NONTHABURI, THAILAND – Ein 61-jähriger Deutscher ist in Nonthaburi bei Bangkok festgenommen worden, nachdem er wiederholt Wahlplakate der People’s Party beschädigt hatte. Der Fall wurde nach einer Entschuldigung, einer angebotenen Zahlung von 2.000 Baht und dem Rückzug der Anzeige des Kandidaten außergerichtlich beigelegt, die Polizei erteilte jedoch eine formelle Verwarnung.
Festnahme nach wiederholter Plakatzerstörung
Die Polizei im Bezirk Bang Yai nahm den Mann am 4. Februar fest, nachdem an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Wahlplakate des Kandidaten Suthat Meesiri im Wahlkreis 6 von Nonthaburi zerstört worden waren.
Die Vorfälle ereigneten sich entlang der Leab Klong Thanon Road vor einem Wohnviertel in Moo 8 der Unterbezirksverwaltung Sao Thong Hin, unweit der Hauptstadt Bangkok.
Acht beschädigte Plakate in zwei Tagen
Laut Polizeibericht wurden am 1. Februar zunächst zwei Plakate mit dem Branding der People’s Party und dem Namen des Kandidaten zerstört, die das Wahlteam noch am selben Tag reparierte und durch zusätzliche Schilder an derselben Stelle ergänzte.
Am 2. Februar wurden dann an exakt diesem Standort sechs weitere Wahlplakate zerstört, sodass sich der Sachschaden innerhalb von zwei Tagen auf insgesamt acht beschädigte Schilder summierte.
Anzeige, Videoauswertung und Identifizierung
Nach dem zweiten Vorfall erstattete Suthat Meesiri Anzeige wegen Sachbeschädigung bei der Polizeiwache Bang Yai und verwies auf die sich wiederholenden Angriffe auf seine Wahlwerbung.
Ermittler sichteten daraufhin Aufnahmen umliegender CCTV-Kameras entlang der Straße, die nach ihren Angaben klar und übereinstimmend dieselbe Person an beiden Tagen beim Zerstören der Plakate zeigten.
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Rolle des Polizeichefs und rechtlicher Hinweis
Auf Basis der Videoauswertung identifizierten die Beamten den Verdächtigen als 61-jährigen deutschen Staatsbürger, der anschließend im Rahmen eines von Pol. Col. Sirapop Anusiri, dem Leiter der Polizeistation Bang Yai, geführten Einsatzes festgenommen wurde.
Auf der Wache wurde ihm erläutert, dass die Zerstörung von Wahlplakaten eine Verletzung des thailändischen Wahlrechts darstellt und als strafbare Sachbeschädigung eingestuft wird.
Entschuldigung und Darstellung des Deutschen
In einem von der Polizei moderierten Gespräch mit dem Kandidaten entschuldigte sich der Deutsche, gestand die Zerstörung der Plakate ein und bestritt die Beweislage aus den Videoaufnahmen nicht.
Nach Angaben der Beamten erklärte er, er habe die Plakate für gewöhnliche Werbeschilder gehalten, sie als Sichtbehinderung und Sicherheitsrisiko empfunden und gefürchtet, sie könnten während seines morgendlichen Jogging-Trainings auf ihn stürzen.
Unkenntnis der Wahlregeln und Vergleich
Der Mann gab außerdem an, mit den lokalen Wahlpraktiken nicht vertraut zu sein und nicht gewusst zu haben, dass Wahlwerbung in besonderem Maße gesetzlich geschützt ist, was von der Polizei protokolliert wurde.
Er bot 2.000 Baht als Entschädigung für den entstandenen Schaden an, was Suthat Meesiri nach der Entschuldigung akzeptierte und im Gegenzug seine Anzeige zurückzog.
Keine Anklage, aber formelle Verwarnung
Nach dem vereinbarten Vergleich bestätigte die Polizei, dass keine strafrechtlichen Schritte mehr eingeleitet wurden und die Rücknahme der Anzeige in den Unterlagen der Wache vermerkt wurde.
Gleichzeitig sprachen die Beamten eine formelle Verwarnung aus, erinnerten den Deutschen ausdrücklich an die Rechtslage und hielten fest, dass die Taten auf ein Missverständnis und nicht auf ein politisches Motiv zurückzuführen seien.
Vergleich mit anderem Fall und Abschluss
Die Behörden verwiesen darauf, dass ein Eintrag selbst wegen geringfügiger Delikte zu einer Überprüfung durch das Immigration Bureau und damit zu Visawiderruf und Abschiebung führen kann, wie ein aktueller Fall zweier französischer Touristen in Phuket zeigt.
Im Fall von Bang Yai, der sich zwischen 1. und 4. Februar ohne Verletzte und mit auf die Wahlplakate begrenztem Sachschaden abspielte, schloss die Polizeistation die Akte nach Entschuldigung, Entschädigungsangebot und Rücknahme der Beschwerde endgültig.
⚖️ Vandalismus mit Folgen – zu milde oder fair gelöst?
Acht zerstörte Wahlplakate, eine Festnahme – und am Ende keine Anzeige nach Entschuldigung und Schadenersatz. Dennoch blieb es nicht ohne Konsequenzen: Die Polizei sprach eine formelle Warnung aus.
Sollte bei politischem Vandalismus härter durchgegriffen werden – oder ist eine Einigung der bessere Weg?
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