Millionenforderung nach Kritik an Hähnchenessen

Ein Facebook-Video über einen Essenspreis hat über 8.000 Kommentare ausgelöst. Monchai Chongkrairattanakul sagt, Menschen dürften Firmen anprangern, solange sie ehrlich bleiben. Der Imbiss schweigt bislang.

Millionenforderung nach Kritik an Hähnchenessen
Thaiger

BANGKOK, THAILAND – Ein Imbiss in der Food Court eines Bangkoker Krankenhauses soll von einem Mann eine Million Baht Schadenersatz fordern. Auslöser ist ein Facebook-Video, in dem er ein Hähnchengericht für 260 Baht als viel zu teuer kritisiert hat. Nach seinen Angaben erhielt er ein gerichtliches Schreiben und sucht nun rechtlichen Rat. Der Fall zeigt, wie schnell aus einer Preiskritik im Netz ein Rechtsstreit werden kann.

Imbiss fordert eine Million Baht Schadenersatz

Laut dem Mann verlangt der Imbiss in dem Gerichtsdokument eine Summe von einer Million Baht. In dem Schreiben sollen ihm Verstöße gegen den Computer Crime Act und gegen den Teil des Strafgesetzbuchs zur Verleumdung durch Veröffentlichung vorgeworfen werden.

Erst nach dem Erhalt des Schreibens wandte sich der Mann an die Medien, um seine Seite des Streits zu schildern. Seine Identität hat er nicht öffentlich gemacht.

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Video mit Kaprao-Hähnchen und Fischsauce

Der Mann filmte sein Essen: Kaprao-Hähnchen mit Heiligem Basilikum, dazu Reis, ein Spiegelei und ein kleines Schälchen scharfe Fischsauce. Das Video lud er auf Facebook hoch.

Im Clip beschwerte er sich über den Preis und nannte das Essen extrem teuer. Den Namen des Krankenhauses nannte er, den des Imbisses nicht. In der Bildunterschrift schrieb er, der Preis habe ihm fast den Atem geraubt.

Preis erst an der Kasse bemerkt

Der Mann war mit seinem Kind im Krankenhaus und machte im Food Court eine Pause. Er bestellte das Essen, weil es ihm gefiel, wie er dem Sender Channel 3 erzählte. Den Preis bemerkte er erst beim Bezahlen.

Mit großer Aufmerksamkeit hatte er nach eigenen Angaben nicht gerechnet. Zwei oder drei Tage später sah er nach und fand über 8.000 Kommentare, viele davon zum Preis.

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Anwalt: Ehrliche Kritik ist erlaubt

Der Rechtsanwalt Monchai Chongkrairattanakul äußerte sich in einem Facebook-Beitrag zu dem Streit. Menschen dürften ihre Meinung sagen und Unternehmen kritisieren, solange sie ehrlich bleiben.

Eine Bewertung verstoße laut Monchai nicht unbedingt gegen den Computer Crime Act, wenn sie keine falschen Informationen enthalte. Kritik könne aber trotzdem Fragen zur Verleumdung aufwerfen. Die geforderte Summe von einer Million Baht nannte er erheblich. Er rät, sich bei Bewertungen an überprüfbare Fakten zu halten, die Wortwahl sorgfältig zu wählen und Informationen oder Bilder nicht zu verzerren.

Krankenhaus und Imbiss schweigen bislang

Zum Zeitpunkt des Berichts hatten sich weder das Krankenhaus noch der Imbiss öffentlich zu dem Fall geäußert. Der Mann hatte zudem keine neuen Angaben zum Gerichtsverfahren gemacht.

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Quelle: Thaiger

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