SINGAPUR, SINGAPUR – Eine Umfrage des ISEAS-Yusof Ishak Institute zeigt: In Südostasien würde eine knappe Mehrheit im Ernstfall China den Vorzug vor den USA geben. Die Ergebnisse unterstreichen jedoch vor allem eine weiterhin gespaltene Region, in der viele Staaten Neutralität bevorzugen.
Umfrage und Zeitraum: „State of Southeast Asia 2026“
Die Erhebung wurde zwischen dem 5. Januar und dem 20. Februar 2026 durchgeführt und umfasst 2.008 Befragte aus allen 11 ASEAN-Mitgliedsstaaten.
Die Ergebnisse wurden im jährlichen Bericht „State of Southeast Asia 2026“ des ISEAS-Yusof Ishak Institute veröffentlicht, wobei Timor-Leste nach seinem ASEAN-Beitritt 2025 erstmals als Mitglied enthalten ist.
Knappe Mehrheit für China – aber keine klare Lagerbildung
Laut Bericht würden 52% der Befragten China unterstützen, falls sie sich zwischen den beiden Großmächten entscheiden müssten, während 48% die USA wählen würden.
Das Institut betont, dass der geringe Abstand weniger auf eine eindeutige Verschiebung hindeutet, sondern auf eine Region, die weiterhin breit gespalten bleibt.
Trend der letzten Jahre: wechselnde Präferenzen
Die Umfrage reiht sich in ein Muster schwankender Präferenzen ein: 2024 lag China vorn, 2025 übernahmen die USA wieder die Führung.
Im Jahr 2026 kehrt China nun an die Spitze zurück, was laut Bericht die Dynamik und Unsicherheit in der regionalen Ausrichtung widerspiegelt.
Länder mit deutlicher China-Neigung – Indonesien an der Spitze
Unter den China-befürwortenden Ländern verzeichnete Indonesien mit 80,1% den höchsten Anteil, gefolgt von Malaysia (68%) und Singapur (66,3%).
Weitere Mehrheiten für China wurden in Timor-Leste (58,2%), Thailand (55%) und Brunei (53,5%) gemessen.
Länder mit US-Neigung – Philippinen besonders klar
Auf der Seite der USA lagen die Philippinen mit 76,8% deutlich vorn, gefolgt von Myanmar (61,4%) und Kambodscha (61%).
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Auch Vietnam tendierte mit 59,2% eher zu Washington, während Laos laut Bericht nahezu ausgeglichen war.
Warum die Unterschiede so groß sind: Wirtschaft vs. Sicherheit
Der Bericht führt die starken Abweichungen zwischen den Ländern vor allem auf unterschiedliche wirtschaftliche und sicherheitspolitische Bindungen zurück.
Staaten mit hoher wirtschaftlicher Abhängigkeit von China neigten eher zu Peking, während Länder mit engeren Sicherheitsbeziehungen zu den USA – etwa die Philippinen – stärker im US-Lager blieben.
Neutralität bleibt Wunsch – doch der Druck wächst
Trotz der leichten Gesamtneigung zu China bevorzugt laut Institut die Mehrheit der Befragten grundsätzlich eine neutrale Haltung.
Gleichzeitig warnt der Bericht, dass wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Druck die Staaten langfristig zu klareren Positionierungen zwingen könnte.
Ausblick: Erwartungen an bessere Beziehungen zu China
Mehr als 55,6% der Befragten erwarten, dass sich die Beziehungen ihres Landes zu China in den kommenden drei Jahren verbessern werden.
Diese Erwartung steht neben der weiterhin knappen Gesamtverteilung und deutet auf eine wachsende Bedeutung Chinas in der Region hin.
Deine Meinung
Wie siehst du die Entwicklung in Südostasien: Ist die knappe Mehrheit für China ein kurzfristiger Stimmungseffekt oder ein langfristiger Trend?
Welche Rolle sollte Thailand deiner Ansicht nach zwischen China und den USA einnehmen – klare Positionierung oder konsequente Neutralität? Diskutiere in den Kommentaren.



Mal ganz blöd geantwortet, eine Meinung ( = Bevormundung Thailands ) steht mir bei dieser Frage nicht zu.