Europa/Thailand – Nach den schwersten Krawallen seit Jahren in Frankreich und Italien warnen die Thai-Botschaften in Europa ihre Landsleute vor weiteren geplanten Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten, Arbeitslosigkeit und schlechte Bildungsbedingungen. Wer in Hochrisikogebieten unterwegs ist, soll Menschenansammlungen meiden und die Hinweise der örtlichen Behörden verfolgen.
Frankreich: Plünderungen und Feuer
Am Samstag, dem 17. Oktober, gingen nach Angaben des Innenministeriums rund 550.000 Menschen in ganz Frankreich auf die Straße. Aus den Märschen gegen steigende Preise und marode Schulen wurden in Paris, Marseille, Bordeaux, Lyon und weiteren Städten Straßenschlachten. Geschäfte wurden geplündert, Autos brannten, in Limoges ging das mehr als 140 Jahre alte Rathaus in Flammen auf.
Premierminister Sébastien Lecornu sprach von rund 1.200 Festnahmen und etwa 150 verletzten Polizisten. Präsident Emmanuel Macron meldete sich am Sonntag in einer Fernsehansprache zu Wort und verurteilte die Gewalt. Die Bürgermeister von Paris, Marseille und Lyon forderten wegen der Schäden ein Krisentreffen mit der Regierung.
Italien: Zwei Tage Randale
In Mailand lieferten sich am Wochenende hunderte vermummte Jugendliche Gefechte mit der Polizei rund um den Domplatz. Sie warfen Steine, zündeten Mülleimer an und plünderten Läden, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Mehr als 270 Personen wurden festgesetzt, darunter viele Minderjährige. Der Schaden in der Mailänder Innenstadt liegt nach ersten Schätzungen bei über 700.000 Euro.
Auch in Turin und Bologna kam es zu Ausschreitungen, vor allem rund um die Bahnhöfe. Die Regierung von Giorgia Meloni schickt jetzt 500 Soldaten nach Mailand und kündigt härtere Sicherheitsmaßnahmen an. Für kommenden Samstag sind dort weitere Demonstrationen geplant, Luxusmarken wie Chanel, Tiffany und Dior räumten vorsorglich ihre Schaufenster leer.
Griechenland: Studenten im Zeltlager
Auch in Athen ging es am Dienstag und Mittwoch auf die Straße. Studenten bauten auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament ein Protestcamp mit Konzert auf. Am Mittwoch folgt die große Bildungskundgebung vor den Propyläen der Universität, begleitet von einem Lehrerstreik. Gefordert werden mehr Geld für Schulen und Universitäten, günstigere Studentenwohnungen und kostenlose Mensaessen.
Die griechische Polizei fährt einen großen Sicherheitseinsatz auf, damit sich die Szenen aus Frankreich und Italien nicht wiederholen. Auch in anderen Städten des Landes sind Demonstrationen angekündigt. Zuletzt hatten Studenten über Mieten von rund 600 Euro für kleine Studios geklagt.
Die Wut hinter den Krawallen
Hinter den Protesten steckt der Frust über Preise, Mieten und Spritkosten. In Frankreich verbinden sich Schüler, Studenten, Lehrer, Gewerkschaften, Bauern und Rentner mit einer neu belebten „Gelbwesten“-Bewegung. Auch aus Belgien und Portugal wurden Demonstrationen gegen die Lebenshaltungskosten gemeldet, die Proteste sind nicht abgesprochen und folgen aufeinander.
Politisch ist die Lage in Frankreich besonders brisant, denn in rund sechs Monaten wird dort ein neuer Präsident gewählt. Die Regierung macht radikale linke Gruppen für einen Teil der Gewalt verantwortlich, andere Randalierer kamen laut Behörden erst später zum Plündern dazu.
Thailand mahnt zur Vorsicht
Außenminister Sihasak Phuangketkeow rief Thailänder am Montag auf, in Frankreich, Italien, Portugal und Belgien Demonstrationen zu meiden und die Mitteilungen des Ministeriums zu verfolgen. Er stellte klar, dass es sich nicht um ein Reiseverbot handelt. Das Ministerium beobachtet die Lage und will seine Hinweise laufend aktualisieren.
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Die Thai-Botschaften in Athen und Rom riefen ihre Landsleute ebenfalls zur Vorsicht auf, die in Paris und Brüssel taten es bereits vor Tagen. Eine Reisewarnung des Außenministeriums gibt es bisher nicht.

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