CHIANG MAI, THAILAND – Die Polizei hat einen 28-jährigen Franzosen festgenommen, der das Tor einer Pizzeria in Chiang Mai mit Graffiti beschmiert haben soll. Gegen ihn wurden zwei Anklagepunkte erhoben; zudem soll er eine Geldstrafe zahlen und die Reinigung veranlassen.
Vorfall sorgt für Aufsehen in sozialen Medien
Auslöser der Ermittlungen war ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video bzw. Foto, das einen unbekannten Mann beim Anbringen von Graffiti am Tor eines Pizza-Ladens im Bezirk Mueang Chiang Mai zeigt.
Der Vorfall ereignete sich laut Polizeiangaben gegen 23:00 Uhr an dem betroffenen Geschäft.
Polizeiführung ordnet schnelle Fahndung an
Nach Eingang der Informationen wiesen die zuständigen Polizeiführer die Stadtpolizei von Chiang Mai an, den Täter zügig zu identifizieren und zu stellen.
Begründet wurde dies damit, dass der Fall öffentliches Interesse wecke, die Gefühle der Menschen vor Ort berühre und dem Tourismusimage der Provinz Chiang Mai schaden könne.
CCTV-Spur führt zu einem Hotel in der Altstadt
Ein Ermittlungsteam wertete Überwachungskameras entlang der Hin- und Rückwege aus und stellte fest, dass es sich um einen ausländischen Mann handelte.
Demnach sei er von einem Hotel an der Phra Pok Klao Road (Tambon Si Phum, Mueang Chiang Mai) zu dem Pizza-Laden gelaufen und später dorthin zurückgekehrt.
Verdächtiger identifiziert: 28-jähriger Franzose
Bei einer Überprüfung des genannten Hotels wurde der Mann als Daniel, 28 Jahre alt, französischer Staatsbürger, identifiziert, der mit einem Touristenvisum eingereist war.
Er meldete sich den Angaben zufolge bei den Beamten und wurde anschließend zur weiteren Vernehmung zur Polizeiwache der Stadt Chiang Mai gebracht.
Geständnis und angebliches Motiv: „Spray-Kunst“
In der Vernehmung habe Daniel eingeräumt, das Tor tatsächlich mit Graffiti versehen zu haben.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Als Motiv gab er laut Polizei an, er möge Spraykunst; als er das Tor gesehen habe, habe er die mitgebrachte Farbe genutzt, weil er seine eigenen Sprühfähigkeiten für „schön“ gehalten habe.
Bedeutung des Schriftzugs „IMMA“
Bei dem Graffiti handelte es sich laut Ermittlungsprotokoll um das Wort „IMMA“, ausgesprochen „imma“.
Der Beschuldigte habe erklärt, dies bedeute auf Hebräisch „Mutter“ und sei ein Bild bzw. eine Botschaft in seinem eigenen Stil.
Schadenersatzforderung: 20.000 Baht
Daniel habe gegenüber der Polizei Reue gezeigt und erklärt, er sei traurig über sein Handeln, das aus Unwissenheit erfolgt sei.
Der Laden habe demnach 20.000 Baht Schadenersatz gefordert; der Beschuldigte habe zugestimmt, den Betrag zu zahlen und das Tor wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen zu lassen.
Zwei Anklagepunkte nach Straf- und Sauberkeitsrecht
Die Polizei erhob zwei Vorwürfe: Zum einen Sachbeschädigung nach Abschnitt 358, der bei Beschädigung oder Wertminderung fremden Eigentums eine Strafe von bis zu drei Jahren Haft oder bis zu 60.000 Baht Geldstrafe (oder beides) vorsieht.
Zum anderen wird auf das Sauberkeitsgesetz von 1992 verwiesen: Abschnitt 12 verbietet u. a. das Schreiben oder Sprühen von Texten/Bildern – also auch Graffiti – an Straßen, Wänden, Bäumen oder Gebäuden an öffentlichen Orten ohne Genehmigung; vorgesehen ist eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Baht.
Weiteres Vorgehen: Gericht und anschließende Reinigung
Nach der Festnahme wurde Daniel den Ermittlern zur Strafverfolgung übergeben und zunächst auf der Polizeiwache der Stadt Chiang Mai festgehalten.
Laut Polizei soll er am folgenden Tag dem Provinzgericht Chiang Mai vorgeführt werden; danach sei vorgesehen, dass er die Entfernung der Farbe und weitere Reinigungsarbeiten veranlasst.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: