Der Flughafen Suvarnabhumi bekommt einen dritten Bodenabfertiger, um Gepäckverzögerungen und Personalmangel zu bekämpfen. Die AOT, die Flughafengesellschaft Thailands, will den neuen Betreiber AOT Ground Aviation Services (AOTGA) Anfang 2027 starten lassen. Bleibt die Leistung hinter den vereinbarten Standards zurück, drohen dem Unternehmen Strafen oder die Kündigung der Verträge.
Strafen und Kündigung bei schlechter Leistung
AOT unterzeichnete die Verträge mit AOTGA am 8. Oktober 2026. Laut AOT-Präsident Paweena Jariyathitipong werden Lieferzeiten für Gepäck und andere Servicestandards anhand von Leistungskennzahlen (KPIs) gemessen.
Werden diese Vorgaben verfehlt, drohen Geldstrafen oder die Aufhebung der Verträge. Nach Angaben von Thansettakij fehlten in den früheren Vereinbarungen der AOT mit Thai Airways solche Strafklauseln, dem Flughafenbetreiber fehlten damit Mittel gegen Serviceprobleme.
Mehr als 60 Millionen Passagiere pro Jahr
Suvarnabhumi fertigt nach Angaben von Paweena Jariyathitipong jährlich mehr als 60 Millionen Passagiere ab. Damit liegt der Flughafen über der Schwelle von 45 Millionen Passagieren, die ein Kabinettsbeschluss für einen dritten Betreiber vorsieht.
Der zusätzliche Betreiber soll die Arbeitslast verteilen. Laut Thansettakij hängen die Gepäckverzögerungen eng mit der allgemeinen Servicelage am Flughafen zusammen.
Personalmangel nach der Corona-Pandemie
Die AOT drängte nach der Covid-19-Pandemie auf einen zusätzlichen Betreiber. Damals wurden in der Bodenabfertigung Stellen gestrichen und Beschäftigte gingen, als der Flugverkehr wieder anzog.
So entstanden Personalengpässe, während der Flugverkehr wieder anzog. Gepäckverzögerungen beeinträchtigten laut Thansettakij die allgemeine Serviceleistung des Flughafens.
Überschwemmungen in Bangkok störten die Abfertigung schwer
Vor der Unterzeichnung der Verträge im Oktober hatten Überschwemmungen in Bangkok die Bodenabfertigung und den Frachtbetrieb schwer gestört. Laut Thansettakij sammelte sich bei Thai Airways ein Rückstau von zehntausenden Gepäckstücken.
Hinzu kamen zahlreiche Flugverspätungen und Flugstreichungen. Die AOT verspricht sich vom neuen Betreiber, auch in Krisenzeiten die Dienste in Krisen aufrechtzuerhalten.
Thai Airways und BFS Ground bisher am Boden aktiv
Bisher erledigen Thai Airways und Worldwide Flight Services Bangkok Air Ground Handling (BFS Ground) die Rampen- und Bodengerätedienste in Suvarnabhumi. AOTGA würde damit der dritte Anbieter.
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Beide Unternehmen betreuen auch Passagiere für ihre eigenen Airline-Gruppen und weitere Fluggesellschaften. Bangkok Airways hält 98,88 Prozent an BFS Ground, Lufthansa Services (Thailand) arbeitet am Flughafen laut Thansettakij nur bei der Passagierabfertigung am Boden.
67,305 Milliarden Baht über 25 Jahre
AOTGA erhält zwei Projekte in Suvarnabhumi mit einem gemeldeten Gesamtwert von 67,305 Milliarden Baht über 25 Jahre. Enthalten sind Bau, Ausrüstung sowie langfristige Betriebs- und Wartungskosten.
AOT wählte das Unternehmen nach einem Angebot im Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) auf Nettokostenbasis aus. Grundlage war Paragraf 36 des PPP-Gesetzes von 2019, das Kabinett billigte die Auswahl am 8. September 2026.
29,391 Milliarden Baht für Bodendienste
Das Bodendienst-Projekt hat einen Wert von rund 29,391 Milliarden Baht. Davon entfallen 1.608,76 Millionen Baht auf Gebäude, Maschinen und Geräte, 27.782,01 Millionen Baht auf Betrieb und Wartung.
Abgedeckt werden Rampenbetrieb, Bodendienste mit Geräten (GSE), Flugzeugunterstützung und allgemeines Bodenmanagement, Passagierabfertigung, Be- und Entladen, Gepäck, Fracht und Post sowie Flugdienste. Dazu kommen Formalitäten und die Betreuung der Crews.
37,915 Milliarden Baht für das Frachtlager
Das Frachtprojekt kommt auf rund 37,915 Milliarden Baht. Davon fließen 1.318,38 Millionen Baht in Gebäude, Ausrüstung und Systeme und 36.596,18 Millionen Baht in Betrieb und Wartung.
Das Lager soll Importe, Exporte, Transitsendungen, verderbliche Waren, Expressfracht und E-Commerce-Ware abfertigen. Bis dahin sind Thai Airways und WFS-PG Cargo die beiden Frachtlagerbetreiber am Flughafen. Beide bieten internationale Frachtlagerdienste für in- und ausländische Fluggesellschaften an.
AOTGA gehört zu 51 Prozent der SAL Group
AOTGA wurde im Oktober 2018 gegründet. Laut Thansettakij beträgt das eingetragene Kapital 400 Millionen Baht, 49 Prozent hält AOT, 51 Prozent die SAL Group (Thailand), ein Unternehmen, das mit SKY ICT und Partnern verbunden ist.
AOT rechnet während der 25-jährigen Konzessionslaufzeit mit Umsatzbeteiligungen, Mieteinnahmen und Dividenden aus dem Betrieb von AOTGA. Der Start des Bodendienstes ist für Anfang 2027 geplant, der Bau des Frachtlagers soll rund 18 Monate dauern.
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Soweit ich das bisher verstanden habe, waren bislang zwei Bodendienste am Suvarnabhumi von der AOT beauftragt: Thai Airways und BFS Ground. Und das ohne jegliches Qualitätscontrolling und Riskmanagement. Und zumindest bei der Thai Airways wurden diese Dienste aus betriebswirtschaftlich bestimmt sinnvollen Gründen wiederum ausgesourct, die das wiederum Drittanbieter weitergegeben haben sollen. Und wie das so ist wenn jegliches Controlling fehlt, am Schluss ist keiner mehr für irgendwas zuständig und erst recht nicht verantwortlich zu machen. Dann kann es in Stresssituationen schon mal passieren, dass ein paar Arbeiter weniger durch die Überschwemmungen zur Arbeit erscheinen können und plötzlich wird auch augenscheinlich, dass rund die Hälfte der da rumstehenden Gepäckwagen kaputt und nicht einsetzbar sind. Und schon wird aus kleinen Verzögerungen ein Komplettzusammenbruch wie wir ihn nun gesehen haben. Und was man sich über die Jahre an administrativen Kosten für Controlling und Riskmanagement gespart hat wird gleich mehrfach verpulvert. Abgesehen vom Reputationsschaden noch ganz abgesehen.
Vielleicht erwähnenswert, dass es keine thailändische Besonderheit ist kurzsichtig administrative Betriebskosten für Controlling und Riskmanagement einzudampfen. Nur die Folgen werden meist nicht so augenfällig und spektakulär wie in diesem Fall. Bleibt eigentlich nur die Hoffnung, dass das was bei den Bodendiensten passiert ist, nicht auch für Controlling und Riskmanagement bei den Flugdiensten „eingespart“ wurde. Wer weiß das schon?