Beachtung findet. Seiner Ansicht nach muss die Sicherheitspolitik für Touristen Verkehrsunfälle genauso ernst nehmen wie Kriminalität.

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Thailand liegt bei Verkehrstoten weit vorn

Die Weltgesundheitsorganisation schätzte, dass 2021 landesweit 18.218 Menschen im Straßenverkehr starben. Das waren etwa 50 Tote pro Tag.

Im Global Status Report zur Straßenverkehrssicherheit 2023, der Schätzungen zur Sterblichkeit von 2021 verwendet, lag Thailands Todesrate bei 25,4 pro 100.000 Einwohner, eine der höchsten in Asien. Motorradfahrer machten rund 84 Prozent aller Verkehrstoten aus.

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Heute drohen drei bis zehn Jahre Haft

Nach dem geltenden Verkehrsgesetz drohen bei Trunkenheitsfahrten, bei denen ein anderer stirbt drei bis zehn Jahre Haft, eine Geldstrafe von 60.000 bis 200.000 Baht und der Entzug des Führerscheins. Wer sich schuldig bekennt, die Familie des Opfers entschädigt oder sich an den Beerdigungskosten beteiligt, kann mit einer milderen Strafe rechnen.

Richter können in geeigneten Fällen die Haftstrafe zur Bewährung aussetzen. Thanapong meint, eine höhere Mindeststrafe würde Bewährungsstrafen unwahrscheinlicher machen.

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Vorschlag: sieben bis 15 Jahre Haft

Der Vorschlag sieht vor, die Haftstrafe für Fahrer, die unter Alkoholeinfluss einen tödlichen Unfall verursachen, auf sieben bis 15 Jahre anzuheben. Eine öffentliche Umfrage unter Partnerorganisationen für Verkehrssicherheit ergab, dass 91 Prozent der Befragten Haft für Fahrer befürworten, die betrunken töten.

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87 Prozent sprachen sich laut DailyNews für eine Strafe von sieben bis 15 Jahren aus. Die Zahlen stützen die Forderung der Kampagne.

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Japan zeigt, was strengere Regeln bewirken können

Thanapong verweist auf Japan, das Anfang der 2000er Jahre härtere Maßnahmen gegen Alkohol am Steuer einführte, darunter höhere Bußgelder und strengere Promillegrenzen. Laut einer veröffentlichten Studie sanken die tödlichen Unfälle unter Alkoholeinfluss von 1.276 im Jahr 2000 auf 287 im Jahr 2010, ein Rückgang von rund 78 Prozent.

Die Forscher wiesen allerdings darauf hin, dass der Abwärtstrend schon vor einigen der Gesetzesänderungen begonnen hatte.

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Flucht vom Unfallort erschwert Alkoholnachweise

Thanapong kritisiert, dass Fahrer den Unfallort verlassen, bevor die Polizei einen Alkoholtest durchführen kann. Dadurch wird es schwerer nachzuweisen, ob sie zum Zeitpunkt des Unfalls betrunken waren.

Er fordert die Ermittler auf, erschwerende Umstände genau zu dokumentieren, etwa gefährliches Rasen oder Fahrerflucht. So haben die Gerichte genug Informationen für das Strafmaß.

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Tourismusbehörde wirbt mit Trusted Thailand

Die Tourismusbehörde TAT hat die Initiative Trusted Thailand gestartet, die die Sicherheit und Servicestandards im Tourismus verbessern soll. Die Regierung setzt dabei auf eine Zusammenarbeit von Polizei, Tourismusbetrieben und weiteren Behörden.

Beim Thema Straßenverkehr hakt es jedoch. Laut einem Bericht des Ministeriums für Tourismus und Sport belegte Thailand im Travel and Tourism Development Index des Weltwirtschaftsforums 2024 beim Punkt Sicherheit ssowie Schutz nur Platz 102 von 119 Volkswirtschaften, obwohl das Land insgesamt auf Platz 47 lag.

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Führerschein und Versicherung vor dem Motorradfahren prüfen

Das britische Außenministerium warnt in seinen Reisehinweisen, dass Besucher über den erforderlichen Führerschein verfügen sollten. Außerdem sollten sie prüfen, ob ihre Reiseversicherung die Nutzung von Motorrädern abdeckt.

Laut den Hinweisen kann Fahren ohne gültige Lizenz nach einem Unfall den Versicherungsschutz aufheben. Die aktuellen Todeszahlen betreffen zwar nur ausländische Touristen, die Risiken durch Motorrad- und Fußgängerunfälle gelten aber auch für in Thailand lebende Ausländer.

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Kampagne will 10.000 Unterschriften sammeln

Thanapong kündigte an, dass die Kampagne im November mit dem Sammeln von 10.000 Unterschriften für die geplante Gesetzesänderung beginnen will.

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Bis die Änderung in Kraft tritt, muss der Vorschlag noch den vorgesehenen Rechtsweg durchlaufen.

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Quelle: Thaiger

2 Kommentare zu „Wieviele Touristen sterben auf Thailands Straßen?“

  1. 7 bis 15 Jahre Haft für Unfälle mit Todesfolge, verursacht durch Alkohol am Steuer, finde ich als Mindestmaß schon angebracht. Und wenn es durch Fahrerflucht schwer wird, später noch den Alkoholwert nachzuweisen, ganz einfach das Strafmaß für Fahrerflucht angleichen.

  2. Wenn man solche Wunschträume äußert(Hebung Verkehrssicherheit), dann sollten Regeln auch konsequent werden.
    Also bleiben die Vergaben einfach nur leere Worthülsen. Ohne Umsetzengswillen würden ich mich schämen solche Wunschträume zu äussern

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