Traumurlaub mit Geld-Check? Die indonesische Ferieninsel Bali will künftig genau wissen, wie viel Geld Touristen auf dem Konto haben. Kommt jetzt die Reise nur noch für Reiche – und was passiert mit Sparfüchsen?
Urlaub im Paradies – aber nicht um jeden Preis
Bali ist für viele das Insel-Paradies schlechthin: Traumstrände, Tempel, Reisfelder, Sonnenuntergänge. Doch der Boom hat Schattenseiten. Allein im vergangenen Jahr kamen rund sieben Millionen Touristinnen und Touristen auf die indonesische Insel, heuer sollen es sogar 14 Millionen werden. Die Folgen sind unübersehbar: Müllberge, überlastete Straßen, respektloses Verhalten mancher Gäste.
Immer wieder sorgten Urlauber mit fragwürdigem Benehmen für negative Schlagzeilen. Genau hier will die Provinzverwaltung nun eingreifen – und greift zu radikalen Maßnahmen.
Qualität statt Masse – das neue Tourismus-Ziel
Die Devise lautet: „Qualitätstourismus“ statt Billig-Boom. Schon jetzt gibt es einen offiziellen Verhaltenskodex für Reisende sowie eine Touristensteuer. Doch das reicht der Regierung offenbar nicht mehr.
Im Rahmen der geplanten „Regionalen Verordnung zur Umsetzung von Qualitätstourismus“ soll künftig ein völlig neues Kriterium zählen: der Kontostand der Besucher. Ja, richtig gelesen – Geld wird zum Einreise-Faktor.
Gouverneur macht ernst: Kontoauszüge im Fokus
Balis Gouverneur Wayan Koster stellte klar, dass die Kaufkraft der Gäste entscheidend sein soll. Konkret sollen Reisende künftig die Höhe ihrer Ersparnisse in den letzten drei Monaten offenlegen müssen.
Ziel sei es, sicherzustellen, dass internationale Gäste über ausreichend finanzielle Mittel verfügen. Nicht nur, um die lokale Wirtschaft zu stärken – sondern auch, um problematische Phänomene zu stoppen.
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Schluss mit „Begpacking“ auf Bali?
Ein Dorn im Auge der Behörden ist das sogenannte „Begpacking“. Dabei reisen Touristen mit wenig Geld durchs Land und betteln vor Ort, um ihre Weiterreise zu finanzieren. Für viele Einheimische ein Ärgernis.
Mit der geplanten Geldprüfung soll genau das verhindert werden. Wer nicht genug Rücklagen hat, könnte künftig Probleme bekommen. Wie hoch die Ersparnisse sein müssen, ist allerdings noch offen. Auch was passiert, wenn jemand durchfällt, ist bislang unklar.
Geld allein reicht nicht mehr aus
Doch der Kontostand ist nur ein Teil der neuen Regeln. Um als echter „Qualitätstourist“ zu gelten, sollen Reisende künftig auch detaillierte Angaben zu ihrer Reiseroute machen. Ebenso müssen die genaue Aufenthaltsdauer und geplante Stationen offengelegt werden.
Die Botschaft ist deutlich: Bali will wissen, wer kommt, wie lange bleibt – und mit welchem Budget.
Kommt die Regel schon 2026?
Offiziell befindet sich die Verordnung noch im Entwurfsstadium. Doch Gouverneur Koster macht Druck. Der Vorschlag sei laut ihm „fast fertig“ und könnte bereits im Laufe des Jahres 2026 in Kraft treten.
Für viele Urlauber wirft das Fragen auf: Wird Bali zum Luxusziel? Bleibt das Paradies nur noch den Wohlhabenden vorbehalten? Oder schafft die Insel damit endlich Ordnung im Tourismus-Chaos?



