Das Geld ist auf dem Konto – aber nicht mehr verfügbar

Der Bankbrief ist bezahlt, doch das Konto zeigt nur noch einen Bruchteil als verfügbar. Was die Bangkok Bank fordert, was die Immigration verlangt und wie Betroffene reagieren.

Das Geld ist auf dem Konto - aber nicht mehr verfügbar
KI generiertes Symbolbild

Das Geld gehört ihm, es liegt auf seinem Konto, und trotzdem kommt er nicht heran. Ein Ehemann wollte in Bangkok nur seine Aufenthaltsverlängerung beantragen und holte dafür den üblichen Bankbrief. Am Schalter erklärte ihm die Bangkok Bank, sein Guthaben werde danach für Monate gesperrt. Das erfuhr er erst, als der Brief schon bezahlt war. Ablehnen ging nicht, denn ohne Zustimmung gab es kein Papier.

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Bangkok Bank sperrt 400.000 Baht für die Verlängerung

Der Mann stützte seinen Antrag auf die Ehe mit einer Thailänderin und forderte den Bankbrief an. Nach seinem Bericht in einem Expat-Forum teilte die Bank mit, dass sein Guthaben von 400.000 Baht für mehrere Monate gebunden bleibt.[1] In der Banking-App stand danach nur noch der Betrag oberhalb dieser Summe als verfügbar. Zustimmen oder ohne Brief heimgehen: Eine dritte Option gab es nicht.

Als Begründung hörte er, er könne sich das Geld geliehen haben und nach Erhalt des Briefs zurückzahlen. Dabei liege das Guthaben nach seiner Angabe schon lange auf diesem Konto. Verdacht gegen den eigenen Kunden, aber zahlen soll er trotzdem. Der Bericht ist ein Einzelfall ohne unabhängige Bestätigung, deshalb steht alles Folgende unter dem Vorbehalt von Nutzerberichten.

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Die Vier-Monats-Regel der Bank

Übereinstimmende Nutzerberichte beschreiben eine Regel der Bangkok Bank: Der geforderte Betrag muss vier Monate auf dem Konto liegen, bevor die Bank den Bankbrief ausstellt.[2] Liegt das Geld kürzer dort, bekommen Kunden den Brief trotzdem, die Summe wird dann aber für weitere vier Monate gesperrt. Mit einer Vorschrift der Immigration habe das nichts zu tun, sagen die Betroffenen.

Zum Verfahren gehört offenbar eine Erklärung: Kunden berichten, sie hätten ein Formular unterschreiben müssen, das den Betrag für vier Monate bindet.[3] Die Praxis ist nicht einheitlich. Manche Kunden bekamen ihren Brief ohne jede Sperre, andere nicht. Es scheint von Filiale, Zeitpunkt und der Dauer des Geldes auf dem Konto abzuhängen.

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Zwei Monate verlangt die Immigration

Die Immigration verlangt von einem Ausländer, der mit einer Thailänderin verheiratet ist, 400.000 Baht auf einem Konto in Thailand, und zwar für die zurückliegenden zwei Monate.[4] Alternativ genügt ein durchschnittliches Einkommen von 40.000 Baht im Monat. Von vier Monaten steht dort nichts.

Die Immigration will zwei Monate sehen, die Bank bindet vier. Rechnerisch ein Aufschlag von hundert Prozent. Einzelne Immigration-Büros sollen laut Nutzerberichten sogar drei Monate wollen, deshalb lohnt vorab ein Anruf beim zuständigen Büro der Immigration. Die Angabe der Regierungsseite ist älter, Details können sich zwischenzeitlich geändert haben.

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Der Bankbrief der Immigration

Der Bankbrief bestätigt Kontoinhaber und Kontostand zum Zeitpunkt der Ausstellung, mehr nicht.[5] Die zwei Monate selbst belegen Kontoauszüge oder Kopien des Sparbuchs. Ein Forenmoderator betont, der Brief sei für jede Verlängerung nötig, die Sperre dagegen eine Sonderregel der Bank. Auch ältere Merkblätter der Immigration nennen eine Bankbestätigung als Unterlage.

Der Mann im Fall fragte, ob Sparbuch und Auszüge allein genügen. Die Antwort aus dem Forum fiel klar aus: Ohne Brief nimmt die Immigration den Antrag nicht an. Wer den Brief braucht, kommt an der Bank also nicht vorbei, und damit auch nicht an deren Bedingungen.

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Warum die Bank so handelt

Nutzer geben wieder, Bankmitarbeiter hätten Geldwäsche und die Nutzung von Vermittlern als Grund genannt.[2] Im Forum wird zusätzlich vermutet, die Bank wolle Ärger mit der Aufsichtsbehörde Bank of Thailand vermeiden. Presseberichten zufolge hat die Bangkok Bank auch die Eröffnung neuer Konten für Ausländer ohne Langzeitvisum verschärft.[6]

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ZUM ANGEBOT

Eine offizielle Stellungnahme der Bank zur Sperre haben wir nicht gefunden. Das Ziel ist nachvollziehbar, die Wirkung trifft aber auch Kunden, die ihr Konto seit Jahren unauffällig führen. Für sie ist die Sperre keine Sicherheitsmaßnahme, sondern ein Wartezimmer für das eigene Geld.

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Verfügbar ist nicht gleich vorhanden

Nach den Berichten bleibt das Geld auf dem Konto, es wird nicht verschoben.[7] Der Kontostand zeigt weiter die volle Summe, verfügbar ist aber nur der Rest. Ein Kunde mit 407.000 Baht im Konto sah danach nur noch rund 7.000 Baht als verfügbar. Mit einer Sperre hatte er gerechnet, mit so wenig nicht.

Für Notfälle ist der gesperrte Teil damit nicht erreichbar. Ein Forumsnutzer fragt, was bei einer plötzlichen Krankenhausrechnung geschieht, und genau diese Frage bleibt offen. Empfehlung der Redaktion: Wer das Geld bisher als Reserve betrachtet hat, sollte eine zweite Rücklage auf einem anderen Konto anlegen.

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Bank wechseln, aber richtig

Viele Betroffene wollen die Bank wechseln, genannt werden Kasikorn, Krungsri und Krungthai.[7] Nach einem Anruf bei Kasikorn hieß es, die Vier-Monats-Regel gebe es dort noch nicht, sie werde aber erwartet. Andere Banken könnten also nachziehen, wer wechselt, sollte das nicht als Dauerlösung verstehen.

Ein Wechsel braucht Planung. Das Geld muss die Sperre erst überstehen, und auf dem neuen Konto will die Immigration den Betrag wieder für die geforderte Zeit sehen. Wer mitten im Antragsverfahren wechselt, kann eine Lücke riskieren. Deshalb vorher beim zuständigen Büro klären, welche Unterlagen für den Wechsel nötig sind.

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Beschwerde bei der Bank of Thailand

Wer die Sperre für überzogen hält, kann sich an das Financial Consumer Protection Center der Bank of Thailand wenden, Telefon 1213, E-Mail fcc@bot.or.th.[8] Die Stelle nimmt Beschwerden zu Finanzdienstleistungen entgegen, die von der Zentralbank beaufsichtigt werden. Zuständig ist sie für Banken und andere beaufsichtigte Finanzdienstleister.

Ob die Bank so handeln darf, ist eine Rechtsfrage. Eine öffentliche Rechtsgrundlage für die Sperre haben wir nicht gefunden, und ein Erfolg der Beschwerde ist nicht garantiert. Hilfreich sind der Brief, das unterschriebene Formular, ein Kontoauszug mit Sperrvermerk sowie Name und Adresse der Filiale.

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Einkommensmethode statt Sparbuch

Die Immigration akzeptiert für die Verlängerung wegen Ehe alternativ ein durchschnittliches Einkommen von mindestens 40.000 Baht im Monat.[9] Wer es belegen kann, muss laut Vorgabe kein 400.000-Baht-Polster auf einem Konto parken. Auf dem Papier erledigt das die Sperre gleich mit.

Welche Belege ein Büro dafür sehen will, ist unterschiedlich, etwa Bescheinigungen oder Nachweise regelmäßiger Überweisungen. Doch einzelne Büros verlangen laut Forenberichten auch bei dieser Methode einen Bankbrief. Das Schlupfloch führt dann doch wieder zum Schalter der Bank.

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Anmerkungen der Redaktion

Lesen Sie auch: Festgeld oder Sparkonto fürs Rentnervisum?

Die geschilderten Sperren und die Vier-Monats-Regel beruhen auf Berichten von Bankkunden, eine offizielle Stellungnahme der Bangkok Bank lag bei Redaktionsschluss nicht vor. Die Praxis unterscheidet sich je nach Filiale und Immigration-Büro, vor jedem Antrag sollten Betrag, Dauer und Nachweise bei Bank und zuständigem Büro erfragt werden.

  1. Fallbericht eines Nutzers im Forum ASEAN NOW, Thread „Bangkok Bank have locked my 400,000 baht balance for 4 months?“, Einzelbericht ohne unabhängige Bestätigung: aseannow.com ↩
  2. Vier-Monats-Regel und Begründung laut Bankmitarbeitern: Nutzerberichte auf Ask Thailand, keine offizielle Bankquelle: ask.in.th ↩ ↩
  3. Formular und Sperre bei Ehe-Verlängerung, uneinheitliche Praxis: Nutzerberichte auf ASEAN NOW und Ask Thailand: aseannow.com, ask.in.th ↩
  4. Vorgaben der Immigration für Familienangehörige (Ehe mit Thailänderin, zwei Monate, 400.000 Baht oder 40.000 Baht Einkommen): Regierungsportal Thailand, zuletzt aktualisiert Mai 2023, Details beim Büro prüfen: thailand.go.th ↩
  5. Bankbrief als Unterlage: archivierte Angaben der Immigration Division 1 über Refworld sowie Aussage eines Forenmoderators im ASEAN-NOW-Thread 1382131: refworld.org ↩
  6. Verschärfte Kontoeröffnung für Ausländer ohne Langzeitvisum: Bangkok Post, wiedergegeben von Daily Ittefaq (Sekundärquelle): ittefaq.com.bd ↩
  7. Verfügbarer Betrag, Kontowechsel, Aussagen zu Kasikorn: Forenbeiträge im ASEAN-NOW-Thread 1382131, Seiten 2 und 3: aseannow.com ↩ ↩
  8. Beschwerdestelle der Bank of Thailand (Hotline 1213): Übersicht der Beschwerdestellen der Wertpapieraufsicht SEC Thailand: sec.or.th ↩
  9. Einkommensmethode: siehe Anmerkung 4; Bankbrief auch bei dieser Methode laut Forenbeitrag im ASEAN-NOW-Thread 1397818: aseannow.com ↩

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3 Kommentare zu „Das Geld ist auf dem Konto – aber nicht mehr verfügbar“

  1. Und wo ist das Problem? Wenn ich so geil bin , die 400.000/800.000 Methode zu wählen, dann sind 100 Prozent gesperrt und nach Monaten 400.000 frei, wobei 400.000 gesperrt bleiben. So ist die Sperrung von der Bangkok Bank nur parallel. Nix passiert.

    1. Antwort auf: Bruno

      Bruno, es geht hier um Ehegatten EoS, also um 400.000, die laut Immi 2 Monate vorher auf der Bank liegen müssen. Wenn man seine Verlängerung bekommen hat, kann man diese 400.000 komplett wieder abheben und ausgeben. Und die Bangkok Bank will dann 4 Monate sperren? Diese Bank könnte mich mal, ich würde das Konto sofort auflösen und fertig. Aber bei manchen ist die Festgeld Methode eben beliebter als die Einkommensbescheinigung. Warum?, ich weiss es nicht.

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