Disneyland Projekt spaltet Netz

Disneyland Projekt spaltet Netz
BANGKOK, THAILAND – Ein mögliches „Disneyland Thailand“ hat im Netz eine breite Debatte ausgelöst, in der Befürworter vor allem wirtschaftliche Chancen sehen, während Kritiker Fragen zu Politik, Klima und Preisen stellen. Trotz zahlreicher Bedenken überwiegt mit 75,7 Prozent die Unterstützung in den Online-Diskussionen, wie eine Auswertung aktueller Social-Media-Daten zeigt.

BANGKOK, THAILAND – Eine groß angelegte Auswertung von Online-Debatten zum Arbeitstitel „Disneyland Thailand“ zeigt überwiegend Zustimmung, aber auch deutliche Zweifel an Politik, Klima, Preisen und kultureller Ausrichtung. Rund drei Viertel der Beiträge äußerten sich positiv, zugleich legen die Daten gravierende Erwartungen an Transparenz, Standortwahl und langfristige Planung offen.

Überwiegend Zustimmung, aber klare Erwartungen

Das Analyseunternehmen Latest Data Set Ltd. untersuchte mit dem Social-Listening-Tool dxt:360 Beiträge auf Facebook, Instagram, X und Pantip vom 22. Dezember 2025 bis 20. Januar 2026, um Stimmung und Erwartungen zum geplanten Freizeitparkprojekt zu erfassen.

Demnach verbanden 75,7 Prozent der Nutzer den Park mit Hoffnungen auf neue Investitionen, zusätzliche Arbeitsplätze und einen Schub für den Tourismus, während 24,3 Prozent vor allem einen stärkeren Fokus auf bestehende Attraktionen und authentische Kulturangebote forderten.

Politikrisiken und Infrastruktur als Hauptsorgen

Mit einem Anteil von 39,4 Prozent der diskutierten Themen überwog die Sorge um Kontinuität von Politik und Infrastruktur, wobei Nutzer Stabilität der staatlichen Rahmenbedingungen, Verlässlichkeit langfristiger Projekte und mögliche politische Instrumentalisierung hinterfragten.

Immer wieder wurden Verzögerungen bei anderen Großprojekten wie der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen drei Flughäfen genannt, ergänzt um Kritik an mangelnder Transparenz, Befürchtungen zu Korruption und Zweifel daran, ob dies potenziellen Investoren dauerhaft Vertrauen vermitteln könne.

Klima, Wartezeiten und bezahlbare Tickets

Rund 28,6 Prozent der Beiträge drehten sich um das heiße Klima und die Frage, ob Besucher stundenlang in der Sonne anstehen könnten und ob ein überdachter oder klimatisierter Park als Antwort auf diese Belastung nötig wäre.

Weitere 23,8 Prozent der Diskussionen konzentrierten sich auf mögliche Eintrittspreise im Bereich von 2.000 bis 3.000 Baht, wobei Nutzer die Bezahlbarkeit für Durchschnittsverdiener anzweifelten und warnten, ein Park ohne internationale Gäste und faire Preisgestaltung könne langfristig kaum tragfähig sein.

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Kulturidentität und Gestaltungsideen

In 8,2 Prozent der untersuchten Beiträge stand der Wunsch im Vordergrund, dass der Park thailändische Kulturidentität sichtbar aufgreift, etwa durch Themenbereiche mit südostasiatischer Mythologie oder Anknüpfungen an den Film „Raya and the Last Dragon“.

Vorgeschlagene Details reichten von einem in traditioneller Thai-Tracht gekleideten Mickey Mouse bis zu einer eigenen Zone mit Schwimmendem Markt, um dem Projekt ein unverwechselbares regionales Profil zu geben und es klar von anderen Disney-Standorten abzugrenzen.

Streit um Standort zwischen EEC und Regionen

Offizielle Planungen sehen den Schwerpunkt im Eastern Economic Corridor (EEC) in Ostthailand mit Provinzen wie Chonburi, Rayong und Chachoengsao vor, die durch ausgebautes Verkehrsnetz und Nähe zu Bangkok als logische Option gelten.

In den Online-Debatten tauchten jedoch Alternativvorschläge im Norden, Nordosten, Zentrum, Süden und Westen auf, wobei Nutzer Standorte wie Chiang Mai, Chiang Rai, Khao Yai, Nakhon Ratchasima, Bangkok, Phuket, Krabi, Prachuap Khiri Khan und Phetchaburi mit Argumenten von kühlerem Klima bis zu neuer Verkehrsinfrastruktur ins Spiel brachten.

Machbarkeitsstudie und Bedingungen für Erfolg

Parallel zur Datenauswertung wurde auf frühere Äußerungen von Tourismusminister Phiphat Ratchakitprakarn verwiesen, demzufolge ein Disneyland-ähnlicher Park im EEC grundsätzlich machbar sei und eine Machbarkeitsstudie im Rahmen einer Public-Private-Partnership geprüft werde, unterstützt auch über Botschaften.

In der Summe zeigt die anhaltende Diskussion in sozialen Medien den Wunsch, ein Freizeitparkprojekt im Weltmaßstab Realität werden zu sehen, sofern klare politische Leitplanken, ein klimaangepasstes Design, kulturelle Einbettung und eine für die Bevölkerung tragbare Preisstruktur wirtschaftliche und gesellschaftliche Ziele langfristig in Einklang bringen können.

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Quelle: The Nation

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