BANGKOK, THAILAND – Die Regierung hat die strategischen Ölreserven auf 98 Tage erhöht und will mehr Rohöl außerhalb des Persischen Golfs einkaufen, um die Versorgung trotz Nahost-Krieg abzusichern.
Regierung sieht Energieversorgung vorerst stabil
Phiphat Ratchakitprakarn, Vizepremier und Transportminister, sagte nach einer Sitzung des Joint Management and Monitoring Centre for the Situation in the Middle East, man sei bei der Energieversorgung zuversichtlich.
Die Regierung begründete das mit zusätzlichen Vorräten und dem Plan, mögliche Lieferausfälle frühzeitig durch neue Bezugsquellen zu ersetzen.
Rohöl bleibt zur Hälfte vom Golf abhängig
Nach Angaben von Phiphat Ratchakitprakarn bezieht das Land derzeit 50 Prozent seines Rohöls aus dem Persischen Golf über die Straße von Hormus.
Die übrigen 50 Prozent kommen aus Regionen außerhalb des Golfs, weshalb nun schneller verhandelt wird, um den Anteil der Alternativen auszuweiten.
Gespräche über Käufe außerhalb des Persischen Golfs
Die Regierung beschleunigt nach eigenen Worten die Verhandlungen, um mehr Rohöl von Lieferanten außerhalb des Persischen Golfs zu kaufen.
Ziel ist es, eine mögliche Lücke zu schließen, falls sich die Lage im Nahen Osten verschärft oder Transportwege beeinträchtigt werden.
USA lockern Russland-Boykott – Bangkok prüft Importe
Ein weiterer Faktor ist laut Phiphat Ratchakitprakarn die Entscheidung der USA, den Boykott gegen russische Rohöl-Exporte aufzuheben.
Das Energieministerium bereitet Gespräche vor, um Rohöl aus Russland zu kaufen und so Engpässe zu verhindern sowie die Bevölkerung zu beruhigen.
Dieselpreis-Deckel gilt bis 16. März
Parallel zur Beschaffungspolitik überwacht die Regierung die Dieselpreise nach Weisung von Premierminister Anutin Charnvirakul.
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Der Dieselpreis bleibt bis 16. März gedeckelt, danach sollen die zuständigen Behörden erneut über die weitere Preislinie beraten.
Mehr Biodiesel soll Transport und Industrie stützen
Als Teil des Managementplans soll die Beimischung von Biodiesel von B7 auf B10 steigen.
Später könnte die Mischung für Lastwagen und Pick-ups auf B20 erweitert werden, um Vertrauen in Transportkette und Industrie zu sichern.
Ölpreis nahe 100 Dollar – Anpassung in Etappen
Phiphat Ratchakitprakarn räumte ein, dass der Krieg den Weltmarktpreis für Rohöl auf fast 100 US-Dollar pro Barrel getrieben habe.
Die Regierung müsse Preisbewegungen schrittweise nach Marktmechanismen zulassen, wolle aber zugleich so weit wie möglich gegen Belastungen für die Bevölkerung gegensteuern.
Deine Meinung
Sind mehr Ölimporte außerhalb des Golfs und mögliche Käufe aus Russland der richtige Weg, um die Versorgung zu stabilisieren und Preisschocks abzufedern?
Welche Maßnahmen wären aus Sicht der Community fair, wenn die Diesel-Deckelung nach dem 16. März neu verhandelt wird?



Auf die Idee, Öl und Gas aus anderen Regionen zu beschaffen, ist außer Thailand sicher kein anderes Land gekommen: China und Indien haben dabei die klar bessere Verhandlungsposition. Ob die USA davon begeistert ist, wenn Thailand Erdöl von Russland kauft, darf bezweifelt werden.