BANGKOK, Thailand – Die thailändische Tourismusbehörde TAT schlägt vor, 3,5 Milliarden Baht aus geliehenem Geld für Inlandsreisen einzusetzen. Davon sollen im Jahr 2027 200.000 Thais profitieren, mit Zuschüssen für Übernachtungen und digitalen Gutscheinen. Hintergrund sind höhere Ölpreise und teurere Lebenshaltungskosten durch den Konflikt im Nahen Osten, die Reisen im Inland bremsen.
3,5 Milliarden Baht aus einem Kreditprogramm
Laut einer hochrangigen Quelle aus dem Tourismus- und Sportministerium hat TAT beantragt, das Geld aus einem Kreditprogramm über 200 Milliarden Baht zu nehmen. Das Programm gehört zum Notstandsdekret von 2026, das auf die Energiekrise reagiert und den Umbau der Energieversorgung unterstützen soll. Die Zeitung Thansettakij berichtete darüber am 23. Oktober 2026.
Das Vorhaben trägt den Namen Thai Teaw Thai Plus und ist bisher nur ein Vorschlag. Es soll 200.000 Thais im Jahr 2027 Reisen im eigenen Land günstiger machen. Die Leistungen sollen an allen Wochentagen in allen 77 Provinzen verfügbar sein. Dafür sind eine Million Übernachtungsansprüche vorgesehen, fünf pro Teilnehmer.
Teure Energie bremst Reisen im Inland
TAT führt die schwächere Reisenachfrage im Inland auf höhere Ölpreise und steigende Lebenshaltungskosten zurück. Diese Preise hängen mit dem Konflikt im Nahen Osten zusammen.
Thailand ist stark von importierter Energie abhängig. Deshalb trifft der Preisdruck Haushalte und Unternehmen, obwohl das Land nach Angaben des Berichts nicht direkt in den Konflikt verwickelt ist.
1.500 Baht pro Nacht und Gutscheine mit Eigenanteil
Das Budget teilt sich in 1,5 Milliarden Baht für Unterkünfte und bis zu 2 Milliarden Baht für digitale Gutscheine. Der Zuschuss soll pauschal 1.500 Baht pro Nacht betragen, abgedeckt durch eine Million Ansprüche. Jeder Teilnehmer bekommt fünf Übernachtungsansprüche.
Die Gutscheine laufen mit 50 Prozent Staatszuschuss. Der Staat zahlt bei den großen Reisezielen höchstens 1.500 Baht pro Anspruch und in sekundären Reisezielen höchstens 2.000 Baht. Ausgeben lässt sich das Geld in Restaurants, Sehenswürdigkeiten, OTOP-Läden (One Tambon One Product), Spas und Massagen, beim Auto- und Bootsverleih sowie bei Angeboten des Gemeinschaftstourismus.
Mindestens 3.000 Tourismusbetriebe sollen mitmachen
Das Programm zielt auf mindestens 3.000 Tourismusbetriebe. Dazu zählen kleine und mittlere Unternehmen, qualifizierte Start-ups und weitere festgelegte Anbieter der Branche. Kleine Hersteller dürfen höchstens 50 Beschäftigte oder einen Jahresumsatz von 100 Millionen Baht haben.
Kleine Dienstleister, Großhändler und Einzelhändler kommen mit bis zu 30 Beschäftigten oder bis 50 Millionen Baht Jahresumsatz infrage. Mittlere Betriebe liegen bei 31 bis 100 Beschäftigten oder einem Umsatz von mehr als 50 bis 300 Millionen Baht. Mittlere Hersteller beschäftigen 51 bis 200 Menschen.
Start-ups, Hotels und die Pflicht zur Legalität
Start-ups haben keine Grenzen bei Beschäftigten oder Umsatz. Sie müssen aber starkes Wachstumspotenzial haben und ein Geschäftsmodell mit Innovation oder Technologie. Restaurants, Attraktionen, OTOP-Betriebe und Gemeinschaftsunternehmen müssen legal arbeiten.
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Bei den Unterkünften sind lizenzierte Hotels und Beherbergungsbetriebe vorgesehen, die legal arbeiten und Steuerunterlagen haben. Eine eigene Gruppe umfasst andere Anbieter mit Steuerunterlagen und Dienstleistungserlösen bis 300 Millionen Baht im Jahr. TAT legt die genauen Regeln fest und überwacht die Umsetzung.
Anmeldung über Paotang und der Zeitplan für 2027
Krungthai Bank soll die Systeme entwickeln, mit denen Reisende sich anmelden, Unterkünfte buchen und bezahlen. Das läuft über die App Paotang. Teilnehmende Betriebe akzeptieren die Bedingungen und bekommen ihr Geld über die App Thung Ngern.
Reisende sollen sich im Januar und Februar 2027 anmelden, Betriebe von Januar bis Juni. Genutzt werden kann das Angebot von März bis Juni, die Zahlungen an die Betriebe sind für März bis August geplant.
15,6 Milliarden Baht Umsatz und 17.100 Jobs erwartet
TAT rechnet damit, dass das Programm mindestens 200.000 Menschen zum Reisen bringt und 15,6 Milliarden Baht Einnahmen für die Wirtschaft auslöst. Die Behörde erwartet außerdem Arbeit im Umfang von 17.100 Vollzeitstellen für ein Jahr. Dazu kämen zusätzliche Steuereinnahmen aus der Mehrwertsteuer und anderen Steuern.
Mindestens 5,5 Milliarden Baht sollen bei den Betrieben ankommen, gerechnet aus den Unterkunftserlösen und den Ausgaben mit den Gutscheinen. TAT will mit dem Programm häufigere Inlandsreisen und mehr Konsum erreichen und die Betriebe entlasten, die unter der schwächeren Reisenachfrage leiden.
Noch ist Thai Teaw Thai Plus nur ein Vorschlag
Thai Teaw Thai Plus ist bisher nur ein Finanzierungsvorschlag. Zeitplan und Leistungen stehen unter dem Vorbehalt der endgültigen Bestätigung. Bis dahin sind die genannten Termine und Beträge nicht bestätigt.
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