SATUN, THAILAND – Frische Chilis haben landesweit Rekordpreise erreicht und setzen Märkte sowie Straßenküchen massiv unter Kostendruck.
Rekordpreise auf lokalen Märkten
Auf Märkten im Süden, etwa im Bezirk Khuan Kalong der Provinz Satun, wurden Vogelaugen-Chilis zuletzt für 300 bis 350 Baht pro Kilogramm angeboten. Rote Jinda-Chilis lagen bei rund 250 Baht pro Kilogramm.
Landesweit bewegten sich die Preise für frische Chilis in einer Spanne von 250 bis 350 Baht je Kilogramm – ein Niveau, das Marktbeobachter als bisher unerreicht beschrieben.
Klimaextreme drücken die Ernten
Marktteilnehmer führten den starken Anstieg vor allem auf schwere Überschwemmungen im Süden im vergangenen November zurück. Diese hätten zahlreiche Anbauflächen geschädigt und die Ernte deutlich verringert.
Gleichzeitig habe eine anhaltende Trockenperiode die Produktion weiter eingeschränkt. Beides zusammen habe das Angebot verknappt und die Preise nach oben getrieben.
Garküchen und Kleinbetriebe unter Kostendruck
Besonders betroffen sind Händler und kleine Lebensmittelbetriebe, die auf frische Chilis angewiesen sind – etwa für Chilipasten oder verzehrfertige Gerichte.
Auf Straßenmärkten berichteten Verkäufer, dass der Einkaufspreis für Chilis inzwischen ein entscheidender Kostenfaktor sei. Eine Som-Tam-Verkäuferin in Khon Kaen habe bereits reagiert und sei auf getrocknete Chilis umgestiegen, weil diese aktuell das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis böten.
Unterschiedliche Strategien der Verkäufer
Einige Anbieter versuchen, trotz der hohen Einkaufspreise ihre Kundschaft zu halten. Eine Verkäuferin von Currypasten erklärte, sie halte die Endpreise ihrer Produkte auf dem bisherigen Niveau, obwohl sich ihre Marge deutlich verringert habe.
Sie zeigte sich dennoch zuversichtlich und rechnete damit, dass die Chilipreise in den kommenden Monaten wieder sinken. Nach ihren Einschätzungen könnte sich die Lage innerhalb von etwa zwei Monaten entspannen.
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Deutliche Preisunterschiede nach Sorte und Region
Auf Großmärkten wie dem Talat Thai in der Zentralregion wurden zuletzt teils deutlich niedrigere Preise gemeldet. Rote Vogelaugen-Chilis kosteten dort im Schnitt 140 bis 170 Baht pro Kilogramm, grüne Chilis lagen bei 60 bis 70 Baht pro Kilogramm.
Damit zeigen sich erhebliche regionale und sortenabhängige Unterschiede, die sowohl Beschaffung als auch Kalkulation der Händler erschweren.
Ausblick: Hoffnung auf Wetterwende
Fachleute gehen davon aus, dass sich der Markt beruhigen könnte, wenn sich die Wetterbedingungen verbessern und künftige Ernten wieder höhere Mengen liefern.
Bis dahin müssen Händler und Verbraucher mit den hohen Preisen umgehen und ihre Strategien anpassen. Der Nachrichtendienst Thai Newsroom berichtete, dass Verkäufer zwischen folgenden Optionen abwägen:
• Umstieg auf alternative Produkte wie getrocknete Chilis
• Kostenübernahme durch Händler, um Stammkunden zu halten
• Anpassung von Rezepturen, um den Einsatz frischer Chilis zu reduzieren
Langfristig wird eine bessere Abstimmung entlang der Lieferkette diskutiert, um stabile Erzeugerpreise und eine verlässlichere Versorgung zu erreichen.
🗣 Wenn selbst Schärfe weh tut
Chili gehört zu Thailand wie Reis und Fischsauce. Doch was passiert, wenn selbst das Alltägliche zum Luxus wird?
Sind das nur vorübergehende Preisschocks – oder ein Vorgeschmack auf eine Zukunft, in der Klima und Krisen unseren Speiseplan diktieren?
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Da ich pro Tag zwischen 3-5 Kilo Chili esse, wird die Preiserhöhung ein Loch in meine Haushaltskasse reißen.